Der hessische Produktionsverbindungshändler Borrmann führt „eNVenta ERP“ von Nissen & Velten für 140 Anwender ein. Speziell entwickelte mobile Apps sollen dabei die Abläufe auf dem Betriebsgelände optimieren. Die Unternehmenssoftware, die der IT-Dienstleister ERP Novum bei Borrmann einführt, wird nach Dienstleisterangaben in der Cloud, im Rechenzentrum von Microsoft, laufen.
Der 1899 gegründete Großhandel für Werkzeuge, Befestigungstechnik und Beschläge Edgar Borrmann GmbH & Co. KG stellt sich für zukünftige Marktanforderungen auf. So wird etwa am Unternehmenssitz im hessischen Fernwald der Servicebereich mit der eigenen Werkstatt ausgebaut und die Zahl der Fachleute, die das Handwerk beim Einsatz beratungsintensiver Produkte unterstützen, erhöht. Da den Entscheidern im Unternehmen klar war, dass das seit 20 Jahren genutztes Warenwirtschaftssystem keine Zukunftsperspektive mehr bot, begann bereits vor zweieinhalb Jahren die Suche nach einem neuen ERP-System. Dabei identifizierte das Projektteam zwei bei Branchenkollegen häufig genutzte Lösungen, deren Hersteller ihre Produkte im Hause Borrmann vorstellen durften. Harald Heidt, IT-Leiter bei Borrmann, berichtet: „Wir haben dann nach einer eintägigen Präsentation herausgefunden, dass ‚eNVenta‘ das perfekte System für unsere Branche ist. Darüber waren sich alle Entscheider schnell einig.“
Ein wichtiges Kriterium für das Handelsunternehmen sei die große Flexibilität der Lösung gewesen. Die IT-Abteilung soll zukünftig mithilfe der „eNVenta“-Entwicklungsumgebung „Framework Studio“ und des Reporting-Werkzeugs „Crystal Reports“ selbstständig Anpassungen vornehmen können. Deshalb baut Borrmann eigenes Know-how in der Softwareentwicklung auf – auch um ein höheres Maß an Unabhängigkeit zu erlangen. Sehr gut komme im ERP-Projektteam der breite Leistungsumfang der Standardsoftware „eNVenta ERP“ an und die umfassenden Schnittstellen etwa zu Nordwest, Nexmart und zur Tourenplanungslösung PTV. Die Recherchefunktionen, Statistiken und Auswertungen des Systems sowie die Fokus-Funktion, die die Abhängigkeiten von Vorgängen grafisch darstellt, und die Cockpit-Funktion Zoom bezeichnet Heidt als sehr beindruckend.
Apps auf mobilen Geräten
Zu den kundenspezifischen Entwicklungen, die ERP Novum für Borrmann umgesetzt hat, zählen auch drei Apps für mobile Handheld-Geräte. Auf der Basis des App-Baukastens von „eNVenta“ sind eine Logistik-App, eine Thekenverkaufs-App und eine Service-App entstanden, welche Teilfunktionalitäten des ERP-Systems auf den mobilen Geräten komfortabel nutzbar machen soll. Beispielsweise werden Reparaturaufträge für die hauseigene Werkstatt oder Entnahmen aus dem Außenlager mit den Handhelds erfasst. Das gesamte Firmengelände ist deshalb lückenlos mit WLAN ausgeleuchtet. Ein Ziel des Unternehmens ist es, immer mehr Prozesse papierlos abzuwickeln. Die Zusammenarbeit mit dem Systemhaus ERP Novum schätzt IT-Experte Heidt als sehr produktiv ein.
Die gesamte Softwarelösung von Borrmann wird unter Microsoft Azure im Rechenzentrum in Dublin betrieben werden. Konsequenterweise hat das Unternehmen ergänzend auch seine Office-Software in die Cloud verlegt. Das IT-Team soll auf diese Weise von der Betreuung der Hardware entlastet werden, damit es die knappen Ressourcen für strategische Themen einsetzen kann.
Aktuell werden die 140 Anwender im Unternehmen durch die Gruppe der Key User im Umgang mit der neuen Softwarelösung geschult. Hierbei kommen auch selbst produzierte Schulungsvideos zum Einsatz. Ursprünglich sollte im Laufe des 1. Halbjahres 2020 der Echtstart des neuen ERP-Systems in Fernwald über die Bühne gehen, doch aufgrund der Corona-Pandemie hat sich – wie in nahezu jedem Unternehmen – die Planung nach hinten verschoben. Der Echtstart soll schnellstmöglich in der 2. Jahreshälfte erfolgen.
Neuer Webshop
Auch die Berliner W+M Weissensee Metallwaren GmbH als Fachgroßhandel für Sicherungstechnik hat die Dienste von Nissen & Velten in Anspruch genommen. Seit dem 30. März können die Kunden einen neuen, multifunktionalen B2B-Webshop nutzen. Die Basis dafür ist die E-Commerce-Lösung „eNVenta eGate“.

