Umsatzentwicklung im März 2020
Der März verlief für die meisten Unternehmen im PVH noch recht gut. Für April rechnen die meisten mit Umsatzeinbußen. Grafik: ZHH
24.04.2020 Fachhandel

Corona-Auswirkungen im Fachhandel

Der PVH konnte im März ungeachtet drohender Betriebsschließungen, Kontaktbeschränkungen und der allgemeinen Verunsicherung in der Gesellschaft aufgrund der Corona-Krise ein Wachstum gegenüber dem Vorjahresmonat erwirtschaften. Das hat eine Umfrage des Zentralverbandes Hartwarenhandel (ZHH) ergeben. Trotz der Beeinträchtigungen der internationalen Lieferketten sind bisher nur vereinzelt Probleme bei der Warenversorgung und der eigenen Lieferfähigkeit festzustellen. Hingegen waren im Hartwareneinzelhandel teilweise Betriebsschließungen notwendig, die zu deutlichen Umsatzrückgängen führten. Für April rechnet der Hartwarenhandel sowohl im PVH als auch im Einzelhandel mit einer deutlichen Eintrübung der wirtschaftlichen Situation.

Zusammengenommen 53 Prozent der befragten PVH-Unternehmen bewerten die Umsatzentwicklung im März als viel besser oder besser (jeweils plus fünf Prozent) als im Vorjahresmonat und 29 Prozent als etwa wie im Vorjahresmonat – dies obwohl deutschlandweit seit dem 16. März Kontaktbeschränkungen und teilweise Betriebsschließungen angeordnet wurden. Dies kann zum einen darauf zurückgeführt werden, dass über 70 Prozent der Befragten ihre stationäre Verkaufsfläche offengehalten haben. Zudem ging die Arbeit auf Baustellen und in handwerklichen Betrieben nahtlos weiter und es wurden teilweise auch von Seiten der gewerblichen Kundschaft Hamsterkäufe beobachtet. Die Umsatzprognose für den April fällt deutlich negativer aus. Hier prognostizieren 71 Prozent der Fachhändler eine schlechtere (bis fünf Prozent Rückgang) oder viel schlechtere (mehr als fünf Prozent Rückgang) Umsatzentwicklung als im Vorjahresmonat, 24 Prozent erwarten eine Entwicklung auf dem Vorjahresniveau für den April. Die Auftrags- und Umsatzentwicklung im Werkstatt-, Montage- und Dienstleistungsgeschäft beschrieb gut die Hälfte der Befragten mit gleichbleibend.

Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Handelsunternehmen nutzen die derzeitige Situation um den eignen Onlineshop auf- oder auszubauen. Auch der Vertrieb über Onlineplattformen (19 Prozent) und soziale Netzwerke (33 Prozent) sowie digitale Beratungstools (33 Prozent) erfreut sich gesteigerter Beliebtheit und wird herangezogen, um kontaktlos Geschäfte abzuwickeln und mit den Kunden im Dialog zu bleiben. Daneben zeigt sich laut ZHH deutlich, dass die klassischen Vertriebs- und Kommunikationskanäle weiterhin eine hohe Bedeutung haben und nach wie vor stark genutzt werden. So haben 67 Prozent der PVH-Unternehmen ihr Abhol- und Liefergeschäft ausgebaut und 86 Prozent ihre telefonischen Vertriebsaktivitäten ausgeweitet. Die Branche bewegt sich stärker denn je in Richtung Multi-Channel-Marketing.

Von den Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern haben bisher zwei Drittel der PVH-Unternehmen Gebrauch gemacht. An erster Stelle steht hier die vereinfachte Möglichkeit, Kurzarbeit anzuordnen. 81 Prozent der Unternehmen haben Kurzarbeitergeld bereits beantragt oder planen dies zu tun. Betroffen hiervon sind primär Mitarbeiter im engen Kundenkontakt, wie Außendienst- und Thekenpersonal. Entsprechend kann der PVH bisher an seinen Mitarbeitern festhalten. An zweiter Stelle steht die Möglichkeit von Steuerstundungen: Hiervon haben bisher 29 Prozent der Fachhändler Gebrauch gemacht und zehn Prozent haben dies in Planung. Liquiditäts-/Soforthilfen mussten dagegen bisher lediglich 14 Prozent der Handelsunternehmen beantragen und weitere 19 Prozent planen dies.

Über 80 Prozent der PVH-Unternehmen zeigen sich mit der Unterstützung durch die Branchenverbände und Verbundgruppen zufrieden.

Abo-Digital Bauelement & Technik

Abonnement Digital Bauelement & Technik

Unterwegs immer auf dem Laufenden

Lesen Sie Bauelement & Technik wo und wann Sie wollen - dem Abo-Digital sei Dank!

weiterlesen