Konjunkturentwicklung in den einzelnen Holzindustrie-Segmenten. Quelle: HDH

Bauwirtschaft

02. November 2020 | Teilen auf:

Holzindustrie trotzt noch der Corona-Krise

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) hat den aktuellen Geschäftsklimaindex der Holzindustrie veröffentlicht. Demnach lassen die Zahlen noch hoffen und verdeutlichen, dass sich die Holzindustrie in der Corona-Krise in den meisten Teilsegmenten bisher gut schlägt: Wie schon in den Vormonaten sei das Geschäftsklima im Oktober deutlich besser ausgefallen als im gesamten verarbeitenden Gewerbe in Deutschland. Dessen Wert sei mit +1,6 Punkten deutlich hinter dem entsprechenden Wert von +12,5 Punkten der Holzindustrie zurückgeblieben. Grund hierfür sei insbesondere, dass die heimische Nachfrage noch intakt ist: 70 Prozent des Absatzes der Holzindustrie finden laut HDH im Inland statt.

Insgesamt schätzten die Unternehmenslenker der Holzindustrie ihre aktuelle wirtschaftliche Lage den sechsten Monat in Folge positiv ein, der Wert liege im Oktober bei +19,8 Punkten (September: +14,1 Punkte). Die Erwartungen für die kommenden Monate seien im Vergleich zum Vormonat (+14,8 Punkte) aber wieder negativer ausgefallen – der aktuelle Wert liege bei +5,4 Punkten. Insgesamt sei der Konjunkturindikator des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie im Oktober leicht auf +12,5 Punkte (Vormonat: +14,7 Punkte) gesunken. Zum Vergleich: Während des Lockdowns im April habe der HDH Konjunkturindikator bei -62,3 Punkten gelegen. Der durch die erste Pandemie-Welle im Frühjahr verursachte Einbruch wurde von der deutschen Holzindustrie somit weitgehend überwunden.

Trotz der guten Entwicklung bleibe die Stimmungslage in den einzelnen Segmenten der Holzindustrie uneinheitlich. Die Unternehmen in der Sägeindustrie (+45,3 Punkte), in der Holzwerkstoffindustrie (+57,9 Punkte), im Baunahen Bereich der Holzindustrie (+74,5 Punkte) und insbesondere im Holzfertigbau (+90,6 Punkte) schätzten ihre aktuelle Situation als sehr positiv ein. Dagegen beurteile die Möbelindustrie ihre aktuelle Geschäftslage (-4,1 Punkte) verhalten und die Holzverpackungsindustrie (-26,1 Punkte) deutlich negativ.

Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate seien in den meisten Teilbranchen pessimistischer als die aktuelle Einschätzung und lassen vor dem Hintergrund der sich wieder verschärfenden Pandemie-Situation eine Verschlechterung der Lage befürchten. Einzige Ausnahme bilde noch die Holzwerkstoffindustrie: Hier erwarten die Unternehmen eine deutliche Verbesserung.

Hintergrund: Der HDH-Konjunkturindikator stützt sich auf die Ergebnisse der monatlich durchgeführten Konjunkturumfragen des Münchner Ifo-Instituts. Dabei handelt es sich um eine Befragung von repräsentativen Unternehmen aus den bedeutendsten Segmenten der Holzindustrie. Die Werte der Indikatoren bewegen sich zwischen +100 (alle Meldungen positiv) und -100 (alle Meldungen negativ) Punkten.