Die Meusel & Beck-Geschäftsführer Johann Hanek und Norman Wurzer (v. l.) zusammen mit Patrick Leitzmann, EDV Service Zutrittskontrolle, fühlen sich am neuen Standort sehr wohl.
Die Meusel & Beck-Geschäftsführer Johann Hanek und Norman Wurzer (v. l.) zusammen mit Patrick Leitzmann, EDV Service Zutrittskontrolle, fühlen sich am neuen Standort sehr wohl. (Quelle: Redaktion/kosi)

Beschlag- und Sicherheitstechnik 2020-09-23T22:00:00Z Sicherheit im Fränkischen

Regelrecht entfaltet hat sich jetzt Meusel & Beck in Nürnberg. Das 119 Jahre alte Unternehmen hat Anfang dieses Jahres sein zu klein gewordenes, traditionelles Domizil in der Nürnberger Innenstadt verlassen und ein neues Firmengebäude im Westen der fränkischen Stadt bezogen. Die Redaktion war vor Ort und hat sich dort mal umgeschaut.

Gelungen ist der Bau auf der grünen Wiese an der Proeslerstraße. Insgesamt stehen 1 260 Quadratmeter auf zwei Etagen zur Verfügung, samt Dachbegrünung und Photovoltaikdach, mit acht Kundenparkplätze und zwei E-Tankstellen direkt vor dem Eingang, Multimedia-Besprechungsräume, ein Archiv sowie ein großes Lager. Das alles schafft Beratungsmöglichkeiten, die am alten Standort hinterm Nürnberger Hauptbahnhof schon lange nicht mehr gegeben waren. Fünf Jahre haben die Geschäftsführer Norman Wurzer und Johann Hanek nach einem passenden Baugelände gesucht. „Die Stadt hat uns lange vertröstet: Erst hatten Kindergärten Vorrang, dann Moscheen und schließlich Flüchtlingsheime. Doch als ein langjähriger Kunde sagte, bei uns sähe es noch aus wie vor 30 Jahren, mussten wir was tun und haben die Suche intensiviert“, erinnert sich Wurzer. Saß man zuvor in einem verschachtelten Gebäude, das wenig repräsentativ für moderne Schließtechnik war, residiert man nun in einem schicken Neubau, in dem alle Produkte ansprechend präsentiert werden können.

Insgesamt 1 260 Quadratmeter stehen im Neubau auf zwei Etagen zur Verfügung, mit acht Kundenparkplätze und zwei E-Tankstellen direkt vor dem Eingang, Multimedia-Besprechungsräumen, ein Archiv sowie ein großes Lager. Kein Vergleich zum alten Standort nahe des Nürnberger Hauptbahnhofes.
Insgesamt 1 260 Quadratmeter stehen im Neubau auf zwei Etagen zur Verfügung, mit acht Kundenparkplätze und zwei E-Tankstellen direkt vor dem Eingang, Multimedia-Besprechungsräumen, ein Archiv sowie ein großes Lager. Kein Vergleich zum alten Standort nahe des Nürnberger Hauptbahnhofes. (Quelle: Meusel & Beck)

Geplant wurde das neue Gebäude ein Jahr lang, noch mal so lang dauerte es zu bauen und nun sind alle glücklich sich im wahrsten Sinne des Wortes entfalten zu können. Zuvor musste man sich mit insgesamt 850 Quadratmetern zufrieden geben, jetzt sind es 410 Quadratmeter mehr. Auch die Ladenfläche ist um knapp 100 Quadratmeter auf 160 Quadratmeter gewachsen. Meusel & Beck hat nun Platz für seine 120 000 Artikel im Sortiment und 6 000 Artikel auf Lager, verteilt auf 650 laufenden Regalmetern.

„Wir können Sicherheitstechnik jetzt ganz anders veranschaulichen als früher, nämlich live vor Ort. Das katapultiert unsere Leistung weit nach vorn“, freut sich Wurzer über die Veränderung. So können unter anderem etwa Videokameras vorgeführt werden, auch elektronische Alarm- und Zugangskontrollsysteme, Tresore oder Briefkastenanlagen. Zur Abrundung der Dienstleistung hat Meusel & Beck eine Rund-um-die-Uhr-Abholanlage installiert – die können sich interessierte Kunden anschauen, wenn sie eine ähnliche Anlage planen.

