EU-Wettbewerbshüter starten Untersuchung von Smart-Home-Geräten

Margrethe Vestager
Margrethe Vestager, EU-Kommissarin für Wettbewerb. Foto: European Parliament

Die Europäische Kommission hat Mitte Juli eine sogenannte Sektoruntersuchung zu Konsumgütern und Dienstleistungen in Verbindung mit dem Internet of Things (IoT) eingeleitet.

Hintergrund: Laut einer Mitteilung von Margrethe Vestager, EU-Kommissarin für Wettbewerb, belief sich die Gesamtzahl der Smart-Home-Geräte in Europa Ende 2019 auf rund 108 Millionen und wird voraussichtlich bis 2023 184 Millionen Geräte erreichen. Der Wert des Smart-Home-Marktes werde sich in den nächsten vier Jahren voraussichtlich fast verdoppeln als 27 Milliarden Euro. 

Im Mittelpunkt stehen laut Vestager Sprachassistenten wie Siri von Apple, Google Assistant, Alexa von Amazon oder Magenta der Deutschen Telekom. „Das Potenzial ist unglaublich. Wir werden jedoch nur dann den vollen Nutzen sehen - niedrige Preise, große Auswahl, innovative Produkte und Dienstleistungen -, wenn die Märkte für diese Geräte offen und wettbewerbsfähig bleiben. Das Problem ist, dass der Wettbewerb auf den digitalen Märkten fragil sein kann. Wenn große Unternehmen ihre Macht missbrauchen, können sie die Märkte sehr schnell über den Wendepunkt hinaus treiben, an dem der Wettbewerb zum Monopol wird. Wir haben das schon einmal gesehen. Wenn wir nicht rechtzeitig handeln, besteht das ernsthafte Risiko, dass es mit dem Internet der Dinge erneut passiert“, schreibt Vestager in ihrer offiziellen Mitteilung.

Eines der Hauptprobleme hierbei seien Daten. Es bestehe die Gefahr, dass große Unternehmen die gesammelten Daten missbrauchen, um ihre Position auf dem Markt gegen die Herausforderungen des Wettbewerbs zu festigen. Sie könnten ihr Wissen darüber, wie wir auf andere Dienste zugreifen, nutzen, um in den Markt für diese Dienste einzutreten und diese zu übernehmen. „Wir wissen also, dass das Risiko besteht, dass einige dieser Spieler Torhüter des Internet der Dinge werden und die Macht haben, andere Unternehmen zu gründen oder zu brechen. Und diese Gatekeeper könnten diese Macht nutzen, um den Wettbewerb zum Nachteil der Verbraucher zu schädigen.“, schreibt die Kommissarin weiter.

Interoperabilität sei einer der Schlüssel zu offenen und wettbewerbsfähigen Märkten. „Im Moment müssen die Geräte in unseren Häusern nicht miteinander verbunden werden. Wir können gerne den besten Smart-Lautsprecher kaufen, den wir auf dem Markt finden können, ohne uns Gedanken darüber machen zu müssen, ob er mit unserem Smart-Beleuchtungssystem funktioniert. Und wir möchten, dass dies auch so bleibt. Deshalb ist es wichtig sicherzustellen, dass intelligente Geräte wirklich interoperabel sind.“

Dies ändere nichts am enormen Potenzial des Internet der Dinge. Es zeige sich jedoch, dass das Risiko besteht, dass sich diese Märkte so entwickeln, dass Wettbewerb und Verbraucher geschädigt werden. Aus diesem Grund habe die EU eine Sektoruntersuchung gestartet, damit diese Probleme erkannt werden und Maßnahmen ergriffen werden.

Die EU bittet deswegen Unternehmen, die Smart-Home-Geräte, Wearables und Sprachassistenten verkaufen, sowie Unternehmen, die Dienste anbieten, auf die Sie über diese Geräte zugreifen können, um Beiträge. Insgesamt sende die EU Fragebögen an rund 400 große und kleine Unternehmen in Europa, Asien und Amerika. Die EU plane, bis zum Frühjahr nächsten Jahres einen vorläufigen Bericht zur öffentlichen Konsultation vorzulegen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen helfen, Situationen zu erkennen, in denen Unternehmen möglicherweise gegen die Wettbewerbsregeln verstoßen haben und Informationen liefern, die in die Regulierungsinitiativen der Kommission einfließen können.

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