Der Hewi Griff wird 50 Jahre. Foto: Hewi
03.01.2020 Branche im Blick erstellt von Dorothea Körber

Der Griff nach Erfolg

2019 ist ein Doppeljubiläumsjahr für Hewi: Das Unternehmen selbst gibt es seit 90 Jahren, das wahrscheinlich bekannteste Produkt, das „System 111“, ist seit 50 Jahren auf dem Markt. Zeit für einen Rückblick.

In der Beschlagbranche gab es 1969 eine kleine Revolution: Mit dem „System 111“ wurde der Türdrücker, so Hewi, erstmals farbig, und Hewi-Gründer Heinrich Wilke gilt als einer der Ersten, der Kunststoff – in den Anfängen Nylon – als Material für Türdrücker verwendete. Heinrich Wilke entwickelte den Türdrücker „111“ gemeinsam mit seinem Sohn Rudolf Wilke. Rudolf Wilke trat 1964 in das Unternehmen ein.

Anfangs hatte es der umtriebige Tüftler Heinrich Wilke, der zuvor schon mit vielen anderen Produkten mal mehr, mal weniger erfolgreich war, schwer, wie in dem Buch „Made in Bad Arolsen“ zu lesen ist: Die bestimmenden Materialien für Türdrücker damals waren Metalle, entsprechend groß waren die Widerstände der Eisenwarenhändler gegen Nylonprodukte. Die Erfahrungen mit Kunststoff waren zudem damals noch eher negative.

Man traute Hewi-Produkten nicht, war skeptisch. Doch Heinrich Wilke ließ sich nicht beirren, heißt es in dem Buch, und zeigte seine Drücker auf der Eisenwarenmesse in Köln. Um Vertrauen aufzubauen, soll er drastische Überzeugungsmethoden genutzt haben: Vor den Augen potenzieller Kunden schlug er mit einem Hammer auf einen Hewi-Drücker – und dieser hielt stand.

Doch auch das überzeugte die Fachhändler nicht in Gänze. Wilke änderte seine Strategie und wandte sich – was damals durchaus ungewöhnlich war – direkt an die Architekten. Mit Erfolg: Hewi-Produkte tauchten in Ausschreibungen auf und dadurch auch nach und nach vermehrt im Fachhandel.

Im Rückblick scheint es da fast schon wie Ironie, dass der Fachhandel, als Hewi Ende der 80er-Jahre auch Beschläge aus Edelstahl ins Programm aufnahm, das anfangs gar nicht richtig wahrnahm.

Wie die Geschichte der Design-Ikone „111“ weiterging und welche zukünftige Ausrichtung auf sie wartet, lesen Sie in der Ausgabe 11.2019 von Schloss- und Beschlagmarkt. Außerdem haben Sie die Möglichkeit den einzelnen Artikel im RM-Handelsmedien-Select Shop zu erwerben.

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