Die Grafiken zeigen Auszüge aus der Sicherheitsstudie.
Die Grafiken zeigen Auszüge aus der Sicherheitsstudie. (Quelle: Abus)

Beschlag- und Sicherheitstechnik 2021-02-18T23:00:00Z Diffuses Sicherheitsgefühl

Im Auftrag von Abus hat das Marktforschungsinstitut You-Gov eine repräsentative Studie mit 2 082 Befragten im Zeitraum Mitte September 2020 zur Erhebung des Sicherheitsgefühls der Deutschen durchgeführt. Das Ergebnis zeige, dass sich die Befragten mehrheitlich sicher fühlen. Allerdings gab auch ein substanzieller Teil der Befragten – jeder Dritte beziehungsweise 33 Prozent – an, sich wenig oder sogar überhaupt nicht sicher zu fühlen.

Sicherer als vor zwölf Monaten fühlen sich gerade einmal drei Prozent aller Befragungsteilnehmer. Dem gegenüber sind 40 Prozent der Meinung, dass Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten unsicherer geworden sei. Am größten sei die Angst vor Gewalt und Körperverletzung – knapp die Hälfte (48 Prozent) nannte demnach diese Delikte auf Rang eins der drei Verbrechen, die sie am meisten fürchten. Ein gutes Viertel benannte hier den Angaben zufolge die Angst vor einem Wohnungseinbruch.

„Diese Zahl hat uns schon überrascht“, sagt Michael Bräuer, Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei Abus. „Wir gehen davon aus, dass nur wenige der deutschen Haushalte über einen sogenannten Grundschutz verfügen – also ein Mindestmaß an Sicherheitstechnik zur Abwehr von Einbrechern. Es besteht also eine deutliche Lücke zwischen der Angst vor dem Delikt und entsprechenden Maßnahmen zum Schutz vor diesem. Dabei kann bereits mit relativ einfachen Mitteln, beispielsweise zusätzlichen Sicherungen an Fenstern und Türen, für ein deutliches Plus an Sicherheit gesorgt werden. Und wer in Sicherheitstechnik investiert, die von Profis eingebaut wird, profitiert aktuell von einer staatlichen Förderung von bis zu 20 Prozent.“

Fast die Hälfte Opfer eines Verbrechens

Erschreckend hoch sei die Zahl derjenigen, die selbst bereits Opfer eines Verbrechens wurden. Dies gaben laut Abus 47 Prozent an. Am häufigsten erlebten die Befragten dabei einen Raub oder einen Diebstahl (19 Prozent), dicht gefolgt von Betrug beziehungsweise Trickbetrug mit 16 Prozent. Bei jedem Zehnten der Befragten wurde den Angaben zufolge in der Vergangenheit bereits mindestens einmal eingebrochen.

Seelischer Schaden gefürchtet

Geht es um das Thema Wohnungseinbruch, sei nicht die Angst vor den wirtschaftlichen Schäden beziehungsweise materiellen Verlusten (14 Prozent) im Fokus der Befragten – viel stärker wiege das Thema der seelischen Schäden, die ein Einbruch hinterlässt. Über die Hälfte der Befragten, nämlich 52 Prozent, gab dies an. Zur gleichen Erkenntnis komme auch die Opferschutzorganisation Weisser Ring. „Die psychischen Folgen eines Wohnungseinbruchs sind teilweise so gravierend und traumatisierend, dass Einbruchsopfer ihren Wohnort wechseln“, sagt Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin Weisser Ring.

Nachbarschaft sorgt für ein Sicherheit

Auf die Frage, was ausschlaggebend für ein gutes Gefühl der Sicherheit ist, nannten die Befragten den Angaben zufolge eine gute und aufmerksame Nachbarschaft (60 Prozent) sowie den Einsatz von Licht (50 Prozent) als wichtigste Faktoren. Absicherungssysteme wie Alarmanlagen hätten 39 Prozent der Teilnehmer als probates Mittel für das Plus an Sicherheit benannt.

Sondereffekte durch Corona-Pandemie

Im Rahmen der Studie wurden auch Sondereffekte bedingt durch das derzeit grassierende Corona-Virus abgefragt. Dabei gaben den Angaben zufolge rund 14 Prozent der Befragten an, sich in Zeiten der Pandemie unsicherer in Bezug auf Kriminalitätsdelikte zu fühlen. Rund acht Prozent hätten in diesem Zusammenhang angegeben, dass sie selbst oder jemand aus dem Bekanntenkreis bereits Opfer einer Corona-spezifischen Betrugsmasche geworden ist. Die gesamten Studienergebnisse sind unter www.sicherheitsumfrage.de verfügbar.

zuletzt editiert am 19. Februar 2021
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