Kontrolle Wärmebildkameras, die durchweg mit Infrarottechnik arbeiten, lassen sich in unterschiedlichen Bereichen einsetzen – aktuell in der Corona-Krise auch für das „Fiebermessen“. Die Kameras haben die Eigenschaft, Oberflächentemperaturen im Bild farblich darzustellen. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob dies Gegenstände oder Personen und Tiere sind.
Ursprünglich einmal für den militärischen Bereich entwickelt, haben diese Systeme heute beispielsweise Einzug in Industrieanlagen gehalten – hier zum Beispiel im Rahmen von Überhitzungsschutz, Personen- und Objektschutz oder auch im Perimeterschutz. Dank stetiger Verbesserungen der Technik ist es möglich, Temperaturen sehr präzise zu messen.
Doch auch in vielen anderen Bereichen kommen Wärmebildkameras zum Einsatz. So in der Wildbeobachtung oder auch in der energetischen Haussanierung. Gerade hier werden Wärmebildkameras genutzt, um beispielsweise Schwachstellen in der Dämmung zu ermitteln. Bei nicht ausreichend gedämmten Gebäuden erscheinen die warmen Bereiche in den Farbtönen hellgelb bis rot. Das bedeutet: An diesen Stellen findet eine erhöhte Wärmeabstrahlung statt beziehungsweise es sind Wärmebrücken vorhanden. Kühlere Bereiche eines Gebäudes hingegen erscheinen immer in den Farbtönen blau bis violett.
Extrembeispiel China
In der aktuellen Corona-Krise können Wärmebildkameras genutzt werden, um beispielsweise bei Personen mit einer Körpertemperatur von über 38 Grad Celsius „anzuschlagen“. Personen mit einer möglichen Infektion lassen sich so sichtbar machen. Ganz konsequent wird dies bereits in China genutzt, wo Big Data allerdings eine andere Bedeutung hat als hierzulande, schrieb kürzlich die Funke-Mediengruppe. Kaum ein Land auf dieser Welt ist rigoroser in der öffentlichen Überwachung von Infizierten und Kontaktpersonen. Im gesamten Land sind über 200 Millionen Videokameras installiert, viele davon mit Gesichtserfassungssoftware.
Aktuell passieren Reisende am Pekinger Hauptbahnhof beim Verlassen der Eingangshalle Wärmebildkameras, die die Körpertemperatur erfassen. Sobald jemand Fiebersymptome zeigt, wird er vom Sicherheitspersonal herausgefischt. Im nächsten Stepp informieren die Behörden jeden Passagier in dem Waggon, in dem der Reisende saß, denn schließlich lässt sich die Identität und Telefonnummer anhand des Ticketkaufs ermitteln.
Jede Person mit Smartphone kann jederzeit geortet werden. Denn jeder, der in China eine SIM-Karte für sein Smartphone erwerben, eine App herunterladen oder eine Reise buchen möchte, benötigt hierfür eine Zustimmung von offizieller Seite. Die drei großen Telekommunikationsanbieter des Landes teilen ihre Daten dem Ministerium für Informationstechnologie wie auch der Nationalen Gesundheitskommission mit.
So beängstigend und befremdlich für viele Menschen solch eine totale Überwachung ist – in Zeiten einer Pandemie kann sie lebensrettend sein.
Vielseitige Wärmebildkameras
Auch hierzulande werden Wärmebildkameras aktuell zum „Fiebermessen“ genutzt. Gerade für die Überwachung großer Bereiche wie Flughäfen und Bahnhöfe oder zur Kontrolle der Ein- und Ausgänge von Geschäften, Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen bieten sich diese Messgeräte an. Denn es liegt im Interesse der öffentlichen Gesundheit, Risikopersonen in größeren Menschenmengen frühzeitig zu erkennen.
Nach Meinung vieler ist die Thermografie aktuell ein probates Mittel, um sowohl einzelne Personen als auch größere Menschenströme zuverlässig zu scannen.
Bei einer Kamera von Testo wird beispielsweise die Temperatur am Innenwinkel des Auges gemessen. Sobald ein kritischer Wert überschritten ist, löst die Kamera einen Alarm aus. So lassen sich Personen mit erhöhter Körpertemperatur schnell und zuverlässig erkennen.
Beim Anbieter Flir werden bei einigen Kameramodellen Wärme- und Digitalbilder miteinander kombiniert, so dass ein detailliertes Wärmebild entsteht, das alle Umrisse und Gegenstände klar und deutlich zeigt.
Diese Kameras sind als attraktiver Ersatz für Punkt-Pyrometer gedacht, denn sie erzeugen ein Wärmebild mit Temperaturdaten von jedem Bildpunkt. Die Kamera kann dabei einen ganzen Bereich erfassen, ohne jemals einen potenziellen Problembereich zu übersehen, egal wie klein er auch sein mag. Dank eines festen und fokusfreien Objektivs sind diese Kameramodelle einfach zu bedienen. Gemessen werden Temperaturen bis zu plus 250 Grad Celsius. Darüber hinaus haben viele Anbieter auch Profigeräte im Sortiment, die sich mit anderen Messgeräten oder Analysewerkzeugen kombinieren lassen.
Einsteigermodelle von Wärmebildkameras werden im Handel bereits für einige hundert Euro angeboten. Professionelle Geräte, bei denen der Messbereich bis zu plus 650 Grad Celsius reicht, kosten dagegen schnell bis zu einige tausend Euro.
Anbieter von Wärmebildkameras
Wer im Internet nach Wärmebildkameras sucht, hat schnell das Problem, sich in einem unübersichtlichen Angebot zurecht finden zu müssen. Neben Amazon sind auch die großen Online-Elektronikanbieter mit Kameras für Privatpersonen und Gewerbetreibende aktiv. Neben den Herstellern gibt es noch eine große Anzahl an Händlern, die teils eigene Systeme anbieten beziehungsweise Produkte unter ihrem Label vertreiben. Nachfolgend zur Orientierung eine alphabetische Auflistung diverser Hersteller und Händler von Wärmebildkameras, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Axis Communications AB, www.axis.com
Beha Amprobe, www.beha-amprobe.com
Bosch, www.bosch-professional.com
Chauvin Arnoux – Metrix, www.chauvin-arnoux.com
DeWalt, Stanley Black & Decker Deutschland, www.dewalt.de
Dostmann electronic GmbH, https://dostmann-electronic.de
Flir Deutschland, www.flir.de
Fluke Deutschland, www.fluke.com
Hangzhou Hikvision Digital Technology Co. Ltd, www.hikvision.com
HT Instruments GmbH, https://ht-instruments.de
InfraTec GmbH, www.infratec.de
Komerci GmbH & Co.KG, www.komerci.de
Liemke GmbH & Co. KG, https://liemke.shop
Mobotix AG, www.mobotix.com
PeakTech Prüf- und Messtechnik GmbH, www.peaktech.de
Santec BW AG, www.santec-video.com
Taurus Sicherheitstechnik Deutschland GmbH, https://taurus-sicherheitstechnik.de
Testboy GmbH, www.testboy.de
Testo SE & Co. KGaA, www.testo.com
Umarex GmbH & Co. KG, Bereich Laserliner, www.umarex-laserliner.de
