Dem Markt für elektrische und elektronische Sicherheitstechnik droht in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise erstmals ein Umsatzrückgang von bis zu sieben Prozent. Foto: geralt/Pixabay

Beschlag- und Sicherheitstechnik

17. April 2020 | Teilen auf:

Sicherheitstechnik befürchtet Umsatzrückgang

Dem Markt für elektrische und elektronische Sicherheitstechnik droht in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise erstmals ein Umsatzrückgang von bis zu sieben Prozent. Dies hat eine Umfrage des Fachverbandes der Elektroindustrie ZVEI unter den entsprechenden Mitgliedsunternehmen ergeben.
„Selbst in der Finanzkrise 2008 bis 2010 verzeichneten die Sicherheitstechnik noch ein Marktwachstum von rund zwei Prozent. Die Corona-Pandemie stellt die Branche vor eine nie dagewesene Herausforderung“, sagte Dirk Dingfelder, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Sicherheit.
Auf diese Herausforderung stellen sich die Unternehmen nun ein. Während der Zugang zu Krediten für die Unternehmen der Sicherheitstechnik noch keine Rolle spiele, werde den Themen Kurzarbeit, Zuschüsse und Steuererleichterungen als Instrumenten zur Überwindung der Krise ein relativ hoher Stellenwert eingeräumt. Zwar haben laut Verband erst wenige Firmen Kurzarbeit beantragt, aber rund 60 Prozent bereiten derzeit entsprechende Anträge vor. Ebenfalls jeweils 60 Prozent der Unternehmen berichten zudem von Problemen bei Lieferanten und Störungen in der Logistikkette. Dennoch seien die Unternehmen optimistisch, den Betrieb trotz der gegenwärtigen Einschränkungen noch einige Zeit aufrechterhalten zu können.
89 Prozent der Unternehmen schildern einen Rückgang bei den Aufträgen, während für sechs Prozent das Geschäft noch relativ normal läuft. Um eine Verlängerung von Zahlungszielen durch ihre Kunden sind über 50 Prozent der Unternehmen gebeten worden.
„Im Grundsatz bleibt die Branche aber dennoch optimistisch“, so Dingfelder. 58 Prozent der Unternehmen meinen, die Umsatzrückgänge in absehbarer Zeit aufholen zu können; sieben Prozent sehen sogar einen vollständigen Aufholprozess. Allerdings könnten auch verschiedene Risiken aus einer verspäteten Exit-Strategie erwachsen: Fast alle Unternehmen befürchten erhebliche Folgen für Investitionen beziehungsweise 60 Prozent eine dauerhafte Schädigung von Produktions- und Lieferketten.