Smart Living setzt sich in immer mehr Lebensbereichen durch. Quelle: LHLK

Smarte Gebäude

04. November 2020 | Teilen auf:

„Smart-Living-2-Market“-Studie untersucht  Wachstumsmarkt

Die Wirtschaftsinitiative Smart Living hat eine Studie veröffentlicht, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) erstellt wurde. Darin werden die Entwicklungen der führenden Smart-Living-Märkte unter die Lupe genommen. Im internationalen Vergleich sei die deutsche Wirtschaft gut aufgestellt.

Hintergrund: Smart Living setzt sich laut Wirtschaftsinitiative Smart Living (WiSL) in immer mehr Lebensbereichen durch und sei für die deutsche Wirtschaft ein bedeutender Zukunftsmarkt. Wenn auch Anwendungen in privaten Wohngebäuden wesentlicher Erfolgsfaktor dieser Entwicklung seien, gehe das Smart-Living-Konzept weit über das vernetzte Zuhause hinaus. Vielmehr umfasse es eine Vielzahl von Applikationen und Diensten: von Smart City über Smart Healthcare, Smart Mobility/Transportation und Smart Governance bis hin zu Smart Environment, Fin-Tech und Smart Education.

Die jetzt erschienene Studie „Smart-Living-2-Market“ untersuche die Entwicklung von Smart-Living-Anwendungen in den führenden Märkten und zeichne ein umfassendes Bild über Potenziale und Hemmnisse.

Insbesondere die USA entwickle sich zum einem Wachstumsmarkt für Smart-Living-Anwendungen – gefolgt von Europa. Nach Deutschland bilden demnach Großbritannien und Frankreich die stärksten europäischen Absatzmärkte. Die starke Position Europas sei vor allem auf die steigende Nachfrage in Deutschland zurückzuführen. Im Zeitraum zwischen 2019 und 2023 wird dem deutschen Markt für Smart-Living-Anwendungen in Wohngebäuden insgesamt ein Wachstum von 66 Prozent prognostiziert. Der größte Umsatz entfalle dabei auf smarte Elektrohaushaltsgeräte, gefolgt von Applikationen aus dem Bereich Vernetzung und Steuerung sowie Gebäudesicherheit. Das stärkste Wachstum wird im Bereich Komfort und Licht erwartet.

„Die Studie legt dar, welche enormen Potenziale in den Smart-Living-Märkten bestehen. In drei Jahren werden rund 63 Millionen Haushalte in Europa Smart-Living-Anwendungen nutzen. Das ist gegenüber 2019 etwa eine Verdopplung. Besonders erfreulich ist auch die Position vieler Unternehmen in Deutschland: So spielen deutsche Anbieter eine zentrale Rolle im Bereich der Smart-Living-Anwendungen in Wohngebäuden. Woran es aber immer noch mangelt, ist die Schaffung eines deutschen Leitmarktes. Das Herstellen von Interoperabilität zwischen verschiedenen Smart-Living-Anwendungen und damit der Aufbau von neuen Anwendungsfeldern für die Nutzer kann den entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausmachen“, so Prof. Thomas Heimer von der Technopolis Deutschland, die die Studie erstellt hat.

Die Herausforderungen bestehen demnach neben der mangelnden Interoperabilität bei den Anwendungen auch darin, die Benutzerfreundlichkeit zu steigern und die Akzeptanz bei Kunden durch Datensicherheit und -schutz zu erhöhen. Aber auch die Qualifizierung von Fachleuten gilt als eine zentrale Stellschraube für den Erfolg von Smart Living. „Speziell in Deutschland wird es künftig darum gehen, bei der Entwicklung neuer Anwendungen mehr Mut zum Risiko zu beweisen: Mit stärkerer Innovationsfreude und kreativen Neuheiten eröffnen sich für deutsche Anbieter große Chancen. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland bevorzugt Smart-Living-Anwendungen deutscher Anbieter – diesen Vorteil gilt es zu nutzen!“, resümiert Heimer.

Die Wirtschaftsinitiative Smart Living weist darauf hin, dass die in der Studie veröffentlichten Zahlen und Prognosen vor der Corona-Pandemie erhoben wurden.