Fenstermarkt Marktdaten 2020 2021 VFF
Der voraussichtliche Fensterabsatz bleibt wie 2019 bei nur geringfügigen Änderungen auch 2020 und 2021 bei 14,8 Millionen Fenstereinheiten. (Quelle: Heinze)

Bauelemente 2020-10-27T09:49:21.902Z Fenstermarkt 2020 entgegen den Erwartungen im Plus

Entgegen der Prognose vom Mai 2020 (minus 5,5 Prozent) wird der Fenstermarkt 2020 mit Blick auf die Absatzzahlen um 0,5 Prozent auf 14,8 Millionen Fenstereinheiten (FE: 1,3 x 1,3 Meter) steigen. Das ist die Kernaussage der „Update“-Studie zur Fenstermarktentwicklung, die auf der Fachtagung „Statistik und Markt des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) am 20. Oktober präsentiert wurde. Und auch für 2021 werde nicht mit einem Markteinbruch gerechnet: Für den Fenstermarkt wird ein nur geringes Minus von 0,6 Prozent erwartet. „Die befürchteten Auswirkungen der Corona-Pandemie sind – Stand heute – nicht eingetreten“, erklärte Frank Lange, Geschäftsführer des VFF. „Allerdings hat es deutliche Verschiebungen innerhalb der einzelnen Segmente gegeben.“

Das „Herbst-Update“ der Fenster- und Außentürenmarktzahlen wurde von Christian Blanke von der Heinze GmbH vorgetragen. Wie bei dem Plus von 0,5 Prozent Fenstereinheiten im Fenstermarkt werde 2020 auch im deutschen Außentürenmarkt entgegen der bisherigen Prognose (minus vier Prozent) ein Wachstum um 1,3 Prozent auf 1,48 Millionen Stück erwartet. Und für das Jahr 2021, für das im Frühjahr noch keine Voraussage möglich war, bleiben laut Blanke die Außentüren gegenüber dem leichten Minus von 0,6 Prozent im Fenstermarkt weiterhin im Plus mit 1,2 Prozent Wachstum.

Die Stabilität im Gesamtmarkt sei allerdings mit deutlichen Verschiebungen in den einzelnen Marktsegmenten verbunden: Der Fenstermarkt im Wohnbau wächst demnach 2020 um 2,2 Prozent, während der Fenstermarkt im Nichtwohnbau im gleichen Jahr um 2,6 Prozent zurückgeht. Die Diskrepanz sei für 2021 noch deutlicher mit einem erwarteten Zuwachs von 3,3 Prozent im Wohnbau und einem voraussichtlichen Rückgang um 8,1 Prozent im Nichtwohnbau. Differenziert nach Neubau und Sanierung, wachse 2020 der Fenstermarkt Wohnbau im Neubau mit zwei Prozent und in der Sanierung mit 2,3 Prozent, während der Fenstermarkt Nichtwohnbau im Neubau mit 4,2 Prozent deutlich nachlasse. Der Nichtwohnbau in der Sanierung bleibe dagegen mit 0,5 Prozent minus stabil. Das starke Minus im Nichtwohnbau wirke sich auch im Rückgang beim Rahmenmaterial Metall im Vergleich zu den anderen Rahmenmaterialien wie Kunststoff, Holz und Holz-Aluminium aus. Gründe für die Gesamtmarktentwicklung seien die niedrigen Zinsen, die fehlende gewerbliche Investitionsbereitschaft aufgrund der Pandemie, der hohe Bedarf an Wohnraum, der historisch große Baugenehmigungsüberhang im Wohnbau und vor allem die Sanierungsbereitschaft durch die Anforderungen aus dem Klimaschutz mit den unterstützenden Förderprogrammen.

Die Konjunkturdaten sowie die Baumarktentwicklung in Deutschland stellte auf der Veranstaltung wie immer der Obmann des Statistischen Ausschusses, Holger Lipp von der Weru GmbH, vor. In Übereinstimmung mit den Fenstermarktzahlen verdeutlichte er, dass der Wohnungsbau im Gegensatz zum Nichtwohnbau praktisch nicht von der gesamtwirtschaftlichen Rezession betroffen ist. Dies verdeutlichte Lipp unter anderem mit dem Überhang von genehmigten, noch nicht fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2019, der sich mit 740.400 Wohnungen auf dem höchsten Stand seit 1998 befunden hat. Auch 2020 werden die Genehmigungen im Wohnbau weiter mit 1,8 Prozent sowie 2021 mit 8,9 Prozent steigen. Der Einbruch bei den Baugenehmigungen im Nichtwohnbau verschiebe sich entgegen der Prognose aus dem Frühjahr 2020 nunmehr nach 2021 mit einem Einbruch von 19,2 Prozent.

zuletzt editiert am 27. Oktober 2020
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