Creditsafe Deutschland hat in einer Analyse nun ermittelt, wie stabil die Metallindustrie aufgestellt ist. Grafik: Creditsafe

Bauwirtschaft

19. May 2020 | Teilen auf:

Auswertung der Bilanz der Metallindustrie gibt Hoffnung

Die Auskunftei Creditsafe Deutschland hat in einer Analyse ermittelt, wie stabil die Metallindustrie aufgestellt ist. In die Auswertung flossen dabei den Angaben zufolge unter anderem die Liquidität, Eigenkapitalquote und das Ausfallrisiko der Unternehmen aus der Metallbranche ein.
Creditsafe greife dazu auf veröffentlichte Unternehmensbilanzen von fast 40.000 Betrieben aus der Metallerzeugung und -verarbeitung zurück und vergleiche diese mit den Daten der über drei Millionen deutschen Unternehmen aller Branchen. Die Metallindustrie weise demnach vergleichsweise gute Kennzahlen auf und steht in der angespannten wirtschaftlichen Situation auf stabileren Beinen.
Branchenübergreifend verfügen laut Creditsafe mehr als 36 Prozent aller deutschen Unternehmen über eine unzureichende Liquidität. In der Metallindustrie sei der Anteil von Firmen mit geringer Liquidität etwas geringer und liege bei 28 Prozent. In Deutschland stehe diese Branche somit vergleichsweise gut da.
Knapp über 30 Prozent der Unternehmen in Deutschland verfügen über eine geringe Eigenkapitalquote und laufen daher unter anderem Gefahr, steigende Kapitalkosten wie etwa Zinsen nicht ausreichend deckeln zu können. In der Metallindustrie seien davon geringfügig weniger, etwa 29 Prozent der Unternehmen, betroffen.
Als ein maßgeblicher Faktor zur Bewertung der wirtschaftlichen Stabilität gilt die Ausfallwahrscheinlichkeit, also die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate Insolvenz anmelden muss. Die Ausfallwahrscheinlichkeit liege in der Metallindustrie bei 0,83 Prozent – deutlich niedriger als im branchenübergreifenden Durchschnitt von 1,35 Prozent.
Die Auswertung von Creditsafe zeige, dass die Metallindustrie in Deutschland auf vergleichsweise sicheren Beinen steht. Grund dafür kann nach Einschätzung der Auskunftei der vergleichsweise hohe Anteil älterer Unternehmen sein: Mehr als 70 Prozent aller Unternehmen seien in dieser Branche älter als zehn Jahre, der Anteil an Firmen, die jünger als fünf Jahre sind, ist mit zehn Prozent dementsprechend gering. Zum Vergleich: In Deutschland seien im Durchschnitt 56 Prozent der Firmen älter als zehn Jahre und mehr als 20 Prozent jünger als fünf Jahre.
Es sei jedoch zu erwarten, dass die Pandemie auch an der Metallbranche nicht spurlos vorbeigehen wird. Die Angaben der Liquidität, Eigenkapitalquote sowie die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit entstammten der Zeit vor Corona und orientieren sich somit an wirtschaftlichen Normalbedingungen. Gleichzeitig spiegeln diese Indikatoren den Angaben zufolge die Voraussetzung der Unternehmen und Branchen wider, mit denen die Krise überstanden werden muss. In der derzeitigen Situation, in der Teile der Wirtschaft heruntergefahren wurden, seien nicht nur höhere Insolvenzzahlen zu erwarten, auch eine steigende Fremdkapitalquote sei wahrscheinlich. Diese hat den Effekt, dass durch damit einhergehende Zinslasten unter anderem die Investitionsfähigkeit verringert werde. Der Effekt durch die Pandemie lasse sich daher – auch bedingt durch staatliche Eingriffe – noch nicht objektiv und durch Daten fundiert bestätigen sowie vorhersagen.