Splendid Research Smart Home
Grafik: Splendid Research

Smart-Home-Studie zeigt Überforderung und steigende Nachfrage

Das Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research hat in einer repräsentativen Umfrage ermittelt, dass 46 Prozent der Deutschen Smart-Home-fähige Anwendungen nutzen. Jedoch vernetze nur eine Minderheit die Produkte zu einem eigenständigen System, weshalb in den meisten Fällen das eigentliche Smart-Home-Potenzial unangetastet bleibe. Weitere 28 Prozent zeigten sich an Smart Home interessiert und etwas mehr als jeder Vierte lehnte eine Nutzung kategorisch ab.

Hinsichtlich der Smart-Home-Nutzer müsse jedoch differenziert werden: Lediglich zwölf Prozent des Personenkreises nutzen das Smart-Home-Potenzial richtig aus. Diese Nutzer besitzen demnach mehrere Smart-Home-Produkte, die zu einem mehr oder weniger komplexen System verknüpft wurden. Sie seien verhältnismäßig jung, männlich und technologiebegeistert. Bildung sowie Einkommen seien in den meisten Fällen überdurchschnittlich. Die übrigen 88 Prozent der Nutzer können zwar laut der Studie ebenfalls mehrere Smart-Home-fähige Anwendungen besitzen, diese bilden jedoch keine eigenständige Systemlogik ab.

„Angesichts dieser Erkenntnisse, dürften in den meisten Fällen die technischen Möglichkeiten der Anwendungen nur im Ansatz genutzt werden, was Auswirkungen auf die Abschöpfung der enormen Umsatz- und Kundenbindungspotenziale hat“, schlussfolgert Thilo Kampffmeyer, Studienleiter bei Splendid Research.

Produkte der Bereiche Entertainment und Kommunikation sowie Energiemanagement seien hauptverantwortlich für die hohe Verbreitungsquote von Smart Home. Deutlich über die Hälfte der Nutzer besitze Produkte dieser Kategorien. Zudem habe im Vergleich zur vergangenen Erhebung der Bereich Wohn- und Gebäudesicherheit Zuwächse verzeichnet: Bereits 37 Prozent der Nutzer haben Anwendungen dieser Kategorie installiert. „Die steigende Nachfrage an Gebäude- und Wohnsicherheit wird auch mittelfristig anhalten, denn gerade für heutige Interessenten ist die erwartete Zunahme an Sicherheit ein wichtiges Argument für die Nutzung von Smart Home“, prognostiziert Kampffmeyer.

Neben gesteigerter Sicherheit versprechen sich laut der Umfrage Nutzer und Interessenten von Smart Home vor allem zusätzlichen Komfort. Jedoch sei die aktuelle beziehungsweise geplante Nutzung auch mit konkreten Sorgen verbunden: Knapp ein Drittel der Nutzer und fast die Hälfte der Interessenten sorgt sich demnach um die eigene Privatsphäre und befürchtet sogar Hacker-Attacken. Obwohl Smart-Home-Ablehner diese Bedenken teilen, sind bei 80 Prozent zusätzlich monetäre Gründe ursächlich für die ablehnende Haltung. Für knapp 70 Prozent der Ablehner existiere keinerlei Aspekt, der sie von einer zukünftigen Nutzung überzeugen könnte.

Die bekanntesten Hersteller sind Logitech (60 Prozent Bekanntheit), Bosch Smart Home (56 Prozent) und Magenta Smart Home (51 Prozent), wobei diese von der Präsenz der eigentlichen Marke fernab des Smart-Home-Feldes profitierten. Ausschließlich auf Smart Home spezialisierte Hersteller wie Ring (zehn Prozent) oder Homee (drei Prozent) fielen dagegen ab.

Weitere Informationen zu der Studie gibt es unter www.splendid-research.com/smarthome.