Nach einer aktuellen Studie von Bauinfoconsult geben Architekten bei Leistungsbeschreibungen nicht selten konkrete Marken für Produkte vor, die verbaut werden sollen. Hintergrund: Die Leistungsbeschreibung der Architekten legt die Vorgehensweise in einem Bauprojekt stark fest, vor allem auch die erforderlichen Material- und technischen Eigenschaften. Dabei kann der Architekt für unterschiedliche Produkte auch ganz konkrete Marken vorschreiben, die letztendlich verbaut werden sollen. Bauinfoconsult hat nun in einer Studie bei 150 Architekten nachgefragt, bei welchen Bauprodukten und Gebäudeteilen Marken in der Leistungsbeschreibung eine (größere) Rolle spielen.
Die Markenvorgabe komme vergleichsweise häufig dann zum Tragen, wenn es etwa um die ästhetische Eigenschaften eines Produktes geht. So werde beispielsweise das ästhetische Erscheinungsbild eines Hauses auch von der Art der Eingangstür bestimmt – was Farbe, Form und gegebenenfalls Glasdesign betrifft.
Knapp jeder dritte Architekt gab in der Umfrage an, dass sie für die Produktgruppen aus dem Bereich Dachabdeckung (31 Prozent), Fenster und Türen (31 Prozent) sowie Farben und Putze (29 Prozent) bestimmte Marken in der Leistungsbeschreibung ausschreiben. Dies sind Bauteilegruppen, bei denen es neben den technischen Eigenschaften auch um die ästhetische Außenwirkung geht.
Im Gegensatz dazu würden Produkte, die salopp formuliert „in der Wand verschwinden“ – also nicht sichtbar sind oder keine vorrangige ästhetische Bedeutung haben – von den Architekten bei der Ausschreibung eher seltener mit einer bestimmten Marke vorgeschrieben. So werden gebäudetechnische Elemente (15 Prozent), Wandbaustoffe (14 Prozent), Treppen und Balkone (10 Prozent) oder Smart Home-Komponenten (sechs Prozent) in Ausschreibungstexten vergleichsweise selten mit einem bestimmten Fabrikat vorgeschrieben.

Leistungsbeschreibung: Markenvorgaben vor allem bei Dach, Fenstern und Türen. Grafik: Bauinfoconsult
Bauelemente 2018-08-10T08:06:59Z Markenvorgaben bei Leistungsbeschreibungen vor allem bei Dach, Fenstern und Türen
zuletzt editiert am 24. August 2020