Bürotürme
Eurocres Consulting, eine Strategieberatung im Workplace-Management, erwartet nach Corona ein großes „Bürosterben“. Foto: Pixabay/Public Domain Pictures
29.04.2020 Bauwirtschaft

Steht ein großes „Bürosterben“ bevor?

Ein großes „Bürosterben" nach Corona erwartet Eurocres Consulting, eine Strategieberatung im Workplace-Managemen. Der Grund: Fast alle Büroangestellten sind derzeit im sogenannten Homeoffice tätig. Sven Wingerter, geschäftsführender Gesellschafter bei Eurocres: „Konzerne und andere große Mieter überlegen bereits, ihre angemieteten Büropaläste aufzugeben. Dass mindestens ein Fünftel der Arbeitsplätze dauerhaft dem Büromarkt entzogen wird, halten Marktexperten für realistisch. Bei 380 Millionen Quadratmetern Bürofläche hierzulande (IW, 2018) würde also rechnerisch mehr als die gesamte Bürofläche Bayerns wegfallen – wo es immerhin 54.000 Bürogebäude gibt.“

Rund 32 Millionen Deutsche arbeiten sonst nach Angaben von Eurocres an rund 27 Millionen Büroarbeitsplätzen. Corona habe viele Lebensbereiche verändert und zeige, dass klassische Büroimmobilien überflüssig sein können. Die Situation sei eine Chance für ein vollständiges Umdenken von Betriebsabläufen. „Chefs und Unternehmen wiederum haben nun die riesigen Einsparpotenziale vor Augen. Sie werden sich im großen Stil von Büroflächen trennen“, prognostiziert Wingerter, der aber auch betont: „Jeder, der Zuhause arbeitet, wird auch einmal in das Unternehmen kommen. Der Chef will es, man braucht direkte Kommunikation und vom heimischen Arbeitsplatz kann man auch keine Karriere machen. Büros nach Corona werden also Orte für das qualitative Zusammenkommen, für das eine persönliche Präsenz erforderlich ist. Die Leute werden bewusst zum Büro kommen so wie man sich um ein Lagerfeuer versammelt.“

Laut Wingerter werde die absehbare Rezession den Strukturwandel befeuern: „Der klassische 10-Jahres-Mietvertrag für einen beheizten Rohbau – nur um Platz für sämtliche Mitarbeiter zu haben – wird kein Standard mehr sein. Unternehmen werden in neue Businessmodelle und Arbeitsmethoden investieren und die teure ‚Immobilität‘ auflösen. Das Ergebnis dieses Wandels entscheidet auch über das Überleben der Firmen. Denn durch den Corona-Stillstand stehen etliche Großunternehmen unter besonderem Kostendruck und müssen Ballast abwerfen – zum Beispiel in Form von nicht betriebsnotwendigen Immobilien.“

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