90 Prozent sind B2B-Kunden, nur zehn Prozent sind Privatkunden, und die sind seit dem Umzug raus aus der Innenstadt naturgemäß etwas weniger geworden. Das macht aber nichts, denn das Kerngebiet der Sicherheitsexperten erstreckt sich über einen Radius von 150 Kilometer rund um Nürnberg. Zudem gibt es in Schwandorf bei Amberg ein Filialbüro. Die verkehrsgünstige Lage des neuen Firmengebäudes soll vor allem ein zentraler Sicherheitskommunikationspunkt für Menschen aus der ganzen Region sein: „Wir versprechen uns, dass uns eben auch weit mehr Personen aus Fürth, Erlangen und generell aus dem Großraum aufsuchen werden“, sagt Wurzer. „Wer an Sicherheit denkt, soll eben automatisch an uns denken.“

Eine weitere wichtige Veränderung aufgrund des Umzugs ist die wesentlich vergrößerte, hauseigene Werkstatt mit teils neuesten CNC Maschinen. Ob Zylinderbau, Schließanlagenfertigung, Schlüsselfräsen oder Schildergravur, all diese Fertigkeiten können im neuen Gebäude moderner und schneller als bisher erledigt werden.

Frühe Wurzeln in der Sicherheit

Das Unternehmen wurde 1901 als Metallwarenfirma gegründet. „Damals“, erklärt Hanek, „handelten wir sogar noch mit Hufeisen“. Von einem anfänglichen Baubeschlagshändler, der im Wettbewerb zu den großen Ketten nicht überlebt hätte, spezialisierte sich Meusel & Beck auf alles, was mit dem Thema Sicherheit im privaten, kommunal-öffentlichen und unternehmerischen Sektor zu tun hat. „Mein Vater hat schon immer gesagt: ‚Sicherheit ist immer gefragt‘“, erinnert sich Wurzer.

Und recht hatte er damit: Hat das Unternehmen im Jahr 2000 mit 17 Mitarbeitern noch 4,5 Millionen D-Mark Umsatz erwirtschaftet, sorgten 19 Jahre später 38 Mitarbeiter – von denen elf Monteure und drei Projektiere und für Verkäufer im Außendienst sowie zwei Auszubildende sind – für einen Umsatz von 5,2 Millionen Euro. „In diesem Jahr haben wir zwar Corona wirtschaftlich gespürt, haben aber keine Kurzarbeit gehabt. Wir rechnen sogar mit einem Umsatz wie im letzten Jahr, eventuell sogar etwas besser. Aber das hängt natürlich von der weiteren Entwicklung mit Corona ab“, sagt Wurzer.

Das Besondere am Unternehmen sei, so Hanek, „dass es seine Wurzeln behalten hat“ und weiterhin Handwerksbetrieben wie Schlossereien, Schreinereien, Elektrikern aber auch Facility-Unternehmen und Hausverwaltungen aus der Region die Möglichkeit biete, Ware aus dem großen Lagerbestand gleich mitzunehmen. Gleichzeitig hat sich Meusel & Beck auch zu einem Dienstleister entwickelt, der dem Kunden das gesamte Spektrum rund um die Gebäudesicherheit bietet: Planung, Montage, Inbetriebnahme, Schulung, Wartung und Notdienst 7/24, was, „keiner so in Nordbayern kann“, bestätigt Hanek stolz. „Erfahrene Mitarbeiter arbeiten Hand in Hand mit jungen engagierten Kollegen, so dass auch die Zukunft des Unternehmens gesichert ist“, sagt Wurzer. Regelmäßige Schulungen und Zertifizierungen bei den weltgrößten Produzenten von Sicherheitstechnik sorgten dafür, „dass die Mannschaft immer auf dem neuesten Stand der Technik ist.“

Dabei wird entsprechend innovativ gedacht und gehandelt. 1996 hat das Unternehmen beispielsweise ein eigenes Programm zur Schließplanerstellung entwickelt. Vor zwei Jahrzehnten zählte das Unternehmen zu den ersten, das elektronische Schließanlagen verbaute; vorher hatte es solche nicht gegeben. „Wir achten immer darauf, was der Kunde braucht und was zu ihm passt, beraten herstellerunabhängig und können auch Systeme von verschiedenen Herstellern so miteinander kombinieren, dass es optimal zu den Bedürfnissen des Kunden passt“, erläutert Patrick Leitzmann, EDV Service Zutrittskontrolle bei Meusel & Beck.

