03.03.2020 Branche im Blick erstellt von Dorothea Körber

Kiwi.ki: Neue Partnerschaften

Kiwi
Foto: Kiwi.ki
Karsten Nölling
Karsten Nölling. Foto: Kiwi

Kiwi.ki ist vor knapp acht Jahren angetreten, dass Schlüsselmanagement vor allem in der Wohnungswirtschaft zu digitalisieren – und ließ dabei den Fachhandel bisher außen vor. Nun hat das Unternehmen seine Strategie geändert und geht Partnerschaften mit dem Fachhandel ein. Wir befragten Karsten Nölling, Vorsitzender der Geschäftsführung, zum neuen Weg.

Über 103 000 Wohneinheiten sind nach Angaben des Berliner Unternehmens an die Kiwi-Infrastruktur angeschlossen, mehr als 598 Wohnungsunternehmen sollen zu den Kunden gehören. Und jetzt das: Auf der Webseite von Kiwi.ki kann der Besucher neuerdings den Reiter „Fachhandel“ anklicken. Dort findet sich, nebst einem Kontaktformular, ein Aufruf, dass Kiwi Fachhandelspartner sucht. Früher setzte das Unternehmen ausschließlich auf den Direktvertrieb. Wir haben Karsten Nölling, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kiwi, zur neuen Strategie befragt.

Kiwi wendet sich neuerdings an den Fachhandel. Früher haben Sie „nur“ auf den Direktvertrieb gesetzt. Was hat Sie zu dieser Strategieänderung bewogen?

Das hat mehrere Gründe: Zum einen wurden wir immer wieder vom Fachhandel angesprochen, ob es nicht Möglichkeiten gibt, Kiwi auch direkt zu vertreiben, installieren und betreuen zu können. Zum anderen haben unseren Kunden in der Wohnungswirtschaft gefragt, ob sie Kiwi nicht auch beim Fachhändler kaufen, installieren und betreuen lassen können, bei dem Sie bisher schon Kunde sind. Drittens wachsen wir Deutschlandweit stark und suchen regionale Partner für dieses Wachstum.

Seit wann suchen Sie Partner im Fachhandel?

Aktiv sprechen wir seit Anfang des Jahres mit möglichen Partnern.

Wie viele Fachhandelspartner konnten Sie bisher gewinnen und wo sitzen diese? Wonach werden die Partner ausgewählt?

Wir konnten bisher sechs Partner gewinnen, die in Deutschland verteilt sind. Wir suchen regionale Champions und möchten über enge Partnerschaften auf Augenhöhe mit den Partnern wachsen. Das heißt wir möchten die Zahl der Partner auf jeden Fall weiter erhöhen, setzen aber auf Qualität und enge Bindung statt auf Quantität.

Gibt es erste Erfahrungswerte in der Zusammenarbeit, von denen Sie berichten können?

Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv, von konkreten Fallbeispielen berichten wir gern im Laufe des Jahres.

Kiwi feiert in diesem Jahr achtjähriges Bestehen. Wie haben Sie die letzten Jahre erlebt?

Kiwi hat viel Aufbauarbeit in der Branche der Wohnungsunternehmen und in die Weiterentwicklung der Technologie investiert. Während Anfangs viele Wohnungsunternehmen die Digitalisierung des Schlüssels noch als kurzfristige Modeerscheinung betrachtet haben, ist heute das allgemeine Verständnis, dass der physische Schlüssel auch für Mehrfamilienhäuser ausgedient hat und es nur eine Frage der Zeit ist, bis er nicht mehr genutzt wird. Auch in der Industrie hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass cloud-basierter Zugang als Service die Technologie der Zukunft ist – was ebenfalls vor acht Jahren noch nicht so war.

Weitere Informationen zum Smart Home Bereich finden Sie in der Rubrik "Smarte Gebäude" auf Fenster-Türen-Technik.

Zu Smarten Gebäuden

Kiwi kooperiert mit etlichen Unternehmen. Welche Strategie steckt dahinter?

Türzugang als Service für Mehrfamilienhäuser ist ein komplexes Produkt mit sehr viel Nutzern. Man muss vom Eigentümer einer Immobilie über den Bewohner bis zum Dienstleister alle an einen virtuellen Tisch bringen. Das funktioniert über Partnerschaften sehr gut.

Das Thema digitaler Zutritt ist aktueller denn je, immer mehr Hersteller bringen Produktlinien dazu auf den Markt. Wie empfinden Sie das Miteinander der Marktbegleiter?

Wir freuen uns, dass auch etablierte Hersteller die Zeichen der Zeit erkannt haben und fühlen uns in unserem Tun bestätigt. Mit zunehmendem Anbietern ist es wichtig, dass im Sinne der Nutzer jetzt einige grundsätzliche Standards etabliert werden. Besonders wichtig sind hier beispielsweise offene und sichere API-Softwareschnittstellen. Hier haben wir zum Beispiel mit anderen Unternehmen die Initiative Digitaler Türzugang (IDiT) gegründet, die sich unter anderem für technische Standards stark macht.

Mit welchen drei Adjektiven würden Sie Ihre Kundschaft, die Wohnungswirtschaft, beschreiben? Sie dürfen Ihre Antwort natürlich auch gern erläutern ...

Verlässlich: Es dauert etwas, dass sich die Branche neuem öffnet. Wenn sie das aber tut, ist sie typischerweise auch stabil.

Langfristig denkend: Die Branche baut und betreibt Immobilien für Jahrzehnte und Jahrhunderte, entsprechend denkt sie in langen Zyklen.

Zunehmend innovativ: Das Verständnis, dass Technologie die Objekte und Prozesse der Branche verändert ist angekommen und die Branche öffnet sich verschiedenen Themen zunehmend, oft auch angetrieben durch Prop-Tech-Unternehmen.

Wenn Sie Fachhändler sind und mehr dazu wissen möchten, dann finden Sie weitere Informationen hier:

https://kiwi.ki/unternehmen/fachhaendler-werden/