Die Marktforscher von Bau-Info-Consult haben 601 Bauakteure im Rahmen einer Studie befragt, wie sie beruflich Informationen suchen und kommunizieren.
Hintergrund: Bereits innerhalb der letzten Jahre seien in den Kommunikationsumfragen von Bau-Info-Consult Internetinformationen zunehmend als häufige und wichtige Formen der Nutzung betrachtet worden. Allein durch das Smartphone und die zunehmende Nutzung internetbasierter Kommunikationsformate wie Whats-App werde das Internet auch außerhalb vom Büro-PC – in den Arbeitsfahrzeugen und auf Baustellen – präsent im Arbeitsalltag. Dazu komme 2020 noch verstärkend der „Corona“-Effekt, der zu mehr digitaler Kommunikation „auf Abstand“ im Alltag führe. Wie sieht unter diesen Umständen die Erwartung der Bauakteure aus: Wo und auf welche Weise werden die Profis am Bau sich in fünf Jahren informieren?
Eines der Ergebnisse: Neue Software-basierte Formen der Gestaltung des Bauprozesses werden nach und nach auch für die Praxis relevanter – und sorgen zusätzlich dafür, dass das Internet immer präsenter im Baualltag wird (denn ohne Internetverbindung kann auch kein effizienter Austausch von digitalen Informationen bei den Akteure untereinander bewerkstelligt werden). In Zukunft werden demnach auch die Materialentscheidungs- und sogar Materialbeschaffungsprozesse verknüpft mit der BIM-Plattform ablaufen – so zumindest die Vision der BIM-Anhänger, die ja den kompletten Bauprozess umfassend in einer gemeinsamen Schnittstelle bündeln und dadurch insgesamt effizienter gestalten wollen. Momentan ist das mehr Zukunftstrend als bereits lebbare Praxis. Doch der bloße Trend allein führe bereits jetzt dazu, dass auch bei Prozessen der Informationsbeschaffung und Kommunikation die ohnehin schon sehr präsenten digitalen Medien weiter an Bedeutung zulegen.
Dementsprechend erwarten die Bauakteure vor allem, dass die digitalen Medien eine noch größere Rolle als Informationsquelle als bisher spielen werden: Internetsuchen und die Informationen auf den Webseiten der Anbieter sind mit Abstand als die Quellen mit dem größten Zukunftspotenzial benannt.
Langfristig sollten vor allem Entwicklungen wie BIM oder E-Commerce noch stärker in die eigene Internetstrategie der Unternehmen integriert werden, heißt es vonseiten Bau-Info-Consults. Denn in Zukunft könnte der Weg von den digitalen Informationsrecherchen zur Entscheidung nur einen Klick entfernt sein: Kann der Planer beim Entwurf in BIM das Produkt direkt ins BIM-Modell mit allen nötigen Angaben und Details integrieren? Ist das Produkt beim Online-Kauf übermorgen auf der Baustelle des Verarbeiters?
Die Marktforscher warnen aber davon, sich von der steigenden Bedeutung des Internets dazu verleiten zu lassen, die „analogen“ Kommunikationsformen hinten anzustellen. Das wäre in mehrfacher Hisnicht kurzsichtig: So dürfte es kein Zufall sein, dass gerade der Austausch mit anderen in der Bewertung der Informationsquellen auf das Internet folgt, wenn auch mit Abstand.
