Situation Metallhandwerk NRW 1/19
Sechs von zehn Unternehmen im nordrhein-westfälischen Metallhandwerk schätzen die aktuelle Situation als gut ein. Grafik: Fachverband Metall NW
18.04.2019 Bauwirtschaft

Vorsichtiger Optimismus im Metallhandwerk

Die wirtschaftliche Lage im nordrhein-westfälischen Metallhandwerk hat sich im 1. Quartal dieses Jahres nicht wesentlich zum Vorquartal verändert. Nach wie vor schätzen nach Angaben des Fachverband Metall NW sechs von zehn Unternehmen die aktuelle Situation als gut ein. Dieses sei jedoch wesentlich darauf zurück zu führen, dass der baunahe Sektor der Metallbauer einen jahreszeitlich bedingten Zuwachs konstatiert. Die Feinwerkmechaniker verspürten hingegen deutlichen konjunkturellen Gegenwind.

Die gespaltene Entwicklung manifestiere sich auch in der direkten Einschätzung des 1. Quartals 2019: Währenddessen acht von zehn Metallbauern eine stabile bis positive Entwicklung für ihr eigenes Unternehmen feststellten, habe annähernd jedes zweite feinwerkmechanische Unternehmen mit einem Rückgang zu kämpfen. Dabei sind die durchschnittlichen Auftragsreichweiten weitestgehend stabil bei durchschnittlich zwölf Wochen.

Für die nächsten sechs Monate erwarten 60 Prozent der Metaller eine weiterhin stabile Entwicklung ihrer Unternehmen. Auch hier sei jedoch ein Unterschied zwischen den beiden Hauptrichtungen innerhalb des Metallhandwerks erkennbar. Jedes fünfte feinwerkmechanische Unternehmen blickt skeptisch in das kommende Halbjahr, bei den Metallbauern ist es nicht einmal jedes Zehnte. Trotzdem planen zwei Drittel aller Metaller auch im Jahr 2019 Neuinvestitionen. Hierbei dominiert die Digitalisierung mit neuen Maschinen und einem weiteren Ausbau der EDV; auch Fahrzeuge stehen in den betrieblichen Investitionsplänen.

Bei der Frage nach den zentralen Herausforderungen der nächsten Monate hat es nach dem alles überragenden Thema des Fachkräftemangels (74,4 Prozent) Veränderungen gegeben: Mehr als jedes dritte feinwerkmechanische Unternehmen sieht sich hier herausgefordert. Hinzu komme, dass fast die Hälfte der Metaller einen zunehmenden Preiswettbewerb (45,6 Prozent) erwartet und gleichzeitig die Kosten für das Personal und die Vorleistungen (44,8 Prozent) steigen. Das stelle eine gefährliche Entwicklung für die Ertragskraft der Unternehmen dar.

„Bereits zum Jahreswechsel 2018/2019 hatte es sich abgezeichnet, dass wir im Metallhandwerk im Jahr 2019 von einer gespaltenen wirtschaftlichen Entwicklung werden reden müssen“, kommentiert Stephan Lohmann, Geschäftsführer des Verbandes, die Ergebnisse der Quartalsumfrage. „Die deutliche Abkühlung im deutschen Automotivbereich und die internationale Entwicklung gehen auch an den nordrhein-westfälischen Maschinen- und Werkzeugbauern nicht spurlos vorbei. Besorgniserregend ist jedoch die Zange aus zunehmendem Preiswettbewerb auf der Vertriebsseite und den steigenden Kosten für die Unternehmen. Die ohnehin schon investitionsintensiven Feinwerkmechaniker verlieren mit sinkenden Erträgen ihre Fähigkeiten, sich auf den Märkten, die aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung einer hohen Veränderungsrate unterliegen, zu behaupten. Deshalb wird es immer wichtiger werden, die Chancen der Digitalisierung im Bereich der Steigerung der betrieblichen Effizienz konsequent zu nutzen. Mit unseren technischen Beratern und unserem Fortbildungsangebot kann der Fachverband Metall NW hierzu einen bedeutenden Beitrag leisten.“

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