Die KfW-Bank bietet die richtige Förderung für den Einbruchschutz. Foto: Pixabay

Förderung für den Einbruchschutz

Einbruchschutz ist teuer, sollte aber nicht vernachlässigt werden. Hier können Förderungen wie von der KfW-Bank Abhilfe schaffen. Denn wer zum Beispiel Fenster und Türen nachrüsten möchte oder über die Anschaffung einer Alarmanlage, vielleicht sogar in Verbindung mit Smart-Home-Technik, nachdenkt, kann dafür Fördergelder von der staatlichen KfW-Bank bekommen oder die angefallenen Kosten von der Steuer absetzen. Das müssen Mieter und Hausbesitzer für die staatliche Förderung wissen.

Wie hoch ist die Förderung für Einbruchschutz?

Die Höhe der Förderung für den Einbruchschutz liegt zwischen 50 und maximal 1.600 Euro pro Wohneinheit – abhängig von der Investitionssumme. In der Förderung inbegriffen sind Material- als auch Handwerkerkosten. Keinen Zuschuss gibt es, für beziehungsweise geförderten Kredit, sowie für die eigene Arbeitsleistung oder privater Helfer.

Die Fördersumme lässt sich so errechnen: Auf die ersten 1.000 Euro der förderfähigen Investitionssumme legt die KfW-Bank 20 Prozent obendrauf. Auf jeden weiteren Euro zehn Prozent. Wer also zum Beispiel 5.500 Euro in Einbruchschutz investiert, erhält demnach folgende KfW-Förderung:

  •  20 Prozent auf 1.000 Euro entsprechen 200 Euro
  •  10 Prozent von 4.500 Euro entsprechen 400 Euro

Der gesamte staatliche Zuschuss beträgt demnach 650 Euro

Da die Förderung für Einbruchschutz über das gleiche Programm wie die Maßnahmen zum altersgerechten Umbauen beantragt wird, kann es sinnvoll sein, beides miteinander zu verbinden. So kann beide Förderungen für eine schwellenlose, barrierefreie Balkontür, die zugleich einen hohen Einbruchschutz aufweist, angesucht werden. Der Förderhöchstbeitrag für Maßnahmen zur Barrierereduzierung und zum Einbruchschutz liegt bei insgesamt 50.000 Euro je Wohneinheit für Kredit und Zuschuss.

Es wird zwischen zwei Programmen unterschieden: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Einbruchschutz/

Sicherheitskameras schrecken Einbrecher ab. Foto: Pixabay

Wer wird von der KfW gefördert?

Jeder, der in eine einbruchhemmende Maßnahme bei einer bestehenden Immobilie investiert, kann einen Antrag auf Förderung für Einbruchschutz bei der KfW-Bank stellen.

Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Baumaßnahme gestellt werden.

Welche Maßnahmen zum Einbruchschutz werden gefördert?

Mechanische Sicherungen sollten beim Einbruchsschutz an erster Stelle stehen. Eigentümer und Mieter sollten vor allem in diese Form der Sicherheitstechnik investieren, rät die Polizei. Entsprechend ist die KfW-Förderung ausgerichtet. Folgende Maßnahmen finden Sie hier.

Alle Maßnahmen die gefördert werden, können Sie hier downloaden (PDF)

Wie erkenne ich gute Sicherungstechnik zum Einbruchschutz?

Verbraucher sollten bei der Nachrüstung auf zertifizierte Technik achten – und auch die KfW-Bank besteht auf technische Mindestanforderungen. Die Qualität einbruchhemmender Türen etwa sollte von qualifizierten Institutionen überwacht werden. Dazu zählen unter anderem:

  • ·         VdS Schadenverhütung
  • ·         DIN-CERTCO
  • ·         Ift Rosenheim
  • ·         PfB Prüfzentrum

Voraussetzung für eine Förderung durch die KfW-Bank ist, dass der Einbau durch ein Fachunternehmen umgesetzt wird.

Wie erhalten Hausbesitzer oder Mieter die KfW-Förderung?

Die Förderung für den Einbruchschutz läuft im Programm „Altersgerecht Umbauen“, in dessen Rahmen ebenfalls der Umbau zu barrierefreien Wohnungen gefördert wird. Zwei Förderprogramme sieht die KfW für den Einbruchschutz vor:

Finanzierung als Zuschuss

KfW-Programm 455, Investitionszuschuss Barrierereduzierung für altersgerecht Umbauen

Finanzierung als Kredit

KfW-Programm 159, Kredit für altersgerecht Umbauen und Einbruchschutz

Einbrecher kennen die Schwachstellen eines Haus. Foto: Pixabay

An welche Bedingungen ist die Förderung geknüpft?

Wer an der Förderung interessiert ist, sollte vor allem drei Dinge beachten:

  1. Beantragen Sie die Förderung, bevor Sie mit dem Umbau beginnen.
  2. Beauftragen Sie ein Fachunternehmen des Handwerks.
  3. Investieren Sie mindestens 500 Euro. Erst dann sind Sie förderberechtigt.
  4. Technische Mindestanforderungen beim Einbruchschutz

Die KfW-Anlage der Technischen Mindestanforderungen beschreibt die genauen technischen Anforderungen an die förderfähigen Maßnahmen. Neu mit aufgenommenem wurden bei den technischen Mindestanforderungen, der Einbau von Gefahrenwarnanlagen, sowie Sicherheitstechnik in Smart-Home-Anwendungen müssen für eine Förderung die Anforderungen nach DIN VDE V 0826-1 erfüllt werden und sie müssen die Einbruchmeldefunktion ohne Abweichung von der vorgenannten Norm aufweisen. Möchte man eine Förderung für einbruchhemmende Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren beantragen, müssen diese die Widerstandsklasse RC2 oder besser nach DIN EN 1627 aufweisen.