Sicherheitstechnik der Zukunft

Wie wird sich die Sicherheitstechnik nach Ansicht von Meusel & Beck entwickeln? „Die Rolle des Handys wächst, aber die Technik beziehungsweise die Systeme sind noch nicht ganz ausgegoren“, erläutert Hanek. Hier gebe es schon länger so eine Art Corona-App-Effekt: Einige Systeme funktionieren nicht bei allen Smartphones. „Wahrscheinlich werden es eher die cloudbasierten Systeme, die das Rennen machen“, meint der Geschäftsführer.

Daher würden in Zukunft immer mehr Cloudlösungen in die Sicherheitstechnik einziehen. Der Kunde habe dann von überall auf der Welt Zugriff auf das System und kann Statusanzeigen einsehen oder Berechtigungen ändern. Auch werde dadurch die Auslagerung an Dienstleister, wie etwa Meusel & Beck, erleichtert. „Wir können uns auf die Kundenanlage aufschalten und Änderungen sowie Wartungen aus der Ferne für den Kunden übernehmen“, erklärt Hanek.

Im privaten Bereich ziehe die elektronische Sicherheit ebenfalls mehr und mehr ein. Heute sei es schon Standard, von einem Handy aus die Alarmanlage zu Haus scharf oder unscharf zu schalten beziehungsweise auf Videokameras zuzugreifen. Das Handy entwickele sich aber auch zum Zugangsmedium: Ein Ferienwohnungsvermieter etwa kann seinem Gast überall auf der Welt einen „elektronischen Schlüssel“ aufs Handy senden, mit dem dieser dann für einen begrenzten Zeitraum Zugang zur Ferienwohnung habe. Oder für eingeschränkt mobile Menschen oder Senioren gibt es so genannte „Weitenbereichsleser“, die einen Ausweis auf mehrere Meter erkennen können und dann automatisch eine Tür öffnen. Bettlägerige Patienten können einem Pfleger über einen Funksender die Haustür öffnen, oder der Pflegedienst sendet dem Pfleger einen elektronischen Schlüssel aufs Handy.

Smart Home sei auch im Bereich der Sicherheitstechnik auf dem Vormarsch. Bereits heute kann eine Person, die zu Haus vor der Tür steht, per Handy betrachtet werden, und vom Handy aus die Tür geöffnet werden. „Alles Entwicklungen, die früher gar nicht möglich waren“, sagt Wurzer, der immer noch begeistert ist ob der Möglichkeiten. In diesem Bereich seien aber noch Verbesserungen notwendig: Die heutigen Geräte, zum Beispiel Motorzylinder, die einfach nachgerüstet werden können, müssten weiterentwickelt und die Sicherheit der Geräte gegen den Angriff von Hackern erhöht werden. „Wir beobachten die Entwicklungen und informieren uns bei innovativen Unternehmen in diesem Bereich, damit wir unsere Kunden immer mit den aktuellen technischen Lösungen versorgen können“, sagt Hanek und unterstreicht damit einmal mehr, den Qualitätsanspruch an sich und sein Unternehmen.

Um in den Bereichen der Sicherheitstechnik samt Smart Home noch besser und bekannter zu werden, um fachkompetente Branchenlösungen kennenzulernen und zu diskutieren und um sich bundesweit generell besser zu vernetzen, ist Meusel & Beck zum 1. September 2019 dem Partner-Verbund „Sionet“ beigetreten.

Hinter der Marke „Sionet“ steckt ein Consulting-Unternehmen mit Experten vor allem in den Bereichen Türsicherung, Schließanlagen und Zutrittskontrollsystemen. Bundesweit tätige Facility-Unternehmen sollen von Sionet (durch Partner jeweils vor Ort) dezentral nach einheitlichem Standard betreut werden.

zuletzt editiert am 17. November 2020