Im April und Mai 2020 hat Bau-Info-Consult insgesamt 600 Bauakteure in Telefoninterviews um eine Einschätzung gebeten, welche drei Entwicklungen aus ihrer Sicht 2020 und 2021 das Baugeschehen am meisten prägen werden. Grafik: Bau-Info-Consult

Bauwirtschaft

23. June 2020 | Teilen auf:

Corona und Fachkräftemangel bestimmen das Baugeschehen

Im April und Mai 2020 hat Bau-Info-Consult insgesamt 600 Bauakteure in Telefoninterviews um eine Einschätzung gebeten, welche drei Entwicklungen aus ihrer Sicht 2020 und 2021 das Baugeschehen am meisten prägen werden.
Kein anderes Thema habe so umfassende Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit der Baubranche wie die Folgen der Coronakrise: Das beginne mit den neuen Abstands- und Hygienevorschriften auf der Baustelle. Auch der Umgang mit Mitarbeitern oder Subunternehmern in Quarantäne halten laut Bau-Info-Consult die Betriebe auf Trab. Nicht zuletzt sollte man den bürokratischen Aufwand nicht unterschätzen, der auf Betriebe zukommt, die Maßnahmen wie Soforthilfen, KfW-Sonderkredite oder Kurzarbeit in Anspruch nehmen müssen. Und die Einführung der neuen Mehrwertsteuersätze werde gerade viele kleinere Baufirmen mit Zusatzaufwand in Atem halten, da in den Übergangsprojekten erst einmal komplizierte „gemischte“ Berechnungen mit unterschiedlichen Steuersätzen für Leistungen vor und nach dem Stichtag erstellt werden müssten.
Doch über diese organisatorischen Probleme hinaus seien in den nächsten zwei Jahren vor allem auch mögliche wirtschaftliche Folgen zu verkraften. Allerdings seien die Bauakteure hier bemerkenswert gelassen: Nur jeder zehnte gehe davon aus, dass die nächsten zwei Jahre dauerhaft von konjunktureller Unsicherheit bestimmt werden.
Zudem halten laut der Umfrage 40 Prozent auch den Fachkräftemangel für ein bestimmendes Thema der nächsten Jahre. Da zuletzt die Arbeitskräftenachfrage am Bau zum ersten Mal seit 2009 ernsthaft zurückging, sei das in der aktuellen Situation ein gutes Signal: Denn wem Fachkräfte fehlen, habe auch noch genug Aufträge, um sie einzusetzen.