Zum Nachweis der Einhaltung der Anforderung des Merkblatts sowie der Technischen Mindestanforderungen und förderfähigen Maßnahmen stellt die KfW seit dem 1. April eine Fachunternehmerbestätigung zur Verfügung. Diese kann sich der Zuschussempfänger zur eigenen Dokumentation vom Fachunternehmer ausstellen lassen.

Zum 1. April 2019 hatte die KfW einzelne Förderbedingungen verändert. Demnach dürfen Arbeiten zum Einbruchschutz nur noch von Fachunternehmen durchgeführt werden. Materialkosten bei Eigenleistungen ebenso wie Infraschall-Alarmanlagen sind laut der KfW-Bank nicht mehr förderfähig. Dafür wurden neue Maßnahmen ins Förderprogramm aufgenommen. Die KfW bezuschusst nun auch zum Beispiel Smart-Home-Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion.

Einbruchschutz von der Steuer absetzen

Auch der Fiskus unterstützt die Investition in Einbruchschutzmaßnahmen. So lässt sich der professionelle Einbau von Alarmanlagen, Spezialfenstern, Bewegungsmeldern und Co. steuerlich als Handwerkerleistungen im Haushalt absetzen. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) erklärt, wie's funktioniert.

Ob Installation einer Gegensprechanlage, Einbau eines Mehrfachverriegelungssystems oder Montage einer Videoüberwachung: Privatpersonen, die beim selbst genutzten Haus oder der selbst genutzten Wohnung auf Einbruchschutz setzen und dafür einen professionellen Handwerker engagieren, können die anfallenden Kosten in der Regel teilweise steuerlich geltend machen. Folgende Bedingungen sind dabei zu beachten:

  • 20 Prozent der jeweiligen Anfahrts-, Arbeits-, Maschinen-, Entsorgungs- und Verbrauchsmittelkosten (zum Beispiel Aufwendungen für Reinigungsmittel) lassen sich laut VLH-Steuerexperten absetzen.
  • Allerdings kann man alles in allem nur maximal 1.200 Euro im Jahr als Handwerkerleistungen geltend machen.
  • Materialkosten werden nicht berücksichtigt. Deshalb sollten die verschiedenen Kostenarten in der Rechnung unbedingt getrennt ausgewiesen werden.
  • Als Belege kann das Finanzamt die Vorlage einer ordnungsgemäßen Rechnung sowie einen geeigneten Nachweis über die Begleichung der Summe verlangen. Wichtig dabei: Den VLH-Profis zufolge muss man den Rechnungsbetrag immer überweisen. Barzahlungen gegen
  • Quittung akzeptiert das Finanzamt nicht.

 

Wer KfW-Förderung nutzt, muss auf Steuervorteil verzichten

Generell bietet der Staat in Sachen Einbruchschutz verschiedene Fördermöglichkeiten. Wer sie nutzt, sollte darauf achten, dass das auch Konsequenzen für die Steuererklärung haben kann. Ein Beispiel: Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es Zuschüsse und Kredite rund um den Einbruchschutz. Wer diese Angebote in Anspruch nimmt, kann nach Angaben der VLH-Fachleute die dabei erbrachten Handwerkerleistungen nicht mehr steuerlich geltend machen. Durch diese Regelung will der Staat eine Doppelförderung - also sowohl über die KfW als auch über die Steuerermäßigung - ausschließen.

Durch Einbruchsschäden verursachte Kosten sind nicht absetzbar

Wenn sich Einbrecher trotzdem Zugang zu einem Haus oder einer Wohnung verschafft haben, bieten bestimmte Versicherungen - vor allem die Hausratversicherung - gegebenenfalls Hilfe. Dann werden die Aufwendungen für Reparaturen oder für den Ersatz entwendeter Gegenstände bis zu einer gewissen Entschädigungsgrenze ersetzt.

Steuerlich ist in diesen Fällen dann leider nichts mehr zu machen. Es gibt laut VLH-Profis keine Möglichkeiten, einbruchsbedingte Ausgaben in der Steuererklärung anzugeben.

Hausratversicherung unter speziellen Voraussetzungen anteilig absetzbar

Prinzipiell können die Aufwendungen für die Hausratversicherung nicht steuerlich geltend gemacht werden. Diese wertet der Staat nämlich als Sachversicherung, die nicht ausschließlich der Vorsorge dient.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Es gibt einen Fall, bei dem die Absetzbarkeit der Hausratversicherungskosten infrage kommt: Wenn sich im Privathaushalt ein beruflich genutztes Arbeitszimmer befindet, kann man den VLH-Experten zufolge die Ausgaben für die Hausratversicherung unter Umständen zumindest anteilig als Werbungskosten absetzen. Dabei lassen sich aber nicht die kompletten Ausgaben geltend machen, sondern nur der Anteil, der dem flächenmäßigen Anteil des Arbeitszimmers an der gesamten Wohnung entspricht.

Aktualisiert am 31.10.2019