Eine Paketboxanlage von Renz in einem Studentenwohnheim in Stuttgart, die mit Türkommunikation von Siedle verbunden ist.
Eine Paketboxanlage von Renz in einem Studentenwohnheim in Stuttgart, die mit Türkommunikation von Siedle verbunden ist. (Quelle: Siedle)

Beschlag- und Sicherheitstechnik 2020-06-16T22:00:00Z Kontaktlose Zustellung

Die Corona-Krise wird viele Bereiche des Lebens, wahrscheinlich nachhaltig, verändern. So leistet die momentane Ausnahmesituation nicht nur der weitreichenden Digitalisierung der Büroarbeitsplätze Vorschub – Stichwort Homeoffice – sondern treibt auch den Online-Handel voran, in Bereichen, in denen er vorher vor allem in Deutschland weniger genutzt wurde, zum Beispiel bei den Lebensmittellieferungen. Ein weiterer Trend ist die kontaktlose Zustellung, zum Beispiel bei Essenslieferdiensten. Paketkästen, wie sie in anderen Ländern weitaus üblicher sind, werden zukünftig auch in Deutschland wohl eine größere Rolle spielen. Das Unternehmen Renz aus Kirchberg/Murr hat viel Erfahrung in dem Bereich.

Die Online-Umsätze sind nicht, wie es wohl viele erwartet hätten, auffallend gestiegen. Laut E-Commerce-Verband bevh hatten die deutschen Online-Händler im März sogar ein Umsatzminus im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen müssen, dass im April allerdings aufgeholt wurde. Aber nur durch sogenannten „bedarfsgeprägten“ Einkauf: Ein starkes Wachstum verzeichneten laut bevh die Kategorien Lebensmittel, Medikamente, Drogeriewaren und Tierbedarf. Gerade diese Sortimente waren allerdings in der Lockdown-Phase kontinuierlich auch im stationären Handel zu erhalten. „Die enormen Steigerungen bei den Gütern des täglichen Bedarfs zeigen vor allem, dass die Verbraucher in Deutschland den OnlineHandel als verlässlichen Versorger, gerade in solch einer Krise, schätzen und nutzen“ so bevh-Präsident Gero Furchheim. Und laut aktueller einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom haben drei von zehn Verbrauchern in der Corona-Krise online Lebensmittel bestellt – damit habe sich die Zahl der Online-Shopper bei Lebensmitteln durch Corona verdoppelt.

Mit der Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland führten auch immer mehr Liefer- und Paketdienste die kontaktlose Lieferung ein. Um diese zum Beispiel bei Paketdienstleistern wie DHL, Hermes, DPD oder GLS zu gewährleisten, wird dem Empfänger empfohlen einen Ablageort für seine Lieferung anzugeben, wo das Paket ohne Unterschrift abgelegt wird. Leider sind manche Ablageorte nicht sicher und daher ungeeignet, wie zum Beispiel die Terrasse. Und nur die wenigsten in Deutschland haben einen Paketbriefkasten, obwohl etliche Modelle auf dem Markt sind (zwei stellen wir auf Seite 34 vor). In manchen Ländern in so etwas sogar Pflicht: In der Schweiz schreibt das strenge Schweizer Postgesetz einen sogenannten Milchkasten zusätzlich zum Briefeinwurfschlitz vor, ein offenes Ablagefach für (kleinere) Pakete.

Paketkästen als sichere Lösung

Das Unternehmen Renz möchte mit den „my-Renzbox“-Paketkastenanlagen eine zuverlässige Möglichkeit bieten, Pakete kontaktlos und rund um die Uhr direkt zu Hause anliefern zu lassen, so dass sie auch vor Witterung und Diebstahl geschützt sind. Zusätzliche Sicherheit soll die inkludierte Renz-Paketversicherung bis zu 1 000 Euro pro Schadensfall in den ersten zwei Jahren bieten.

Das Besondere dabei sei, dass auch Freunde, Bekannte und Familie dringend benötigte Dinge, Schlüssel oder Einkäufe ohne persönlichen Kontakt in die Paketbox legen könnten. Ebenso könnten Pakete, Retouren und Waren zur Abholung hinterlegt werden. Dem Paketdienstleister oder dem privaten Abholer teile man dann einfach einen individuellen PIN zur Entnahme mit.

Multifunktionaler Einsatz

Die „my-Renzbox“ sei nicht nur für Pakete geeignet. Durch die flexible Vernetzungsmöglichkeit der „my-Renzbox“-Systemplattform mit beispielsweise unterschiedlichen Zustellern, Lieferdiensten, Warenwirtschaftssystemen, Webshops oder Quartiersoftware sei die Paketbox multifunktional einsetzbar. Die vier führenden Paketdienstleister – DHL und Parcellock (DPD, GLS und Hermes) – wickeln laut Renz circa 85 Prozent des Privatkundenvolumens ab. Ihre Zustellprozesse seien in die Systemplattform eingebunden. Als Übergabe-Plattform stehe die Paketbox aber allen Zusteller offen – Logistikunternehmen ebenso wie dem Textilreinigungsservice von Persil, Dienstleistern aus der Umgebung, Nachbarn oder Freunden.

Renz bietet zudem Lösungen für den Einzelhandel an, auch gekühlte Fächer seien möglich. Als weitere Nutzungsmöglichkeiten und Modifikationen nennt Renz zum Beispiel die Anwendungsbereiche Ein- und Mehrfamilienhaus, Studentenwohnheime, Intralogistik, Schwerlastgüter und Palettenware sowie Baustellenanlieferung.

Drei Fragen an ...

Armin Renz, Geschäftsführender Gesellschafter Erwin Renz Metallwarenfabrik

Merken Sie zur Zeit eine erhöhte Nachfrage der „my-Renzbox“? Und wenn ja, von wem?

Armin Renz, Geschäftsführender Gesellschafter Erwin Renz Metallwarenfabrik
Armin Renz, Geschäftsführender Gesellschafter Erwin Renz Metallwarenfabrik (Quelle: Redaktion/jule)

Wir merken, dass durch Corona die Menschen überlegen, wie Waren kontaktlos übergeben werden können. So ist die „kontaktlose Zustellung“ bei den Paketdienstleistern aktuell ein sehr akutes Thema um Mitarbeiter und Empfänger zu schützen. Die Suche nach Lösungen, wie unsere „my-Renzbox“, ist bei der Wohnungswirtschaft und bei Unternehmen zu spüren, aber auch in vielen anderen Bereichen wie beispielsweise Kliniken.

Was vermuten Sie, wird diese Krise generell Paketkastenanlagen und Ähnlichem zum Durchbruch verhelfen? In anderen Ländern sind solche Anlagen ja schon viel verbreiteter.

Die Krise wird definitiv den Bedarf steigern und die Übergabe von Paketen und Waren viel kontaktloser stattfinden werden müssen als heute.

In chinesischen oder japanischen Großstädten gehören Paketkastenanlagen bei gehobenen Wohngebäuden schon heute zum Standard. So wird das auch in Deutschland werden. Von daher …

Welcher Bereich hat für Sie das größte Potenzial bezüglich der Paketkastenanlagen: Wohnungsunternehmen und Vermieter? Einzelhandel? Gewerbe/Fachhandel? Private Haushalte?

Ich sehe das größte Potenzial für Paketkastenanlagen bei den Mehrfamilienhäusern. Es wird auch bei uns zum Standard gehören, wie der Pkw-, Mülltonnenstellplatz oder der Fahrstuhl

zuletzt editiert am 11. November 2020
Newsletter