Maco-Geschäftsführer Mark Hamori und Frank Holzäpfel, Geschäftsbereichsleiter Industry und Mitglied der Geschäftsleitung von Sika Deutschland. Foto: Redaktion/jule

Salzburger Sicherheitstage: Sicheres Zusammenspiel

Um die Sicherheit an Fenstern und Türen entlang der gesamten Wertschöpfungskette drehte sich alles bei Maco am 21. und 22. November 2019.

Die ersten Sicherheitstage begannen mit der Definition der Eigenschaften, die Fenster und Türen erfüllen müssen, um Normen und Gesetzen und nicht zuletzt den Wünschen ihrer Auftraggeber zu entsprechen. Wie spielen die Komponenten zusammen? Wie wirken Beschläge bei großen Glasflächen, und was macht die Verklebung in dieser Dreieckskonstellation?

„Die Wahl der richtigen Komponenten an einem Fenster muss immer im Verbund aller zusammenwirkenden Kräfte gesehen werden – von der Produktion über den Einbau bis zur Wartung und Dokumentation der Nachweise“, sagt Mark Hamori in seiner Eröffnungsrede, seit diesem Sommer Geschäftsführer Vertrieb & Marketing bei Maco in Doppelspitze mit Guido Felix, Geschäftsführer Produktion, Technik, Supply Chain, Qualität, IT, HR.

Qualität entstehe erst durch das perfekte Zusammenspiel aller am Fertigungsprozess Beteiligten – Glas, Rahmenprofil, Verklebung, Beschläge und Montage – in Kombination mit den richtigen Applikationstechniken und Anwendungstechnologien. Abgerundet werde sie mit Services, die den Verarbeiter unterstützen, um dem Endkunden maßgeschneiderte und wartungsarme Produkte zu liefern. Auch Datenservices würden an Bedeutung gewinnen.

Maco sieht sich laut Hamori als Systemanbieter, als „Multi-Spezialist“, der sich nicht im Wettbewerb mit den Günstig-Anbietern sehen möchte. Es gehe unter anderem darum, Alleinstellungsmerkmale zu haben, „um sich in einem relativ harten Markt zu differenzieren.“

Auf den Sicherheitstagen gehe es nun auch darum, Alternativlösungen zum Standard aufzuzeigen – gemeinsam mit dem Veranstaltungspartner Sika.

Denn: Eine Synergie, um mehr Sicherheit am Fenster zu bieten, ist die des Beschlages und der Verklebung – auch deswegen war der Partner Sika für die Veranstaltung gut gewählt. Frank Holzäpfel, Geschäftsbereichsleiter Industry und Mitglied der Geschäftsleitung von Sika Deutschland, spielte dementsprechend lobend auf die Gemeinsamkeiten der beiden Unternehmen an.

CE-Kennzeichnung praxisnah

Die zweitägige Veranstaltung teilte sich – mehr oder minder – in einen Theorietag mit Fachvorträgen am Donnerstag und mit verschiedenen praxisrelevanten Workshops am zweiten Tag, den die Teilnehmer in Rotation besuchten.

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Den Auftakt der Vortragsreihe machte am Donnerstag Klaus Auersberg, Leiter der Maco-Academy. Er sprach über die Chancen, aber auch Tücken der CE-Kennzeichnung, die Verarbeitern viele Herstellungs- und Dokumentationsschritte abverlangt. Es gebe teilweise ein fehlendes Haftungsbewusstsein der Bauelementehersteller, mahnte er, und stellte die neue Maco-Academy vor, die neben vielen weiteren Angeboten, mit „CE4ALL“ ein praxisnahes und alltagstaugliches Online-Tool bietet, mit dem die CE-Kennzeichnung organisiert werden kann (siehe dazu auch Seite 11).

Neben der CE-Kennzeichnung hat die Maco-Academy, deren Vorläufer 2004 mit dem Thema Einbruchhemmung gestartet war und seitdem an über 900 Lizenznehmer RC-Lizenzen vergeben hat. Zehn Jahre später kam ein vielfältiger Prüfservice – beispielsweise TBDK-Tests (Befestigung tragender Beschlagteile von Dreh- und Drehkipp-Beschlägen), Dichtheit, Dauerfunktion und Einbruchhemmung – dazu. Wie diese und andere Prüfungen in Salzburg durchgeführt werden, bekamen die Teilnehmer der Sicherheitstage am zweiten Tag bei der Maco-Betriebsführung zu sehen.

Die Academy teilt sich heute in die drei Bereiche Norm-Know-how, CE-Kennzeichnung und RC-Einbruchhemmung, je mit den Modulen Schulung/Training, Lizenz und Test. Jeder Bereich hat seinen eigenen, spezialisierten Maco-Experten, der den Kunden und Teilnehmern zur Seite steht. Die Absicht hinter dem Academy-Konzept sei, dass sich die Teilnehmer dank und mit Maco weiterentwickeln und die zufriedenen Teilnehmer zu Botschaftern des Beschlagherstellers werden.

Nach Auersberg sprach Matthias Dick, Business Development Manager bei Sika, über die Vorteile und  die neueste Technologie der Fenster- und Scheibenverklebung.

Empfehlungen aus der Praxis in Sachen Einbruchhemmung, zur KfW-Förderung und zu den Errichter- und Herstellerlisten der Polizei hatte Sepp Moosreiner vom Bayerischen Landeskriminalamt für die Teilnehmer mitgebracht.

„Sicherheit auf dem Prüfstand“ – unter dieser Überschrift stand der Vortrag von Di-plom-Ingenieur Heinz Pfefferkorn von dem österreichischen Bauplanungs- und Beratungsunternehmensgruppe Bau Dornbirn und Geschäftsleiter des Gdb Lab. „Zwischen Können und Dürfen gibt es einen großen Unterschied“, erklärte der Fachmann und wies auf die verschiedenen Faktoren, Normen und Gesetze hin, die auf die Brauchbarkeit, die Verwendbarkeit und die Anwendung einwirken. „Es geht nicht darum, dass Sie ein Fenster herstellen können, sondern dass Sie ein Fenster herstellen dürfen“, so sein Hinweis.

Über (Rechts-)Sicherheit aus dem Blickwinkel eines Gutachters sprach im Anschluss der Sachverständige Rudolf Exel vom gleichnamigen Sachverständigenbüro. Er berichtete von einigen spektakulären und auch teils tragischen Fällen aus seiner Gutachtertätigkeit, gab teils präventive Verhaltenstipps und erklärte die rechtlichen Zusammenhänge. 

„Wind- und Wasserspiele“ im Prüfzentrum

Am Freitagvormittag ging es dann praxisnah direkt ins Geschehen. Maco öffnete sein Prüfzentrum für die Teilnehmer. Diese konnten sich live ansehen, wie Standard- und RC 2-Fenster auf Einbruchschutz und Terrassentüren auf Wind und Schlagregen geprüft wurden. In einzelnen Workshops und Produktvorführungen konnten die Teilnehmer Produkte wie Türschlösser und Schiebetüren, einen Funksensor zur Fensterüberwachung und Fenstertechnik sehen und testen. Zudem erfuhren sie vom Veranstaltungspartner Sika von den neuesten Maschinentechnologien und Techniken in der Verklebung. Abgerundet wurde der Branchentreff mit einer Maco-Betriebsführung und Tests am mobilen Prüfstand des Gdb Lab.

Die beiden Veranstalter planen eine Fortsetzung des Formats zu einem noch nicht festgesetzten Zeitpunkt.

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