Erste Prop-Tech Germany 2020-Studie: Prop-Techs sehen zahlreiche Hürden für Digitalisierung der Immobilienbranche. Quelle: Pixabay/ArtTower

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13. November 2020 | Teilen auf:

Hürden für die Digitalisierung der Immobilienbranche

Die größte Hürde beim Aufbau eines Geschäftsmodells liegt für „Prop-Techs“ in Deutschland aufgrund der vorherrschenden Intransparenz in der Immobilienbranche im Zugang zu und der Auswertung von Daten. Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen „Prop-Tech Germany 2020“-Studie der Technischen Hochschule (TH) Aschaffenburg, dem auf die Digitalisierung der Immobilienbranche spezialisierten Blackprint Booster und dem Anbieter von Prop-Tech Consulting Brickalize.

Im Rahmen der Studie haben die Partner in qualitativen Interviews Vertreter von neun ausgewählten Prop-Techs (Unternehmen, die technologiebasierte Lösungsansätze für neue und bestehende Herausforderungen innerhalb der Bau- und Immobilienwirtschaft bieten), aus verschiedenen Entwicklungsphasen und mit unterschiedlichen Ausgangssituationen zu ihren Erfahrungen beim Markteintritt in die deutsche Immobilienwirtschaft und den dabei auftretenden Hürden befragt. Die Studie sei damit die erste wissenschaftliche Untersuchung in Deutschland, die die Digitalisierung der Branche aus Sicht der Prop-Techs bewerte. Sie bilde zudem den Auftakt einer Studienreihe.

Im Fokus der Interviews, die im Juli und August 2020 durchgeführt wurden, standen Fragen zur Markt- und Geschäftsentwicklung, den Voraussetzungen für die Etablierung eines Prop-Tech-Geschäftsmodells, den größten Hürden beim Aufbau eines Geschäftsmodells und Kooperationen im Prop-Tech-Markt.

Das sind die wichtigsten Studienergebnisse:

• Voraussetzungen für die erfolgreiche Etablierung eines Prop-Tech-Geschäftsmodells: Rund 80 Prozent der befragten Gründer und C-Level-Vertreter geben an, dass Ineffizienzen im persönlichen oder beruflichen Umfeld ausschlaggebende Impulse für den Aufbau ihres Geschäftsmodells waren. Um Branchenbedürfnisse zielgerecht adressieren zu können, ist nach Einschätzung der Studienteilnehmer ein umfassendes Verständnis für die immobilienwirtschaftliche Wertschöpfungskette notwendig. Da viele Prop-Tech-Unternehmen im Wesentlichen mit IT-getriebenen Geschäftsmodellen in den Markt eintreten, raten die Interviewpartner, Branchenexpertise bei Bedarf extern einzuholen.

• Die größten Hürden beim Aufbau eines Geschäftsmodells: 94 Prozent der Befragten betrachten den erschwerten Zugang zu und die Auswertung von Daten als größte Hürde. 88 Prozent geben die Heterogenität der Branche als weitere signifikante Hürde an. Auch das mangelnde Verständnis der etablierten Unternehmen für Prop-Tech-Geschäftsmodelle (75 Prozent) und der Mangel an fachlich qualifizierten wie versierten Entwicklern (75 Prozent) erschwere den Aufbau eines neuen Geschäftsmodells.

• Kooperationen im Prop-Tech-Markt: Um etablierten Unternehmen Gesamtlösungen anzubieten und die eigene Wahrnehmung im Markt zu verbessern, wachse die Bedeutung technischer und vertriebsseitiger Kooperationen unter den Prop-Techs. Rund 78 Prozent der Befragten geben an, bereits mit anderen Prop-Tech-Unternehmen zu kooperieren. 100 Prozent seien auch künftig Kooperationen mit anderen Prop-Techs gegenüber aufgeschlossen. Der Fokus liegt dabei auf der produktorientierten Zusammenarbeit, die durch den Auf- und Ausbau von Schnittstellen darauf abziele, mit anderen, komplementären Prop-Tech-Lösungen gesamte Prozessabschnitte der jeweiligen Zielkunden abzubilden.

Nach ihrer Einschätzung der Marktentwicklung und einer Prognose ihrer künftigen Auftragslage gefragt, sehen die Studienteilnehmer perspektivisch grundsätzlich mehr Chancen als Barrieren. Die COVID-19-Pandemie habe eine Sensibilisierung für die Nützlichkeit und Notwendigkeit digitaler Innovationen begünstigt.