Wie die Hersteller, so ergreift auch der Baubeschlag-Fach- und Großhandel Maßnahmen im Umgang mit dem Corona-Virus. Die Redaktion hat bei einigen nachgefragt und auch Antworten erhalten:
So rüstet sich beispielsweise Ammon aus Nürnberg für seine dortige Zentrale und seine mehr als zehn Niederlassungen und Verkaufbüros (die meisten in Bayern) mit folgenden Maßnahmen: Gut die Hälfte der Büro-Mitarbeiter arbeitet durchgehend im Home-Office, Video-Calls ersetzen die sonst üblichen Besprechungen. Beim Abholverkauf greift bereit eine Sonderregelung: Da in Bayern der Katastrophenzustand ausgerufen wurde, bleibt der Abholverkauf geschlossen. Vorbestellte Ware kann noch an einem Lagertor abgeholt werden. Kunden melden sich dazu telefonisch an.
Auch beim Wareneingang wurde eine Sonderregelung eingeführt: Die Ware wird von Lieferant in abgesperrtem Bereich abgestellt und erst wenn Lieferant weggefahren ist, wird Ware von unserem Personal weggeräumt. Die eigenen Fahrer sind angewiesen, keinen engeren Kontakt mit Kunden zu haben. Die Logistik wurde auf einen Zwei-Schicht-Betrieb umgestellt. Wichtig dabei ist nach Aussage von Ammon, dass kein Kontakt zwischen den Schichten besteht. Der Hintergedanke dabei: Sollte ein Mitarbeiter infiziert werden, kann die zweite Schicht den Betrieb fortsetzen. Überall gebe es bereits Aushänge mit konkreten Hygiene Anweisungen (kein Handschlag, niesen in Armbeuge, Händewaschen, etc.).
Sollte die Auftragslage zurückgehen, will das Handelsunternehmen die Möglichkeit von Kurzarbeit prüfen. „Diese Maßnahmen werden nahezu täglich überdacht und angepasst, von daher können in Zukunft natürlich noch weitere Maßnahmen dazu kommen“, merkt Michael Ammon an.
Auch bei Meesenburg, dessen Großhandel seinen Ursprung in Flensburg hat, mittlerweile aber über 30 Standorte in ganz Deutschland und über die Grenzen der Republik hinaus besitzt, hat es Veränderungen gegeben. „Zurzeit arbeiten unsere wesentlichen Kunden fast alle noch uneingeschränkt. Der eine oder andere Auftrag wird allerdings schon verschoben, da unsere Kunden ebenfalls mit Teilbetrieben, Stilllegungen oder ähnlichem zu kämpfen haben“, teilte Martin Meesenburg der Redaktion mit.
In den Abholmärkten des Unternehmens wurde Mitte März ein „Schleusensystem“ eingerichtet. Dadurch kann der abholende Kunde – die Zahl soll sich täglich im mittleren dreistelligen Bereich bewegen – seine bestellte und dort zwischengelagerte Ware abholen. Die benötigten Artikel kann über den Online-Marktplatz von Meesenburg oder telefonisch bestellt werden. Das funktioniere bereits reibungslos. Die sonstigen Öffnungszeiten seien unverändert. Aufgrund der dezentralen Struktur können eine Bedienung und Belieferung ohne Einschränkungen sichergestellt werden.
Der Außendienst besucht Kunden nur noch auf ausdrücklichen Kundenwunsch, und auch nur mit entsprechenden Schutzmaßnahmen und Abstandsregeln. In den Lagern wurde ein Mehrschichtsystem eingeführt. Außerdem ist ein Notfallmodusplan ausgearbeitet und besprochen. Jeden Morgen treffen sich alle leitenden Mitarbeiter virtuell zu einer kurzen Videokonferenz, um den Informationsaustausch sicherzustellen.
So oder so ähnlich verhält es sich derzeit wohl im gesamten Fachhandelsbereich. Auch bei Köster & Nehrenheim in Hamburg wurden die Beschäftigten in zwei Teams aufgeteilt, die im wechselnden Rhythmus ohne Überschneidung und gegenseitiges Aufeinandertreffen arbeiten.
Auch bei Nüßing in Verl und an 14 weiteren Standorten sowie der Tochter InSiTech haben die Mitarbeiter Homeoffice, wo es geht. Ebenso arbeiten die Teams im Bereich Lager und Logistik in getrennten Schichten. Der Ladenverkauf in den Standorten ist gemäß den Vorgaben geschlossen, für die gewerblichen Kunden wurden Abholstationen eingerichtet. Der Onlineshop ist rund um die Uhr geöffnet mit allen Serviceleistungen, einschließlich Verfügbarkeit im Abhollager. Die Vertriebsmannschaft ist weiterhin telefonisch und auf den digitalen Kommunikationswegen erreichbar.
Durchweg scheinen alle auf sehr zuverlässige Mitarbeiter bauen zu können, die alle Maßnahmen unterstützen und dadurch dazu beitragen, dass das Geschäft so gut es geht, weiterläuft.
Fachhandel 2020-03-19T10:47:20Z Maßnahmen im Baubeschlag-Fachhandel
zuletzt editiert am 24. August 2020