Branchencheck Metall
Unternehmen aus der Metallverarbeitung und -produktion in Deutschland sind im vergangenen Jahr häufiger insolvent gegangen und haben eine schlechtere Zahlungsmoral als der branchenübergreifende Bundesdurchschnitt. Das ermittelte die Wirtschaftsauskunftei Creditsafe, die nach eigenen Angaben mehr als 3,4 Millionen Unternehmen aus Deutschland untersucht hat, davon rund 39.000 aus der Metallverarbeitung und –produktion. Grafik: Creditsafe
22.08.2019 Bauwirtschaft

Mehr Insolvenzen und wenig Überschuldung in der Metallbranche

Unternehmen aus der Metallverarbeitung und -produktion in Deutschland sind im vergangenen Jahr häufiger insolvent gegangen und haben eine schlechtere Zahlungsmoral als der branchenübergreifende Bundesdurchschnitt. Die Überschuldungsrate sei dagegen – verglichen mit anderen Branchen – etwas geringer. Das ermittelte die Wirtschaftsauskunftei Creditsafe, die nach eigenen Angaben mehr als 3,4 Millionen Unternehmen aus Deutschland untersucht hat, davon rund 39.000 aus der Metallverarbeitung und –produktion. Die Untersuchungen stützten sich dabei auf Daten aus öffentlichen Quellen, wie dem Handelsregister und dem Bundesanzeiger, Insolvenzbekanntgaben, Amtsblätter oder Gewerbeämter.

Rund 520 Unternehmen aus der Branche mussten demnach im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Dies entspreche einer Insolvenzrate von rund 1,32 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,6 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern sei dabei das Bundesland, in dem die Insolvenzrate mit 2,43 Prozent der Unternehmen aus der Metallverarbeitung und -produktion am höchsten war, die wenigsten Insolvenzen in der Branche verzeichnet das Bundesland Sachsen mit 0,67 Prozent. Der Anteil an insolventen Firmen habe sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht – 2017 meldeten in der Branche nur 0,85 Prozent der Betriebe eine Insolvenz an, im Vorjahr lag die Quote noch bei 1,04 Prozent.

Rund 10,35 Prozent aller Betriebe aus der Metallverarbeitung und -produktion seien überschuldet, weisen also ein negatives Eigenkapital aus. Die Überschuldungsquote liege somit unter dem Bundesdurchschnitt von 14 Prozent. Am stärksten betroffen in der Metallindustrie seien Betriebe aus Berlin. Hier waren im vergangenen Jahr 14,71 Prozent aller Unternehmen der Branche überschuldet. Die am wenigsten betroffenen Firmen gab es mit 5,67 Prozent dagegen in Thüringen. Ein negatives Eigenkapital ist nach Angaben von Creditsafe einer der häufigsten Gründe für eine Insolvenz: Bei rund zwei Dritteln aller Insolvenzen werde eine Unternehmensüberschuldung als Ursache angegeben. Führe eine Überschuldung zu einer Zahlungsunfähigkeit, müsse unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von drei Wochen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein beantragt werden.

Im Schnitt zahlten Unternehmen aller Branchen im vergangenen Jahr ihre Rechnungen etwa 5,1 Tage nach dem Zahlungsziel, heißt es in der Meldung zu der Untersuchung. In der Metallverarbeitung und -produktion ließen sich die Betriebe indes etwas mehr Zeit und beglichen ihre Forderungen durchschnittlich etwa eine Woche zu spät – dies geht aus den hinterlegten Zahlungserfahrungen in der Datenbank von Creditsafe hervor. Vor allem kleine Unternehmen oder Firmen mit geringen Auftragsmargen seien auf einen pünktlichen Zahlungseingang angewiesen. Eine schlechte Zahlungsmoral der Kunden kann für diese Betriebe geschäftsschädigend sein und im schlimmsten Falle zu einer Insolvenz führen.

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