Die deutschen Schloss- und Beschlagexporte lagen im Baubereich 2017 mit rund 40,8 Millionen Euro nur geringfügig über dem Vorjahreswert. Damit blieben die deutschen Exporteure aber erneut deutlich unter dem Höchstwert aus dem Jahr 2015 (44,5 Millionen Euro). Grafik: FVSB

Bauelemente

15. March 2019 | Teilen auf:

FVSB-Ländermonitor zur Slowakei

Die slowakische Wirtschaft hat sich in den vergangenen beiden Jahren überdurchschnittlich gut entwickelt. Das BIP ist real um 3,3 beziehungsweise 3,4 Prozent gewachsen. Für das laufende Jahr gehen die Prognosen der Europäischen Kommission derzeit sogar von einem Wirtschaftswachstum in Höhe von vier Prozent auf 90,7 Milliarden Euro aus, das im Jahr 2019 noch weiter Fahrt aufnehmen soll (+4,2 Prozent) — die Schätzungen der slowakischen Regierung unter Ministerpräsident Peter Pellegrini liegen geringfügig darüber.
Diese im europäischen Vergleich außerordentlich hohen Wachstumsraten werden vorrangig vom privaten Konsum, den Investitionen aus früheren Jahren und den Exportsteigerungen getragen. Die sinkende Arbeitslosenquote und gleichzeitig hohe Lohnsteigerungen lassen den Konsum der privaten Haushalte kräftig steigen. Die steigenden Lohnkosten und erste Anzeichen von Personalmangel sorgen bei der Industrie für die vermehrte Verlagerung von Investitionen in Ausrüstung und Automatisierungstechnik. Die Automobilindustrie, Metallverarbeiter sowie die Elektroindustrie traten hier in der Vergangenheit besonders deutlich hervor.
Der mit rund 5,4 Millionen Einwohnern vergleichsweise kleine Binnenmarkt ist stark von Export abhängig. Die wichtigsten Außenhandelspartner sind Deutschland und die direkten Nachbarn Tschechien, Polen, Ungarn und Österreich. Die für die slowakische Wirtschaft so wichtige Automobilindustrie setzt aber auch beachtliche Mengen ins Vereinigte Königreich ab. Die Austrittsverhandlungen werden daher mit großem Interesse verfolgt, zumal der Ausbau der Fabrikation von Jaguar Land Rover kurz vor der Vollendung steht. Trotz derzeit guter Aussichten könnten sich mittelfristig einige Aspekte negativ auf die Investitionen auswirken. Als Hemmnis werden häufige Änderungen beim Arbeits- und Steuerrecht genannt, ineffiziente Verwaltungen, Korruption und Intransparenz bei der Vergabe öffentlicher Aufträge werden ebenfalls weiter-hin bemängelt.