Mit einer Hybrid-Pressekonferenz ist das Verbändebündnis Wohnungsbau in den heutigen (6. Mai) Wohnungsbautag 2021 gestartet. Die Vertreter der Bau- und Immobilienbranche forderten in Berlin ein „Nachhol-Paket“ für den sozialen Wohnungsbau. Zukünftig müssten in Deutschland jährlich mindestens 80.000 neue Sozialwohnungen gebaut werden. Dazu komme ein hoher Anteil an bezahlbaren Wohnungen. Diese Zielmarke formulierte der 12. Wohnungsbautag. Dafür seien für das bezahlbare und für das soziale Wohnen bis 2025 rund 10 Milliarden Euro pro Jahr an Fördergeldern und Zuschüssen des Bundes notwendig.
Engpass beim Wohnungsneubau sei vor allem das Bauland. Die Preise dafür seien in den vergangenen sechs Jahren um 45 Prozent „regelrecht nach oben geschossen“. In den Kommunen sei daher ein neues „Bauland-Management“ notwendig: Eine Bodenpolitik, bei der Städte und Gemeinden Flächen überplanen, die sie selbst zu einem „bezahlbaren Preis“ kaufen, so die Forderung im „Akutplan 2025“ vom Verbändebündnis Wohnungsbau.
Darüber hinaus brauche der Wohnungsbau dringend Verlässlichkeit und Perspektive: „Bauen ist eine Dauer-Aufgabe. Und dafür brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen. Allen voran eine bessere steuerliche Abschreibung, die längst überfällig ist: die Erhöhung der linearen AfA von zwei auf drei Prozent“, forderte das Wohnungsbau-Bündnis auf der Pressekonferenz.
Zudem sprach die Branche sich in Berlin dafür aus, mehr Wohnungen pro Quadratmeter Bauland zu realisieren: In Ballungszentren solle dichter und höher gebaut werden. Hierzu müsse es eine Erhöhung der Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,0 auf 2,0 geben, hörte man in Berlin.
Am Nachmittag stellen sich Spitzenpolitiker in einer „Wahlkampf-Arena Wohnen“ den Forderungen des Verbändebündnisses und den Journalisten. Dabei sind Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU), CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, SPD-Vize-Chef Kevin Kühnert, Grünen-Chef Robert Habeck, FDP-Chef Christian Lindner und Linken-Chefin Janine Wissler.
