Dorothea Körber, Redakteurin

09.05.2018

Kommentar

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Holger Stahlknecht führt die sinkenden Zahlen bei den polizeilich gemeldeten Einbrüchen auf ein „konsequentes Vorgehen des Rechtsstaats“ zurück. Dass gleichzeitig die Aufklärungsquote bei mageren 17,8 Prozent liegt, spricht nicht dafür, dass der Rechtsstaat überaus erfolgreich in diesem Bereich agiert. Zudem werden fast 45 Prozent aller Einbrüche abgebrochen, die Zahl der erfolglosen Einbrüche steigt seit Jahren. Dass Einbrecher vor allem daran scheitern, dass Häuser und Wohnungen mit besserer Sicherheitstechnik ausgestattet wurden, zeigt die anhaltend hohe Nachfrage nach KfW-Förderung zum Einbruchsschutz.

Und auch die deutsche Versicherungswirtschaft warnt vor selbstlobenden, falschen Rückschlüssen: “Die vermeintliche Trendwende beim Thema Einbruch ist eine Illusion”, sagt GDV-Präsident Wolfgang Weiler.

„Jetzt Entwarnung auszurufen und uns nicht mehr nachhaltig für mehr und bessere Prävention einzusetzen, wäre das völlig falsche Signal. Die Fallzahlen sind so oder so viel zu hoch, die Aufklärungsquoten stehen dazu in einem eklatanten Missverhältnis“, bestätigt auch GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth in seiner wöchentlichen Kolumne.

So hätte Stahlknecht die sinkenden Fallzahlen wohl eher auf die verbesserte Sicherheitstechnik zurückführen können, die ja, über Bande gespielt, teilweise auch eine Konsequenz der Politik der Bundesregierung ist, die die Fördermittel der KfW-Bank für den Einbruchschutz 2017 nochmals aufgestockt hatte.

Dorothea Körber (jule)


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