PVH Umsatzentwicklung
Umsatzentwicklung im PVH. Grafik: ZHH
Umsatzentwicklung Facheinzelhandel
Umsatzentwicklung im Facheinzelhandel im April. Grafik: ZHH
20.05.2020 Fachhandel

ZHH-Umfrage zur Situation im Handel zeigt Licht und Schatten

Eine aktuelle Umfrage des Zentralverband Hartwarenhandel (ZHH) zur Situation im Hartwarenhandel in der Corona-Krise hat signalisiert, dass der Produktionsverbindungshandel (PVH) – wie im Vormonat prognostiziert  –  im April eine spürbare Verschlechterung der Umsatzsituation hinnehmen musste. Die Beeinträchtigungen der Lieferketten halten sich demnach zwar noch im Rahmen, dennoch seien negative Auswirkungen auf die Warenversorgung zunehmend festzustellen. Hingegen profitiere der Hartwareneinzelhandel teilweise schon von den Wiedereröffnungen der stationären Flächen. Für Mai rechne der Hartwarenhandel sowohl im PVH als auch im Einzelhandel mit einer Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau.

Die Umsatzentwicklung im April werde von 56 Prozent der befragten PVH-Unternehmen als schlechter (bis fünf Prozent Rückgang), viel schlechter (mehr als fünf Prozent Rückgang) oder sehr viel schlechter (mehr als zehn Prozent Rückgang) als im Vorjahresmonat bewertet. Im März konnte der PVH im Durchschnitt noch ein mittleres einstelliges Wachstum erwirtschaften. Immerhin 24 Prozent verzeichnen eine gleichbleibende und 22 Prozent sogar eine bessere (bis fünf Prozent Zuwachs) oder viel bessere (über fünf Prozent Zuwachs) Umsatzentwicklung als im Vorjahresmonat.

Diese Unterscheidung dürfte laut ZHH zum einen mit den Kundengruppen zu tun haben, da Bau und Handwerk recht ordentlich laufen, während die Maschinen- und Werkzeugindustrie erhebliche Einbrüche verkraften müsse. Zum anderen könne das aber auch darauf zurückgeführt werden, dass mittlerweile wieder 93 Prozent der Befragten ihre stationäre Verkaufsfläche ganz oder teilweise geöffnet haben, und das Geschäft im B2B-Bereich von einer intensiven Außen- und Innendienstbetreuung lebe.

Die Auftrags- und Umsatzentwicklung im Montage- und Dienstleistungsgeschäft beschreiben über die Hälfte der Befragten mit gleichbleibend und über ein Drittel als schlecht, was auf eine temporäre Abflachung der Investitionsbereitschaft auf Kundenseite schließen lasse.

Von Problemen mit der Warenversorgung durch die Hauptlieferanten berichten mittlerweile 48 Prozent der Unternehmen (im Vormonat 43 Prozent). Lieferengpässe seien in fast allen Sortimenten zu beobachten.

Rund die Hälfte der teilnehmenden Handelsunternehmen nutze die derzeitige Situation, um den digitalen Vertrieb auf- oder auszubauen. Die Kunden scheinen dies zu honorieren, wird doch eine steigende Nachfrage der Kundschaft auf diesen Vertriebskanälen festgestellt. Um den sich verändernden Bedürfnissen gerecht zu werden, hat bereits die Hälfte der PVH-Betriebe neue Warensortimente aufgenommen oder diese ausgeweitet, zum Beispiel Arbeitsschutzmaterialien und Virenschutzvorrichtungen für den Ladenbau.

Die vereinfachte Möglichkeit, Kurzarbeit anzuordnen, werde anhaltend rege genutzt. So haben derzeit zwei Drittel der Unternehmen für Teile der Belegschaft Kurzarbeit angeordnet. Dementsprechend mussten sich bisher nur 9,5 Prozent der Betriebe von Personal trennen. Drei Viertel der Fachhändler haben zudem die Möglichkeit für Mitarbeiter geschaffen, im Home- Office zu arbeiten.

Im Hartwareneinzelhandel haben derweil nach Angaben des ZHH wieder alle Verkaufsstellen geöffnet, nachdem ab Mitte März rund ein Drittel der Händler ihre stationären Verkaufsflächen schließen musste.

Für den April meldeten 44 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzrückgänge verglichen mit dem Vorjahresmonat. Dagegen konnten aber auch 38 Prozent der Facheinzelhändler ein (teilweise deutliches) Umsatzwachstum erzielen. Im Vergleich zum März 2020 stiegen die Umsätze bei 46 Prozent der Facheinzelhändler, während sie bei 39 Prozent zurückgingen.

Die Auftragslage im Werkstattgeschäft sowie bei Montagen und Dienstleistungen bewerten 33 Prozent der Befragten als gut, 45 Prozent als gleichbleibend und 22 Prozent als schlecht. Von Lieferengpässen der Hauptlieferanten berichten 77 Prozent der Facheinzelhändler. Hatten im März/April noch 59 Prozent der Fachhandelsunternehmen Kurzarbeit angeordnet, sind dies nunmehr nur noch 40 Prozent. Mehr als die Hälfte der Betriebe habe Soforthilfen oder Zuschüsse von Bund und Ländern beantragt.

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