Ein Gruppenfoto von Teilnehmern in einem Konferenzraum, die in mehreren Reihen sitzen und in die Kamera lächeln.
Knapp 80 Teilnehmende aus Industrie und Fachhandel trafen sich zur 63. Ständigen Konferenz in München. (Quelle: FVSB)

Beschlag- und Sicherheitstechnik 2024-12-01T17:36:09.896Z 63. Ständige Konferenz: Zuversicht trotz schwieriger Zeiten

Gutes Netzwerken in schwierigen Zeiten bestimmte die 63. Ständige Konferenz in München mit knapp 80 Teilnehmenden aus Industrie und Fachhandel. Die Konferenz, bei der jährlich der Arbeitskreis Baubeschlag (AKB) im Zentralverband Hartwarenhandel (ZHH) und der Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) zusammenkommen, wurde vom FVSB-Vorstandsvorsitzenden Karl Kristian Woelm eröffnet.

Woelm räumte ein, dass der pessimistische Blick vom vergangenen Jahr bedauerlicherweise berechtigt war, denn die Branche sehe sich aufgrund der schlechten Auftragslage in Deutschland und den geopolitischen Umständen vor besondere Herausforderungen gestellt. 

Martin Meesenburg schloss sich diesem Statement an. Für den Fachhandel sehe es derzeit so schlecht aus, wie er es in seiner langjährigen beruflichen Karriere noch nicht erlebt habe. Unter anderem sei die Zahl der Insolvenzen alarmierend hoch. Dennoch müsse man optimistisch bleiben – nur so könne diese Krise bewältigt werden. 

Lichtblick Sicherheitstechnik

Von der Lage im Fachhandel berichtete Dorentina Kordalija, Geschäftsführerin des AKB im ZHH. Diese sei schlecht, lediglich 18 Prozent seien zufrieden, vier Prozent sehen die Lage sogar als gut an, aber der Rest sieht das genaue Gegenteil. Dementsprechend seien die Umsätze zurückgegangen. Lediglich die Schließ- und Sicherheitstechnik können einen Zuwachs von zehn Prozent verbuchen. Auch die Automation lege mit einem Plus von 1,5 Prozent zu. Der Bereich der Services und Dienstleistungen stehe mit plus 10,8 Prozent gut da. 

„Derzeit sind die Auftragsbücher im Handwerk noch gut gefüllt, aber ab 2025 wird mit einer Verschlechterung gerechnet“, berichtet Kodralija. Somit erwartet auch der Handel keine Verbesserung im nächsten Jahr und auch nicht im Jahr 2026. Die Kostensteigerungen seien exorbitant, die Deckungsbeiträge rückläufig, aufgrund unter Druck stehender Marktpreise. Es gebe neue Wettbewerbssituationen durch den Preisdruck, Preissenkungen wären längst nötig, allerdings seien die Baukosten zu hoch und die Margen im Handel sinken.

Holger Koch, stellvertretender Geschäftsführer des FVSB, schilderte die Lageeinschätzung seitens der Hersteller. Für das Bauhauptgewerbe bleibe die Lagebewertung weiterhin schlecht, insbesondere im Wohnungsbau. Die Produktion von Baubeschlägen ist laut Koch nach sechs rückläufigen Quartalen im zweiten Quartal 2024 wertmäßig um 2,1 Prozent gestiegen, liegt kumuliert im ersten Halbjahr aber weiterhin 1,6 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Ein Blick auf die monatlichen Produktionszahlen für Baubeschläge und Innentüren untermauern diese Schwäche. 

Hoffnung auf Besserung

Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung auf Besserung: Die zehn größten Projektentwicklungsgesellschaften in Deutschland verbuchen überwiegend deutliche Zuwächse bei den Immobilienprojekten hierzulande – eine Entwicklung, die sowohl bei der Industrie als auch beim Handel demnächst ankommen dürfte. Potenzial lässt sich laut Koch zudem aus den strukturellen Änderungen in der Baunachfrage ableiten. Insbesondere der steigende Bedarf an altersgerechtem und bezahlbarem Wohnraum, die zunehmende Urbanisierung, Änderungen in der Arbeitswelt und Effizienzsteigerungen beim Klimaschutz werden als Megatrends gesehen, die Potenzial bieten.

Abschließend betonten sowohl der Fachhandel als auch die Industrie, wie wichtig und gut die Kommunikation in der Branche sei – die direkte Kommunikation, die über eine Online-Sitzung nicht funktioniere. Das war vor Ort auch sehr gut zu spüren – die Zuversicht, dass es bald auch wieder besser wird, ist durchaus vorhanden.

Die nächste Ständige Konferenz findet voraussichtlich am 18. und 19. November 2025 in Köln statt.

zuletzt editiert am 04. Dezember 2024
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