13.11.2019 Branche im Blick erstellt von Silke Koppers

Smarte Rollladen: Der Antrieb zu mehr

Weltweit gibt es in 57 Ländern 119 Tochterunternehmen und 59 Vertretungen, in denen über 6 000 Menschen für Somfy arbeiten. Davon sind mehr als 400 Ingenieure am Stammsitz in Cluses/Frankreich tätig. Daher lässt sich vermuten, dass der Hersteller von Rollladen- und Sonnenschutzantrieben längst mehr entwickelt, als seine Ursprünge vor 50 Jahren vermuten lassen.

Die Antriebe für Markisen, Rollläden und andere Sonnenschutzlösungen machen bei Somfy noch das Gros des Umsatzes aus, der im Jahr 2018 rund 1,13 Milliarden Euro betrug. Auch in der Entwicklung ist das Unternehmen sehr engagiert, Verbesserungen bestehender und die Erfindung neuer Möglichkeiten voranzutreiben.

Das zeigt sich allein am Rollladenmotor „RS 100“. Er ist deutlich leiser und zudem schneller als das Vorgängermodell. Der nach eigenen Angaben erste intelligente Plug & Play-Rollladenmotor kann für zwei Fahrgeschwindigkeiten konfiguriert werden, die vom Nutzer – je nach Steuerung – aufgerufen werden können.

Der Antrieb verfügt über eine laufende elektronische Drehmomentüberwachung, eine Hinderniserkennung beim Schließen und einen Anfrierschutz. Eine Zwischenposition soll schnell und einfach individuell definiert und über einen (Hand-/Wand-)Sender oder eine „io homecontrol“-Sonnenschutzsteuerung angesteuert werden können. Die „io homecontrol“ -Technologie erlaube einfache Konfiguration und Einbindung der Antriebe in eine Hausinstallation mit den Steuerungsprodukten.

Das Lighthouse steht seit Anfang 2018 als Erlebniszentrum zur Verfügung, das Besuchern, Partnern und Mitarbeitern die Marke Somfy und die damit verbundenen Lösungen vorstellen soll.

Lighthouse, ein Gebäude als Sinnbild

Doch wie erwähnt, kümmert sich Somfy nicht nur um den Bereich, mit dem das Unternehmen groß geworden ist. Das ist unter anderem im sogenannten Lighthouse auf dem Firmengelände zu sehen. Dieser „Leuchtturm“ steht seit Anfang 2018 als Erlebniszentrum zur Verfügung, das Besuchern, Partnern und Mitarbeitern die Marke Somfy und die damit verbundenen Lösungen vorstellen soll.

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Mit Elan und einem gewissen Stolz führte Frank Schädlich, Bereichsleiter Business & Marketing Europa, Naher Osten & Afrika, das erlesene Trio an Fachjournalisten durch das originelle und innovative Gebäude, das drei Stockwerke umfasst. Der runde Bau bietet im Willkommensbereich im Erdgeschoss zunächst einen groben Überblick in die vernetzte Somfy-Welt. Ein Zähler zeigt an, wie viele Somfy-Produkte und Objekte derzeit weltweit angebunden sind. 3,996 Millionen Einheiten waren Mitte Juni auf der Anzeige zu lesen.

Ferner ermöglicht eine Informationssäule die interaktive Entdeckung des Gebäudes nach Ebenen. Um Aufmerksamkeit zu erregen, spielt der Bildschirm selbst zyklisch eine Navigations-/Einsatzanimation der verschiedenen Stockwerke ab, um die Besucher zur Interaktion anzuregen.

Dem Herzen des Gebäudes, ein lichtdurchfluteter Raum im obersten Stockwerk, nähert man sich über eine langgezogene Treppe. Auf dem Weg werden die verschiedenen Stationen der Entwicklung des Unternehmens mit Informationstafeln und Filmen veranschaulicht. Gut informiert gelangt man so in die obere Zentrale, wo gemütliche Sitzgruppen zum Verweilen einladen, eine Bar die Gäste versorgt, die gleichzeitig per Beamer weitere Präsentationen genießen können.

Hier gewährte Schädlich Einblicke in die Strategie und die Werte des Unternehmens. Zu jenen zählen Unternehmergeist, Respekt, Offenheit und Nähe – allesamt erläutert mit sinnhaften Sätzen statt den sonst häufig anzutreffenden Marketingphrasen. „Wir geben uns nicht mit dem Erreichten zufrieden und streben stets danach, Neues zu schaffen“, ist nicht nur einer dieser Sätze, sondern auch das, was Schädlich und mit ihm das Unternehmen ausstrahlt.

