Metallhandwerk Nordrhein-Westfalen
Die wirtschaftliche Lage im nordrhein-westfälischen Metallhandwerk hat sich im dritten Quartal dieses Jahres merklich verschlechtert. Grafik: Fachverband Metall NW
01.10.2019 Bauwirtschaft

Metallhandwerk NRW im Abwärtstrend

Die wirtschaftliche Lage im nordrhein-westfälischen Metallhandwerk hat sich im dritten Quartal dieses Jahres merklich verschlechtert. Das geht aus einer Mitteilung zur Quartalsumfrage des Fachverbands Metall NRW hervor. Gerade im mitarbeiterstarken Bereich der feinwerkmechanischen Unternehmen bezeichne jedes fünfte Unternehmen die aktuelle Lage als nicht einmal mehr ausreichend, fast 35 Prozent gerade noch als ausreichend. Etwas entspannter sei die Beurteilung im Metallbau, wo die Hälfte der Betriebe eine gut bis sehr gute Geschäftslage konstatieren.

Für die nächsten sechs Monate rechnen laut der Umfrage gut die Hälfte der Metaller mit einer weiterhin stabilen Entwicklung ihrer Unternehmen. Aber: Knapp 35 Prozent der Metallbauer und fast zwei Drittel der feinwerkmechanischen Unternehmen seien von einer Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Lage in diesem Jahr überzeugt. Damit korrespondiere eine deutlich gesunkene Investitionsbereitschaft.

Auch wenn der nicht gedeckte Fachkräftebedarf nach wie vor von knapp 65 Prozent der Unternehmen als eine zentrale Herausforderung genannt werde, treten nunmehr anderen Schwierigkeiten nahezu gleichrangig in den Unternehmerfokus: Fast 63 Prozent der feinwerkmechanischen Unternehmen befürchten einen existenzbedrohenden Auftragsmangel gepaart mit einem ruinösen Preiswettbewerb (55 Prozent). Selbst beim erfolgsverwöhnten Metallbau sei es jedes sechste Unternehmen, das mit einem zu niedrigen Auftragsvolumen bei steigendem Preiskampf (41 Prozent) rechne.

„Die Euphorie des Handwerks ist nicht die des Metallhandwerks. Gerade die große Gruppe der feinwerkmechanischen Unternehmen erlebt einen konjunkturellen Rückgang, der zwar nicht mit 2008/2009 vergleichbar ist, jedoch eine klare Trendwende hin zu schwierigen Zeiten signalisiert “, kommentiert Stephan Lohmann, Geschäftsführer des Verbandes, die Ergebnisse der Quartalsumfrage. „Die deutliche Abkühlung im Metallhandwerk geht einher mit unverhältnismäßig hohen Forderungen der IG Metall in den aktuellen Tarifverhandlungen. Wir schließen Tarifverträge für die Zukunft und nicht für die Vergangenheit ab. Dort, wo sich ein Sturm über einem großen Teil unserer Mitglieder zusammenbraut, sind sechs Prozent Lohnsteigerung völlig überzogen, da sie häufig eine Gesamtkostensteigerung von über drei Prozent bedeuten. Unverhältnismäßige Kostensteigerungen passen nicht in Zeiten niedrigerer Auslastung und vermehrten Preisdrucks.“

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