Hausbau
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat im Rahmen der von ihr durchgeführten Bauberatungen unter anderem geprüft, ob Anbieter neue gesetzliche Regelungen umsetzen. Foto: Pixabay/paulbr75
27.11.2019 Bauwirtschaft

Verbraucherzentrale hat Baubeschreibungen und Verträge ausgewertet

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat im Rahmen der von ihr durchgeführten Bauberatungen unter anderem geprüft, ob Anbieter neue gesetzliche Regelungen umsetzen. Die Auswertung habe gezeigt, dass Baubeschreibungen und Bauverträge oft ungenau, unverständlich und intransparent seien.

Hintergrund: Seit dem 1. Januar 2018 sind Bauunternehmen laut Verbraucherzentrale erstmals gesetzlich verpflichtet, Bauherren eine ausführliche Baubeschreibung auszuhändigen. Außerdem gebe es gesetzliche Regelungen zu einem neuen Verbraucherbauvertrag. Im Rahmen ihrer Bauberatungen hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz unter anderem geprüft, ob die Anbieter die neuen Regelungen auch umsetzen. In den Jahren 2017 und 2018 hat die Verbraucherzentrale insgesamt 152 Baubeschreibungen und 168 Bauverträge ausgewertet. „Das Ergebnis zeigt: Obwohl es inzwischen verbesserte gesetzliche Vorgaben gibt, ist die Qualität der Unterlagen nach wie vor häufig ungenügend“, so Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Eine Baubeschreibung müsse möglichst genau, transparent, für Laien verständlich und vollständig sein. Das Qualitätsniveau sowie die Kosten der Bauleistung müssten kalkulierbar und vor allem eindeutig sein. „Die Wirklichkeit ist jedoch leider eine andere“, sagt Uta Maria Schmidt, Bauberaterin der Verbraucherzentrale. Zum einen seien bei einem Großteil der geprüften Baubeschreibungen Leistungen ungenau dargestellt, viele kostenrelevante Leistungen fehlten ganz. „Das Risiko für unkalkulierbare Folgekosten ist für Bauherren also sehr hoch.“ Des Weiteren seien die Texte oft intransparent und schwer verständlich. Dazu komme, dass ein Qualitätsniveau bei Wärme- und Schallschutz oft nicht eindeutig festgeschrieben wird – oder gar nicht erst erwähnt. Mindeststandards würden unterschritten; qualitätssichernde Maßnahmen seien kaum vorhanden.

Das Verbraucherbauvertragsrecht schreibe eine eindeutige Vertragsgestaltung vor. Tatsächlich sei zu beobachten, dass die Anbieter mittlerweile das neue Vertragsrecht anwenden. „Allerdings fällt auf, dass in den überwiegenden Fällen – trotz geltendem Recht – keine datierten Fertigstellungstermine vereinbart werden. Und so auch keine damit verbundenen Vertragsstrafen“, sagt Thomas Somplatzki, Fachanwalt für Baurecht, der im Auftrag der Verbraucherzentrale die Verträge prüft. Das gelte sowohl für Bauträgerverträge als auch für Generalunternehmerverträge. Auch das Thema Sicherheiten werde immer wieder vernachlässigt. Immer noch gebe es Vertragsentwürfe, in denen die gesetzliche Vertragserfüllungssicherheit nicht erwähnt wird oder sogar außer Kraft gesetzt werden soll. Auch für mögliche Insolvenzen fehlten häufig vertraglich festgehaltene Sicherheitsabtretungen. Der Bericht mit den detaillierten Ergebnissen ist unter www.verbraucherzentrale-rlp.de/auswertung-bauberatung-rlp zu finden.

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