Google Home
Die Hamburger Datenschutzbehörde hat ein Verwaltungsverfahren gegen Google eröffnet, um dem Unternehmen – zumindest kurzfristig – zu untersagen, akustische Aufnahmen der Nutzer von Sprachassistenten durch Menschen vorzunehmen. Bild: Screenshot

Hamburger Datenschutzbehörde eröffnet Verwaltungsverfahren gegen Google

Die Hamburger Datenschutzbehörde hat ein Verwaltungsverfahren gegen Google eröffnet, um dem Unternehmen – zumindest kurzfristig – zu untersagen, akustische Aufnahmen der Nutzer von Sprachassistenten durch Menschen vorzunehmen. Das geht aus einer Mitteilung der Behörde hervor, die für Google zuständig ist, da das Unternehmen seinen Deutschlandsitz in der Hansestadt hat.

Hintergrund laut der Pressemitteilung der Behörde: Die Nutzung von automatischen Sprachassistenten von Anbietern wie Google, Apple und Amazon, wie sie auch in vielen Smart-Home-Systemen angewandt wird, erweist sich als hoch risikoreich für die Privat- und Intimsphäre von Betroffenen. Dies gelte nicht nur für Personen, die einen Sprachassistenten betreiben, sondern für alle, die damit in Kontakt kommen, etwa wenn sie in einem Haushalt leben, in dem Geräte verwendet werden, auf denen zum Beispiel Google Assistant installiert ist.

Gestützt auf Mitschnitte, die von Whistleblowern zugespielt wurden, wurde in verschiedenen Medien kürzlich berichtet, dass unter anderem Google, in dem Fall im Rahmen des Sprachassistenten Google Home, akustische Aufnahmen der Nutzer von Menschen auswerten lässt, um die Spracherkennungsfähigkeit des Google Assistant zu optimieren. Bei diesen Auswertungen hören Mitarbeiter von Google beziehungsweise von beauftragten Firmen die Sprachaufzeichnungen ab und transkribieren diese, um zu analysieren, ob die aufgenommenen akustischen Informationen von dem dahinter stehenden KI-System korrekt verarbeitet wurden. Diese Praxis hat Google in seinem Blog dargestellt. Wie sich gezeigt hat, ließen sich den aufgezeichneten Gesprächen – zum Teil sensible – personenbezogene Informationen aus der Privat- und Intimsphäre der Betroffenen durch die von Google beauftragten Mitarbeiter entnehmen. Des Weiteren erfolgte ein nicht unerheblicher Teil der Aufnahmen aufgrund fehlerhafter Aktivierung.

Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat vor diesem Hintergrund ein Verwaltungsverfahren eröffnet, um Google zu untersagen, entsprechende Auswertungen durch Mitarbeiter oder Dritte für den Zeitraum von drei Monaten vorzunehmen. Damit sollen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zunächst vorläufig geschützt werden.

Google hat im Rahmen dieses Verwaltungsverfahrens gegenüber dem Datenschutzbeauftragten erklärt, dass bereits gegenwärtig und für die Dauer von mindestens drei Monaten ab dem 1. August 2019 Transkriptionen von Sprachaufnahmen nicht mehr erfolgen. Diese Zusicherung beziehe sich auf die EU insgesamt. Insoweit sollten nun auch die zuständigen Behörden für andere Anbieter von Sprachassistenzsystemen, wie Apple oder Amazon, zügig überprüfen, entsprechende Maßnahmen umzusetzen, heißt es aus Hamburg.


Das nächste Webinar

Das Webinar "Digitale Arbeitsplätze im Handel", findet am 29.10.2019 um 15 Uhr statt. Sichern Sie sich einen Platz und melden Sie sich an.

Jetzt anmelden!


Twitter

Folgen Sie Schloss + Beschlagmarkt jetzt bei Twitter und erhalten Sie Neuigkeiten und exklusive Infos!