Durch die Corona-Pandemie haben sich die Aussichten im Metallhandwerk Nordrhein-Westfalens stark verschlechtert – hier rechnen drei von vier der befragten Unternehmen mit einer deutlichen Verschlechterung im nächsten Halbjahr. Grafik: Fachverband Metall NW

Bauwirtschaft

30. March 2020 | Teilen auf:

Corona trifft Metallhandwerk hart

Im jetzt erschienenen Quartalsblitzlicht des nordrhein-westfälischen Metallhandwerks sind sieben von acht Metallern direkt von der Corona-Krise betroffen. Sinkende Auftragseingänge (62 Prozent), unterbrochene Lieferketten und Montageverbote bei nahezu jedem vierten Unternehmen und Stornierungen bestehender Aufträge bei jedem siebten Unternehmen treiben schon jetzt fast jedes dritte feinwerkmechanische Unternehmen in die Kurzarbeit. Nahezu 70 Prozent der nordrhein-westfälischen Metaller ziehen Kurzarbeit zum Ende März ernsthaft in Betracht, teilt der Fachverband Metall NW mit.
Dabei haben sich nicht nur die Aussichten stark verschlechtert – hier rechnen drei von vier der befragten Unternehmen mit einer deutlichen Verschlechterung im nächsten Halbjahr – sondern auch die aktuelle wirtschaftliche Lage ist deutlich beeinflusst. Gut 40 Prozent der Feinwerker und immerhin auch zehn Prozent der baunahen Metallbauer beurteilen die Situation aktuell von mangelhaft bis ungenügend. Demgegenüber sind die positiven Einschätzungen aus dem Januar – hier hatten fast 50 Prozent ihre Lage als gut oder besser eingeschätzt – eingebrochen: Mittlerweile äußert sich nicht einmal ein Viertel der Metaller so positiv.
Diese Einschätzungen haben direkten Einfluss auf die Investitionsneigung im Metallhandwerk. Waren zu Jahresbeginn noch knapp die Hälfte der metallhandwerklichen Unternehmen Investitionen gegenüber positiv gestimmt, so hat sich dieser Wert halbiert. Lediglich gut 24 Prozent der befragten Unternehmen plant mit Investitionen in diesem Jahr.
Doch auch neben der Corona-Krise geht das Unternehmensleben weiter. Die als zentral empfundenen Herausforderungen sind nach wie vor der Fachkräftemangel bei gut jedem zweiten Unternehmen. Nahezu gleichauf bei 40 Prozent folgen der befürchtete Auftragsmangel gepaart mit sich verschärfendem Preiswettbewerb. Anscheinend wirken die politischen Maßnahmen zur Liquiditätssicherung mittels Krediten. Zwar ist die Nennung der Kreditvergabe als Herausforderung um gut fünf Prozentpunkte gestiegen, sie liegt mit aktuell 16,14 Prozent der Antworten jedoch nach wie vor auf dem letzten Platz.