In der Beschlagbranche gab es 1969 eine kleine Revolution: Mit dem „System 111“ wurde der Türdrücker, so Hewi, erstmals farbig, und Hewi-Gründer Heinrich Wilke gilt als einer der Ersten, der Kunststoff – in den Anfängen Nylon – als Material für Türdrücker verwendete. Heinrich Wilke entwickelte den Türdrücker „111“ gemeinsam mit seinem Sohn Rudolf Wilke. Rudolf Wilke trat 1964 in das Unternehmen ein.
Anfangs hatte es der umtriebige Tüftler Heinrich Wilke, der zuvor schon mit vielen anderen Produkten mal mehr, mal weniger erfolgreich war, schwer, wie in dem Buch „Made in Bad Arolsen“ zu lesen ist: Die bestimmenden Materialien für Türdrücker damals waren Metalle, entsprechend groß waren die Widerstände der Eisenwarenhändler gegen Nylonprodukte. Die Erfahrungen mit Kunststoff waren zudem damals noch eher negative.
Man traute Hewi-Produkten nicht, war skeptisch. Doch Heinrich Wilke ließ sich nicht beirren, heißt es in dem Buch, und zeigte seine Drücker auf der Eisenwarenmesse in Köln. Um Vertrauen aufzubauen, soll er drastische Überzeugungsmethoden genutzt haben: Vor den Augen potenzieller Kunden schlug er mit einem Hammer auf einen Hewi-Drücker – und dieser hielt stand.
Doch auch das überzeugte die Fachhändler nicht in Gänze. Wilke änderte seine Strategie und wandte sich – was damals durchaus ungewöhnlich war – direkt an die Architekten. Mit Erfolg: Hewi-Produkte tauchten in Ausschreibungen auf und dadurch auch nach und nach vermehrt im Fachhandel.
Im Rückblick scheint es da fast schon wie Ironie, dass der Fachhandel, als Hewi Ende der 80er-Jahre auch Beschläge aus Edelstahl ins Programm aufnahm, das anfangs gar nicht richtig wahrnahm.
Bauelemente 2020-01-03T13:45:13Z Der Griff nach Erfolg
zuletzt editiert am 24. August 2020