Der Wohnungsneubau in Deutschland präsentiert sich krisenresistent. Quelle: DIW

Bauwirtschaft

14. January 2021 | Teilen auf:

Bauwirtschaft trotzt der Corona-Krise

Die Bauwirtschaft ist in Deutschland bislang verhältnismäßig gut durch die Corona-Pandemie gekommen und dürfte auch in den nächsten Jahren solide Wachstumsraten verzeichnen. Das geht aus der neuesten Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. Den Berechnungen der Ökonomen Martin Gornig, Claus Michelsen und Laura Pagenhardt zufolge ist das Bauvolumen in Deutschland im vergangenen Jahr nominal um zusammengenommen vier Prozent auf etwa 444 Milliarden Euro gestiegen – trotz der Corona-Pandemie. Obwohl sich die Wachstumsrate damit im Vorjahresvergleich halbierte, sei die Bauwirtschaft weitaus weniger krisengeschüttelt als viele andere Branchen. Für dieses und das kommende Jahr sei ein weiterer Anstieg der Bautätigkeit zu erwarten, um knapp drei beziehungsweise gut fünf Prozent. „Die Corona-Pandemie geht zwar auch an der deutschen Bauwirtschaft nicht spurlos vorbei – wir reden aber von einem weniger starken Plus, unter dem Strich also immer noch einem Wachstum“, sagt DIW-Konjunkturchef und Immobilienökonom Michelsen.

Nach wie vor werde hierzulande in erheblichem Umfang vor allem in den Neubau von Wohngebäuden investiert. Mit Wachstumsraten in den Jahren 2020 bis 2022 von nominal gut fünf, vier und fünfeinhalb Prozent (im Vergleich zu ebenfalls rund fünfeinhalb Prozent im Vor-Corona-Jahr 2019) zeichne sich lediglich eine kleine Wachstumsdelle ab.

Wo Licht ist, gibt es jedoch auch Schatten: Erstens weise die Bautätigkeit an bestehenden Wohngebäuden deutlich mehr Corona-Spuren auf als die Neubautätigkeit. Und zweitens wurde insbesondere laut DIW der Nichtwohnungsbau erheblich von der Corona-Pandemie ausgebremst: Der Wirtschaftsbau werde in diesem Jahr wohl sogar schrumpfen, nachdem es schon 2020 nominal betrachtet nur noch ein Mini-Wachstum von gut einem Prozent gab. Preisbereinigt, also real, sei die Bauleistung bereits im vergangenen Jahr gesunken.

Hoffnungen ruhen auf dem öffentlichen Bau: Er dürfte von den drei Baubereichen in diesem Jahr mit nominal 6,9 Prozent am kräftigsten wachsen, bevor es 2022 wohl noch einmal um fast fünf Prozent bergauf gehe. Im vergangenen Jahr sei die Entwicklung noch etwas verhalten gewesen: Aufgrund wegbrechender Gewerbesteuereinnahmen hielten sich die Kommunen mit Investitionen zurück, so die DIW-Experten, auch die dünn besetzten Bauämter waren problematisch.