Dazu passt auch, dass der Architekt bei der Gestaltung des Lighthouse das Gebäude möglichst großzügig zum Himmel hin öffnen wollte, um viel Licht den Raum durchfluten zu lassen – sinnbildlich nach Höherem strebend. Die Herausforderung bestand darin, den Lichteinfall in der Lounge steuern zu können. Manchmal ist der Raum in Tageslicht getaucht, bei heruntergelassenen Jalousien wird die Aufmerksamkeit der Besucher auf das Innere des Gebäudes gelenkt – und damit unter anderem auf die Produktschätze vergangener Jahre, die dort aufbewahrt werden.

Eine weitere langgezogene Treppe führt die Besucher Stück für Stück wieder abwärts. Im 100 Quadratmeter großen Zwischengeschoss bietet sich die Möglichkeit, einen Film über die Produktvielfalt des Herstellers zu sehen, in dem gleichzeitig ihr Einsatz veranschaulicht wird. Direkt nebenan sind verschiedene Szenarien aufgebaut, aus denen sich die Somfy-Welt mittlerweile zusammensetzt. Der Raum ist von einem Grafikband umgeben, das unterschiedliche Szenarien zu verschiedenen Uhrzeiten und Themen darstellt. Vor jeder Szenerie ist ein Tisch mit den dazugehörigen Produkten aufgebaut.

In der Mitte des Raumes befindet sich ein digitalisierter runder Tisch, in den mehrere Bildschirme eingelassen sind, sowie Figuren, die verschiedene Stunden des Tages anzeigen. Stellt man diese mit einen RFID-Chip versehenen Figuren nacheinander auf eine Kontaktschleife, die ebenfalls in der Tischplatte sitzt, aktiviert die Figur ein entsprechendes Video, in dem das auf die Wand projizierte Szenario als Animation abgespielt wird. Somit sind also eine Reihe von Experimenten, Workshops, Informationsstellen oder Interaktivitäten dort eingerichtet.

Ein wesentlicher Teil von Somfys Strategie beruht auf Kooperationen und Partnerschaften mit anderen Herstellern aus unterschiedlichen Bereichen. Foto: Somfy

Erfolgreiche Kooperationen

Hier wird zudem deutlich, dass wir im Zeitalter der Kooperationen leben. Über 20 Partnerschaften pflegt Somfy bereits zu anderen Unternehmen und bietet dadurch heute Lösungen in den Bereichen Licht, Heizung, Musik, Fenster und Verschattung sowie Sicherheit und Zutrittslösungen an. Kooperationen werden dabei unter anderem mit Maco, Velux, KFV, HOPPE und G-U gepflegt.

Demnächst dürfte noch Abus dazukommen, denn beide Hersteller haben ein gemeinsames Produkt entwickelt, das in circa drei Monaten präsentiert werden soll. Dabei handelt es sich um ein Außentürschloss, das von außen mechanisch mittels Schlüssel geöffnet werden kann und von innen per App verschließbar ist.

Smarte Schließfunktionen für die Haustüre

Dies wird ein weiteres Produkt, das in die „Protect“-Welt des Herstellers eingebunden werden kann. Bereits jetzt offerieren die Franzosen mit der „Ta-Homa“-Schaltzentrale und der „Home Keeper“-Gefahrenwarnanlage eine Sicherungsmöglichkeit für das eigene Zuhause. Aufgrund der Kombination aus Funkmotoren und einem Alarmsystem können alle Rollläden im Falle eines Einbruchversuches sofort automatisch geöffnet oder geschlossen werden und somit den Einbrecher zusätzlich abschrecken, verspricht der Hersteller. Als Ergänzung sollen verschiedene Kameramodelle eine Überwachung sowohl drinnen als auch draußen gewährleisten. Das ganze System ist zudem erweiterbar um Rauch- und Wasserdetektoren sowie Bewegungsmelder.

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Doch es geht nicht nur um Sicherheit, sondern auch um Komfort. Gemeint ist damit nicht nur die erzeugbare Behaglichkeit, sondern eine Ausstattung, die es älteren Menschen ermöglicht, länger als bisher in den eigenen vier Wänden zu leben. So können die Produkte aus dem Bereich „Home Ambiance“ für verschiedene Szenarien konfiguriert werden, beispielsweise dass man morgens dank sich automatisch öffnender Vorhänge von der Morgensonne sanft geweckt wird und dazu die Lieblingsmusik ertönt. Aber auch das Licht im Haus lässt sich so einstellen, dass Wege optimal ausgeleuchtet und dadurch Stolpergefahren minimiert werden.

Die Vielfältigkeit an Möglichkeiten wird hier dem Besucher gut vor Augen geführt. Deutlich wird dabei auch, dass der Antriebsmotor von Somfy nicht länger nur im Sonnenschutz liegt.