Die aktuelle wirtschaftliche Situation im nordrhein-westfälischen Metallhandwerk. Quelle: Fachverband Metall Nordrhein-Westfalen

Bauwirtschaft

26. October 2020 | Teilen auf:

Metallhandwerk in NRW hat die Sommermonate genutzt

Der Fachverband Metall Nordrhein-Westfalen hat eine Analyse der Geschäftslage des Metallhandwerks der vergangen Monate vorgelegt.

Demnach erlauben die Konjunkturzahlen eine Interpretation, dass das Metallhandwerk nach dem Absturz im Frühjahr weniger geschwächt aus den Sommermonaten kommt als ursprünglich angenommen. Alle Zahlenwerte belegten aber auch, dass diese verhalten-positive Gesamtaussage hautsächlich auf dem Metallbauerhandwerk basiere und die Feinwerker weiterhin mit gleichbleibend negativen Werten umgehen müssten.

Die Kurzarbeit sei leicht zurückgegangen, allerdings immer noch auf sehr hohem Niveau. Knapp die Hälfte (47,4 Prozente) der feinwerkmechanischen Betriebe seien in Kurzarbeit. Bei den Metallbauern seien es rund 15 Prozent.

Die Geschäftslage der Feinwerker habe sich weiter verschlechtert. Fast acht Prozent vergeben laut dem Fachverband sogar die Schulnote ungenügend. Bei den Metallbauern ergebe sich ein umgekehrtes Bild: Über 50 Prozent beurteilten die Lage mit den Schulnoten sehr gut und gut. Das sei im Vergleich zum letzten Quartal eine Verbesserung um rund zehn Prozentpunkte auf das Niveau von Herbst 2019.

Die Beurteilung des Auftragsbestandes müsse vor dem Hintergrund der Kurzarbeit mit besonderer Sorgfalt beurteilt werden. Ein Auftragsvorlauf von einem Monat und weniger sei bei den Feinwerkern bei über 55 Prozent der Betriebe zu finden. Das sei eine nochmalige Verschlechterung zum Vorquartal von fünf Prozent. Die Metallbauer hingegen konnten diese Quote den Angaben zufolge sogar um über zehn Prozentpunkte senken. Hier leben demnach nur noch 22 Prozent von der Hand in den Mund.

Die Zukunftsaussichten schätzten die meisten Betriebe als unverändert ein (Metallbau 66,7 Prozent, Feinwerk 47,4 Prozent). Bei denjenigen Betrieben, die Veränderungen erwarten, tendieren mehr Betriebe zur Verschlechterung; 23,7 Prozent im Vergleich zu 13,9 Prozent, die eine Verbesserung erwarten.

Die Investitionsbereitschaft zeige im Vergleich zum Vorquartal leicht nach oben. Allerdings sei das Niveau weiterhin niedrig bei nur 37 Prozent investitionswilligen Unternehmen. Wieder sei die Lage im Feinwerk negativer als im Metallbau. Dies spiegle sich auch in der Einschätzung erzielbarerer Preise wider. Ziemlich genau zwei Drittel der Metallbauer beurteilen demnach die Preisfindung mit Schulnoten oberhalb der Mitte. Die Lage sehe bei den Feinwerkern wieder spiegelsymmetrisch aus, beinahe jeder Vierte (23,7 Prozent) vergibt hier die Schulnoten mangelhaft und ungenügend.

Trotz Krise bilden laut Fachverband Metall Nordrhein-Westfalen rund 60 Prozent der Betriebe aus. Besorgniserregend sei, dass bei den Metallbauern 53 Prozent der ausbildungswilligen Betriebe nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnte.

„Bislang sind wir vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Der Bereich Metallbau konnte die Erschütterungen ohne größere Beschädigung kompensieren. Ungleich schwieriger ist die Lage bei den Feinwerkern. Hier sollten die Pandemie-Pakete aus den Wirtschaftsministerien auch die längeren Wertschöpfungsketten in den Fokus nehmen. Wir brauchen Konjunkturpakete, die betriebliche Investitionen fördern: Unternehmen, die in ihren Maschinenpark investieren, sichern nicht nur den eigenen Markterfolg. Sie sichern auch Arbeitsplätze bei denjenigen Unternehmen, die diese Maschinen produzieren, installieren und warten. Damit werden Produktionsketten in Deutschland aufrechterhalten, die wir dringend brauchen“, leitet Stephan Lohmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Metall NW als Forderung aus den Umfrageergebnissen ab.

Der Fachverband Metall NW vertritt als Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen mehr als 3.000 mittelständische Unternehmen des Metallhandwerks.