01.09.2019 Bauwirtschaft

DIW untersucht Gefahren einer Immobilienpreisblase

Immobilienblase
Die Wahrscheinlichkeit einer Immobilienpreisblase bleibt in Deutschland hoch. Foto: Pixabay

Das Risiko von spekulativen Übertreibungen am Immobilienmarkt ist in vielen OECD-Ländern hoch. In Deutschland wird es bis Ende 2019 leicht abnehmen, die Wahrscheinlichkeit bleibt aber über 80 Prozent. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). "Spekulative Anlagemotive sind dann wahrscheinlich, wenn sich die Preise von den Erträgen entkoppeln, das heißt, wenn das Verhältnis aus Immobilienpreis und Mietertrag stark steigt", erklärt Studienautor Claus Michelsen. Auf Grundlage statistischer Modelle und Frühindikatoren - wie beispielsweise das Wachstum der Kreditvergabe oder der verfügbaren Einkommen - können die Wahrscheinlichkeiten für solche Preisblasen prognostiziert werden. Übersteigt die Wahrscheinlichkeit den Wert von 50 Prozent, dann überwiegt das Risiko einer Immobilienpreisblase."

Vor diesem Hintergrund stehen die Signale nach Einschätzung der DIW-Experten zumindest auf Gelb: "Es gibt eine explosive Preisentwicklung, die sich von den Immobilienerträgen entkoppelt hat", stellt Studienautor Konstantin Kholodilin fest. Das sinkende Risiko spiegele die verlangsamte Immobilienpreisentwicklung vor allem in den großen Städten des Landes in jüngster Zeit wider und decke sich mit Beobachtungen von Immobilienmarktanalysten. Zudem erscheine die Finanzierung von Immobilieninvestitionen in Deutschland relativ solide: Die Kreditvolumina zeigen keine auffälligen Trends und auch die Zinsbindung ist relativ lang, was gegen eine Preisblase spricht.

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