Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe lag im April mit rund 7,4 Milliarden Euro nominal (nicht preisbereinigt) auf einem hohen Niveau. Foto: Pixabay

Bauwirtschaft

27. June 2020 | Teilen auf:

Aufträge im Bauhauptgewerbe gehen zurück

Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr kalenderbereinigt 5,3 Prozent niedriger ausgefallen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sank der reale Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent. Neben Basiseffekten aufgrund der außergewöhnlich hohen Auftragseingänge zum Jahresbeginn 2019 kann für diese Entwicklung laut statistischem Bundesamt auch ursächlich sein, dass Unternehmen geplante Bauvorhaben aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit in der Corona-Krise zurückgestellt haben.
"Das Coronavirus hinterlässt seine Spuren in der Baubranche. Der Rückgang der Auftragseingänge im April ist alarmierend und dämpft die Erwartungen an das zweite Halbjahr erheblich", kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen. Dabei habe im April besonders der Orderzugang im anteilsstarken Hochbau gelitten; (nominal minus zehn Prozent). Betroffen seien vor allen Dingen der Wohnungsbau (cirka minus zwölf Prozent) und der Gewerbehochbau (circa minus neun Prozent).
Nach weiteren Angaben der Wiesbadener Statistiker war der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im April 2020 2,7 Prozent höher als im März 2020 (saison- und kalenderbereinigt). Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich sank das reale Volumen der saison- und kalenderbereinigten Auftragseingänge von Februar bis April 2020 gegenüber November 2019 bis Januar 2020 um 11,9 Prozent. Dieser Rückgang sei hauptsächlich auf die außergewöhnlich hohen Auftragseingänge im November zurückzuführen.
Nominal (nicht preisbereinigt) betrug der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im April 2020 rund 7,4 Milliarden Euro. Das waren wegen der gestiegenen Baupreise nur 2,3 Prozent weniger als im April 2019 (7,6 Milliarden Euro), aber nach dem Rekordergebnis des Vorjahres ist es immer noch der zweithöchste Aprilwert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Auftragseingänge in den ersten vier Monaten 2020 nominal um 0,1 Prozent.