"Wir benötigen jetzt dringend eine Regelung für unsere Partnerfirmen und Mitarbeiter aus den europäischen Nachbarländern, um einen Baustellenstopp nach Ostern zu verhindern", sagte Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer Bauindustrie, nach dem Inkrafttreten der verschärften Einreisebestimmungen nach Deutschland. "Dabei sind wir uns bewusst, dass eine Einreise von ausländischen Arbeitskräften zum jetzigen Zeitpunkt nur unter sehr strengen Voraussetzungen stattfinden kann. Als Bauindustrie sind wir bereit und in der Lage, allen notwendigen Vorgaben des Infektionsschutzes auf unseren Baustellen Folge zu leisten".
Für eine Fortsetzung der Bautätigkeit nach Ostern brauche die deutsche Bauindustrie die Mitarbeiter und Partnerfirmen aus den europäischen Nachbarländern mit einer Kapazität in fünfstelliger Größenordnung. Die grenzüberschreitende Mobilität von Baufirmen und Bauarbeitern innerhalb der Europäischen Union sei eine wichtige Voraussetzung für die Aufrechterhaltung vieler Baustellen in Deutschland.
"Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die von der EU-Kommission am 30. März veröffentlichten Richtlinien zur Ausübung der Arbeitnehmerfreizügigkeit der Arbeitskräfte während des Covid-19-Ausbruchs. Darin empfiehlt die EU-Kommission den Mitgliedstaaten, einen ungehinderten grenzüberschreitenden Zugang von entsandten Arbeitnehmern zu ihrem Arbeitsplatz zu gestatten, vor allem, wenn die Beschäftigung in dem betreffenden Sektor im Aufnahmemitgliedstaat weiterhin erlaubt ist", so Babiel.
"Die von unseren Baufirmen getroffenen Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen zur Kontaktvermeidung weisen den höchsten Standard auf. Daher hoffen wir sehr, dass für die deutsche Bauwirtschaft schnellstmöglich eine der Saisonarbeiterregelung vergleichbare Lösung gefunden wird", ergänzt Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen.
2020-04-16T06:06:00Z Bauwirtschaft fordert Regelung für Einreise von Arbeitskräften
zuletzt editiert am 24. August 2020