Die SCIP-Datenbank der Europäischen Chemikalienagentur wurde auf der Grundlage von Artikel 9, Absatz 1 Buchstabe i sowie Absatz 2 der Abfallrahmenrichtlinie eingerichtet. Sie enthält Informationen über besonders besorgniserregende Stoffe in Erzeugnissen oder in komplexen Gegenständen. Quelle: SCIP-Datenbank

Beschlag- und Sicherheitstechnik

28. August 2020 | Teilen auf:

AGHH macht auf Probleme bei SCIP-Datenbank aufmerksam

In einem Positionspapier hat die Arbeitsgemeinschaft Hartwarenhersteller (AGHH) auf wesentliche Probleme der geplanten SCIP-Datenbank aufmerksam gemacht und fordert die EU-Kommission zu entsprechenden Korrekturen auf.

Hintergrund: Die AGHH ist eine gemeinsame Initiative der Verbände Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie, Fachverband Werkzeugindustrie, Herstellerverband Haus & Garten und Verband Deutscher Schleifmittelwerke. Die AGHH bündelt die Interessen und Ziele der Hartwarenhersteller und vertritt diese als kompetenter Ansprechpartner gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

In diesem heißt es unter anderem: Die SCIP-Datenbank soll gemäß der Europäischen Abfallrahmenrichtlinie am 5. Januar 2021 für alle Hersteller und Vertreiber in der Lieferkette verpflichtend werden. Die dort geforderten Angaben zu besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC) in Erzeugnissen gehen dabei laut des AGHH-Positionspapiers über den gesetzlichen Rahmen hinaus und böten keinen absehbaren Nutzen für Mensch und Umwelt.

Die Produzenten und Hersteller von Hartwaren fühlten sich verpflichtet, gefährliche Stoffe in ihren Erzeugnissen weitestgehend zu vermeiden und ihre Produkte im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Dazu sei auch der Informationsaustausch in der Wertschöpfungskette unverzichtbar (Art. 33 Abs. 1 REACH).

Hartwaren seien „einfache“ und komplexe Produkte mit hoher Fertigungstiefe. Die Lieferketten für Produktion und Beschaffung sind dabei oftmals global und zumeist ebenfalls komplex. Der Informationsfluss zu Materialdaten sei bereits jetzt eine Herausforderung, wenn es um die Bereitstellung der nach REACH Artikel 33 relevanten Informationen in globalen Lieferketten geht.

Die derzeitigen Informationsanforderungen für die SCIP-Datenbank überstiegen die gesetzlichen Verpflichtungen von REACH und erhöhten die Komplexität und den damit verbundenen Aufwand der Informationsbeschaffung für die Unternehmen erheblich. Deshalb solle nur die in REACH-Artikel 33 Absatz 1 gesetzlich vorgeschriebenen Informationen von der Europäischen Chemikalienbehörde (ECHA) zwingend angefordert werden können.

Das Positionspapier in voller Länge kann unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.fvsb.de/Presse/Pressemitteilungen/Positionspapier-zur-geplanten-SCIP-Datenbank-veroeffentlicht/AGHH-SCIP-25-08-2020.pdf