BIM auf dem Bau Studie
Die Marktforscher von Bau-Info-Consult haben im Rahmen der Studie BIM Monitor 2017 bei BIM-Nutzern wie Interessenten bei mittleren und großen Bau- und Planungsfirmen nachgefragt, was der digitalen Bau- und Planungsmethode vor allem im Weg steht. Grafik: Bau-Info-Consult
27.09.2017 Bauwirtschaft

Unternehmen scheuen Aufwand der BIM-Umstellung

Die Marktforscher von Bau-Info-Consult, Düsseldorf, haben im Rahmen der Studie BIM Monitor 2017 bei BIM-Nutzern wie Interessenten bei mittleren und großen Bau- und Planungsfirmen nachgefragt, was der digitalen Bau- und Planungsmethode vor allem im Weg steht. Der Einsatz von BIM am Bau ist in Deutschland noch ein Nischenphänomen. Das Ergebnis sieht laut der Marktforscher anders aus als viele erwarten dürften: Die Einführung von BIM wird keineswegs vor allem von Unkenntnis oder einer dem Bau so gern unterstellten traditionalistischen Verweigerungshaltung verzögert, sondern vor allem aus konkreten praktischen Erwägungen heraus. Die gute Nachricht dabei sei, so die Studienautoren: Die vor allem genannten BIM-Hemmnisse lassen sich mittelfristig gut beheben. Hier seien allerdings alle Akteure der Branche gefragt.

Im Zuge der Marktstudie hat das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut nach eigenen Angaben 304 mitarbeiterstarke Architektur- und Ingenieurbüros sowie größere Verarbeiter zu ihren Erwartungen und Erfahrungen mit BIM befragt. Als Hindernisse für eine massenhafte Verbreitung von BIM wurden spontan vor allem der damit verbundene Fortbildungsschulungsaufwand für die Mitarbeiter sowie die momentan noch hohen Investitionen genannt, die für eine BIM-Einführung notwendig sind (je 56 Prozent).

In dem Punkt sein sich, so die Marktforscher, die 62 befragten Planer und Verarbeiter am Bau, die BIM schon selbst eingeführt haben, bemerkenswert einig mit den Nicht-BIM-Nutzern in der Befragungsstichprobe.  Die Autoren der Studie sehen hierfür aber nicht bloß Kostengründe: Die Umstellung auf BIM sei nicht einfach von heute auf morgen umsetzbar, sondern bringe einen fundamentalen Wandel aller Arbeitsprozesse im Unternehmen mit sich.

Der Weg dahin dauert laut den Erfahrungen von BIM-Intensivnutzern, die im Rahmen der Studie befragt wurden, gut ein Jahr – während das Unternehmen gleichzeitig weiterhin alle laufenden Projekte stemmen muss wie bisher. Um mehr Betriebe zu ermutigen, den Sprung ins kalte BIM-Wasser zu wagen, genüge es also nicht sich darauf zu verlassen, dass die Anschaffungskosten bei einer höheren Marktdurchdringung und weiterer Produktausreifung schon von alleine niedriger werden.

Vielmehr sei neben mehr Aufklärung vor allem die Unterstützung der Bauakteure (zum Beispiel durch externe Schulungsangebote) gefragt: Nur so könnten sich langfristig für die Baustoffbranche wie für die Softwareindustrie auszahlen, den Unternehmen die Einführung von BIM zu erleichtern. Denn wenn ein Betrieb BIM erst einmal eingeführt hat, sprechen die Vorteile laut Ansicht der meisten befragten Nutzer dafür, das System beizubehalten.

Den BIM-Hemmschuh der Innovationsfeindlichkeit müsse sich, so die Autoren der Studie, die deutsche Baubranche jedenfalls nicht anziehen: Unkenntnis oder Desinteresse in der deutschen Bauwirtschaft sein ein geringeres Problem, wie die weiteren Antworten von Nutzern wie Nicht-Nutzern zeigten. Weniger als die Hälfte der Befragten halte mangelndes Wissen über das Thema für ein wesentliches BIM-Hemmnis, nur jeder Fünfte rechne mit dem Unwillen in der Branche, den (bau-)kulturellen Wandel anzugehen.

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