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20.08.2019 Branche im Blick erstellt von Dorothea Körber

Arbeitszeiterfassung: Die Folgen eines Urteils

Während manch ein Arbeitnehmer mit nirgends offiziell verzeichneten Überstunden und fehlendem Ausgleich sich wohl freuen wird, sehen Arbeitgeber das von Kurzem verkündete EuGH-Urteil zur verpflichtenden Zeiterfassung teilweise kritisch – es würde zu mehr Bürokratie führen und entspräche nicht den modernen Arbeitswelten. Dass es praktikable, digitale Lösungen zur Zeiterfassung am Arbeitsplatz gibt, zeigt die Industrie.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 14. Mai 2019 (Rechtssache C-55/18) fordert verpflichtende nationale Regelungen für Arbeitgeber, ein System zur Arbeitszeiterfassung zu schaffen. Das soll objektiv, verlässlich und allen Arbeitnehmern zugänglich sein. „Damit spielt das Gericht Arbeitnehmerschutzrechte gegen Vertrauensarbeitszeit aus“, sagt Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und befürchtet Nachteile. „Wir erwarten heute immer größere Flexibilität, Mobilität und Erreichbarkeit. Unsere Bauunternehmen arbeiten mit komplexen Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten, die heute schon an der Zumutbarkeitsgrenze liegen.“ Er warnt davor, das Urteil zum Anlass für weiter verschärfte Arbeitgeberpflichten bei der Arbeitszeiterfassung zu nehmen. Im gewerblichen Bereich und bei unteren Entgelten im Angestelltenbereich seien schon die heutigen Regelungen mit Aufwand im Interesse der Mindestlohnkontrolle verbunden. Sollte sich das künftig bei flexibel tätigen Angestellten fortsetzen, gingen davon auch atmosphärische Störungen zulasten von Arbeitnehmern aus, mutmaßt Babiel.

Auch das „Zentrum für Arbeitgeberattraktivität“ Zeag hat sich mit dem Urteil beschäftigt und dazu 50 Arbeitgeber befragt…

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