In der Vergangenheit hatte das Unternehmen, das einige Spezialprodukte auch selbst herstellt, die Shop-Lösung seines französischen Hauptgesellschafters mitgenutzt, was sich aber aufgrund unterschiedlicher Anforderungen als nicht zielführend erwiesen hatte. Auch die Nutzung eines separaten Produktinformationsmanagementsystems, das nicht hinreichend mit der ERP-Lösung und dem inzwischen abgelösten Webshop verknüpft war, führte zu Medienbrüchen bei der Auftragsbearbeitung und Inkonsistenzen in den Artikelstammdaten und Merkmalen.
Auf der Suche nach einem effektiveren Workflow wurde das Unternehmen, dessen 20 Mitarbeiter bereits seit 2012 mit „eNVenta ERP“ arbeiten, bei Nissen & Velten fündig: Zunächst überführten die Mitarbeiter die Artikelmerkmale aus dem PIM-System in die Katalogverwaltung des ERP-Systems. Im März dieses Jahres richtete W+M mit Unterstützung des Software-Hauses den neuen Webshop auf der Basis von „eNVenta eGate“ ein. Das Zusammenspiel von ERP-System mit der Katalogverwaltung als Produktinformationsmanagementsystem sowie dem neuen Webshop ist aus Sicht von Thomas König, Geschäftsführer von W+M Weissensee Metallwaren, das Highlight seiner neuen E-Commerce-Lösung. „Diese Verzahnung ermöglicht uns eine enorme Schlagkraft“, freut sich König.
Auch die Anpassung der Benutzeroberfläche des Webshops an das Corporate Design des Unternehmens erwies sich als einfach. Aufgrund der vorhandenen Einstelloptionen erfüllte der Webshop auch ohne Einsatz eines Webdesigners alle Ansprüche an die Außendarstellung des Unternehmens.
Die Kunden finden nach der Anmeldung im neuen Webshop von W+M ihre gesamte Kundenhistorie seit dem Jahr 2012 wieder. So können sie zum Beispiel Rechnungen suchen oder recherchieren, welches Spezialschloss vor sechs Monaten eingebaut wurde. Die leistungsfähige Produktsuche und die adaptive Darstellung auf mobilen Geräten seien ebenfalls sehr nützlich. Aktiv arbeiten will W+M mit der Funktion „Bestelllisten“ im Webshop. Sie soll bei der Verzahnung des Webshops mit den regelmäßig versendeten, zwölfseitigen Print-Katalogen helfen. Die Kunden sollen verstärkt auf den Online- Kanal gelenkt werden und in der Bestellliste im Webshop die aktuell im Katalog beworbenen Produkte sowie ergänzende Artikel auf einen Blick finden.
Der neue Webshop, in den der Nordwest-Handelspartner W+M auch Artikel des Zentrallagers der Verbundgruppe integriert hat, wurde innerhalb nur eines Monats aufgesetzt.
Podcast für den Großhandel

„Digitalisierung im Großhandel“ heißt die neue Podcast-Reihe des Softwarehauses Nissen & Velten. Das Audioangebot wendet sich primär an Geschäftsführer und IT-Entscheider im Handel. In der aktuellen Episode berichtet Geschäftsführer Jörg Nissen im Interview über „Künstliche Intelligenz im ERP-System“ und das neue Modul „eNVenta Analytics“. Lutz Thielemann, Consulting-Leiter bei Nissen & Velten, spricht in der Episode „ERP-Software erfolgreich einführen“ über mögliche Hürden und Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung von ERP-Projekten. Das Angebot der verfügbaren Folgen, die jeweils um die 30 Minuten dauern und ein Thema behandeln, soll fortlaufend ausgebaut werden.
Günter Velten, Geschäftsführer Nissen & Velten, sagt über das neue Podcast-Angebot: „Wir stellen Interessenten und Kunden seit vielen Jahren Informationen über Kundenmagazine, unsere Website, Newsletter und Videos zur Verfügung. Mit dem Medium Podcast wollen wir neue Zielgruppen erreichen und Themen vertiefen, mit denen sich die Zuhörer auch mobil und unterwegs beschäftigen können.“
Der Podcast „Digitalisierung im Großhandel“ lässt sich mit dem integrierten Webplayer auf der N&V-Website anhören: www.nissen-velten.de/mediathek/podcasts/. Alternativ werden die Episoden auf Streaming-Plattformen wie Spotify, Deezer und Apple Podcasts zur Verfügung gestellt. Natürlich lassen sich die Sendungen auch mit Podcatchern – speziellen Podcast-Apps –wie beispielsweise Overcast (iOS) oder Antenna Pod (Android) anhören und abonnieren. Die Adresse des RSS-Feeds des Podcasts lautet: