Ausbreitung des Corona-Virus‘
Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus‘ in Deutschland bereiten sich viele Unternehmen auf einen Ausnahmezustand vor – einerseits um die eigene Mitarbeiter, Kunden und Partner zu schützen, andererseits um den wirtschaftlichen Fortbestand sicherzustellen. Foto: Tumisu/Pixabay
02.04.2020 Fachhandel

Corona-Maßnahmen der Schloss- und Beschlag- sowie Bauelemente-Unternehmen (aktualisiert)

Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus‘ in Deutschland haben sich die Unternehmen sowohl der Schloss- und Beschlagbranche als auch der Bauelementebranche auf einen Ausnahmezustand eingestellt – einerseits um die eigenen Mitarbeiter, Kunden und Partner zu schützen, andererseits um den wirtschaftlichen Fortbestand sicherzustellen. Es wurden einige Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. So arbeiten beispielsweise die Mitarbeiter vor Ort in tage- beziehungsweise wochenweise getrennten Schichten. Wer kann, arbeitet im Homeoffice, der andere Teil im Büro mit genügend Sicherheitsabstand. Es gelten strenge Meldepflichten für Mitarbeiter, die in Krisengebieten waren oder direkten Kontakt zu infizierten Personen, als auch zu Verdachtsfällen, hatten. Über den Stand der Dinge haben uns einige Unternehmen unterrichtet:

CES hat beispielsweise am 19. März Folgendes mitgeteilt: "Zum Schutz unserer Mitarbeiter, deren Familien und Angehörigen haben wir bereits Anfang März Maßnahmen getroffen, die die Kontakthäufigkeit untereinander deutlich reduzieren. Ein Großteil unserer Mitarbeiter arbeitet aus dem Homeoffice, andere in isolierten Bereichen oder in zeitlich versetzten Gruppen. Dank der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten sind wir untereinander gut vernetzt und halten auch weiterhin den Kontakt zu unseren Geschäftspartnern. Unter der Berücksichtigung aller Hygiene-Maßnahmen ist unsere Produktion voll betriebsfähig. Dank unserer sehr hohen Fertigungstiefe können wir eingehende Aufträge termingerecht produzieren und liefern. Das geht alles nur mit motivierten und engagierten Mitarbeitern, die auch in diesen schwierigen Zeiten untereinander und mit der Geschäftsführung sehr gut zusammenarbeiten. Das zeichnet uns als verlässliches Familienunternehmen aus."

Bei Dormakaba sei die Produktionsfähigkeit der verschiedenen Herstellungswerke derzeit weitgehend gewährleistet. Es wurden notwendige Hygienemaßnahmen umgesetzt, die derzeit keine Einbußen im Produktionsvolumen verursachten. Die Erreichbarkeit der Hotline-, Service- und Vertriebskontakte sei gewährleistet. Auch die Servicetechniker stehen weiterhin zur Verfügung und werden Serviceaufträge vor Ort bearbeiten. Für vor Ort-Termine gelten spezielle Hygienebedingungen, die von den Servicetechnikern und den Kunden eingehalten werden müssen. Alle Trainings, die als Präsenzveranstaltungen geplant waren, werden zunächst bis zum 4. Mai ausgesetzt. Es wird geprüft, ob die betroffenen Trainings auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, alternativ als Online-Training (Skype oder Microsoft Teams) durchgeführt werden können oder komplett abgesagt werden müssen.

Die Siegenia-Gruppe steht nach eigenen Angaben in engem Austausch mit den Lieferanten bezüglich möglicher Lieferengpässe. Sollte erkennbar werden, dass es hier zu Schwierigkeiten kommt, werde das Unternehmen informieren. Bei den Lieferanten in China sei eine Entspannung der Situation wahrzunehmen, Lieferungen seien wieder unterwegs. Damit bleibe das Siegenia voll lieferfähig. Neben eigener Pandemie-/Notfallpläne der Lieferanten und Logistikpartner tragen auch angepasste Verfahrensanweisungen und Abläufe für Werkszutritte von Lieferanten und Fremdfirmen zur Risikominimierung bei.

Auch Hilziger meldet (20. März), dass zum aktuellen Zeitpunkt unter Berücksichtigung aller Sicherheitsvorkehrungen und Einschränkungen alle Versorgungsketten, Produktionsprozesse und Absatzabläufe gesichert seien. Somit könne derzeit gesagt werden, dass die Aufträge produziert und auch angeliefert werden können. Die Außendienstmitarbeiter seien angehalten augenblicklich Kundenkontakte und Kundenbesuche auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren.

Nordwest nimmt ab sofort (16. März) weder Kunden- noch Lieferantenbesuche vor und es werden auch keine Besucher mehr empfangen. Zusätzlich werden alle Möglichkeiten moderner Kommunikation genutzt, um mit Handels- und Lieferantenpartnern im Dialog zu bleiben.
Alle angebotenen Veranstaltungen werden, unabhängig von einer Teilnehmerzahl vorerst bis zum 20. April abgesagt beziehungsweise verschoben. Wann immer möglich, werde es dafür alternative, multimediale Veranstaltungsformate geben. Derzeit läuft alles nach Plan. „Dennoch kann es (Anmerk. d. Red.: bei längerer Dauer des Ausnahmezustandes) trotz unserer deutlich höheren Warendisposition zu Leistungseinschränkungen kommen. Hier sind alle unsere Geschäftspartner gefordert, Fachhandelspartner und Industrie, dies zu verstehen, aber auch den einen oder anderen Mut zur Improvisation aufzubringen“, erläutern die beiden Vorstände Andreas Ridder und Jörg Simon.  

Häfele teilte mit (23. März), dass die Lager in Nagold und Hannover hinreichend bevorratet seien und es bis dato keine gravierenden Verzögerungen bei den Auslieferungen gebe. Es bestehe täglicher Kontakt mit den Lieferanten und den eigenen Werken zur Aufrechterhaltung der weltweiten Lieferkette und weiteren Sicherung der Bestände. Am 1. April hat die Nagolder Gruppe nach eigenen Angaben bis auf weiteres Kurzarbeit für die Belegschaft in Verwaltung, Logistik und den Produktionswerken in Deutschland beantragt.

Der Smart-Home-Anbieter Coqon hat sich nach eigenen Angaben so aufgestellt, dass er ohne Einschränkung den Service weiterhin anbieten kann. Der Support sei zu den gewohnten Zeiten per Telefon und E-Mail erreichbar. Das Unternehmen versichert: Die Lager sind umfassend bestückt. Bestellungen aus dem Großhandel, vom Fachhandwerk und von Endkunden gleichermaßen könnten ohne Einschränkung aufgenommen, bearbeitet und beispielsweise über den Paketservice von DHL zugestellt werden.

Das Ift Rosenheim hat unter anderem folgende Maßnahmen getroffen:
• Videotelefonate und -konferenzen
• Montageservice für Probekörper, bei dem Kunden nur ihren Probekörper liefern müssen, und die Ift-Handwerker entsprechend der Montageanweisung alles montieren – auch per Videoabstimmung.
• Prüfungen (Feuerwiderstand, Luft/Wind/Wasser u.a.) mit Videobegleitung in Echtzeit.
• Mitarbeiter im Home-Office seien durch IT-Investitionen für Kunden per Mail und Telefon weiterhin uneingeschränkt erreichbar.
• Einhaltung des Sicherheitsabstandes von 1,5 bis zwei Metern durch Verringerung der Belegungsdichte in Büros und Besprechungsräumen.

Die Schulte-Schlagbaum Gruppe bittet um Verständnis (19. März), dass es trotz aller präventiven Vorkehrungen zu Verzögerungen und Einschränkungen kommen kann und eventuell geplante Termine nicht wahrnehmen beziehungsweise einhalten kann. Da die derzeitige dynamische Entwicklung ebenso wenig vorhersehbar sei wie die zukünftigen Auswirkungen auf die Lieferketten, könne das Unternehmen aktuell nur bedingt planen. Der fortlaufende Geschäftsbetrieb bleibe bestmöglich gewährleistet. 

Der weltweit agierende Überwachungskamerahersteller Mobotix aus dem rheinland-pfälzischen Langmeil hatte bereits Anfang/Mitte März seine Mitarbeiter, die privat oder geschäftlich in Risikogebiete (China/Italien) gereist waren, in häusliche Quarantäne geschickt. Geschäftliche Reisen wurden weitgehend gestoppt. Darüber hinaus soll die Belegschaft zum Beispiel durch die Möglichkeit von Home Office geschützt werden, als Vorbereitung für den Ernstfall, sollte ein Mitarbeiter positiv getestet werden. Dann ist auch eine Schließung der Zentrale nicht ausgeschlossen. 

Der Türhersteller Dextüra will seit dem 16. März alle Besprechungen und Firmenbesuche weitestgehend vermeiden und jede alternative Möglichkeit für telefonischen oder digitalen Kontakt nutzen.

Schlegel-Giesse, ein international tätiger Beschlaghersteller mit Sitz in Italien, wird die vorübergehende Einstellung der Produktion in den italienischen Produktionswerken in Agnosine und Budrio bis zum 14. April fortsetzen (Stand: 2. April). Gemäß der Empfehlungen der britischen Regierung hat der Hersteller zudem am 23. März beschlossen, den Betrieb an den britischen Standorten Aycliffe und Henlow ab dem 27. März bis mindestens 14. April zu unterbrechen. Das gilt nun auch für den Vertriebsstandort in Sant Feliu/Spanien. Nach derzeitigem Stand der Empfehlungen der Bundesregierung wird der Hamburger Standort seinen Betrieb fortsetzen.

Bei Aluprof, nach eigenen Angaben einem der führenden globalen Hersteller von Aluminiumsystemen, geht die Produktion weiter. Produkte des Herstellers sollen lieferbar bleiben und auch alle weiteren Dienstleistungen seinen Partnern und Kunden unverändert zur Verfügung stehen. Um die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus im Unternehmen zu verhindern, wurde wie bei anderen Untenehmen auch eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. „Wir werden die Situation weiterhin beobachten und Richtlinien und Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation befolgen, damit stets alle notwendigen Präventivmaßnahmen ergriffen werden“, erklärt Vorstandsvorsitzender Tomasz Grela. „Sollte sich die Lage ändern, werden wir unsere Mitarbeiter, Kunden und Partner unverzüglich über die dann notwendigen Maßnahmen informieren.“

Seit der KW 13 hat die Hettich Unternehmensgruppe in einigen Bereichen Kurzarbeit eingeführt. Dennoch sei es bisher gelungen, die Produktion und Logistik in annähernd gewohntem Umfang aufrecht zu erhalten und Lieferungen an ihre Kunden ohne Beeinträchtigungen auszuführen. Der Möbelbeschlaghersteller wird nach eigenen Angaben auch weiterhin alles tun, um die Kunden zu beliefern und den gewohnten Service anbieten zu können.

Unvermindert weiter produziert Centor, Hersteller von Faltschiebetüren mit integriertem Insekten- und Sonnenschutz. Auch unsere Vertriebsteams in Deutschland, Polen und England sind weiterhin uneingeschränkt erreichbar – vorwiegend per E-Mail, Telefon und Videokonferenz. Einzig die Lieferzeiten können sich zurzeit verlängern: Aufgrund der Zusammenarbeit mit internationalen Zulieferern sowie der intensivierten Grenzkontrollen können derzeit zeitliche Verzögerungen bei der Auslieferung der Produkte auftreten. „Es empfiehlt sich, dies bei der Projektplanung zur berücksichtigen“, so Jörg Wagner, General Manager von Centor Deutschland.

Was das Unternehmen Elumatec alles unternimmt, hat der Anlagenbauer für die Fensterindustrie auf einer eigenen Seite zusammengefasst: www.elumatec.com/de/news/corona-virus.

Viele Unternehmen betonen, dass das alle Maßnahmen nur mit ihren motivierten und engagierten Mitarbeitern gehe, die auch in diesen schwierigen Zeiten untereinander und mit der Geschäftsführung sehr gut zusammenarbeiten.

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