Die Teilnehmer der Gesprächsrunde (v.l.): Dr. Jan Wurm, Markus Rink, Martin Prösler, Dr. Christine Lemaitre sowie Dr. Thomas Welter. Foto: Screenshot

Bauwirtschaft

23. July 2020 | Teilen auf:

Stadtplanung nach Corona

Homeoffice ist weitgehend möglich – das hat der Corona-bedingte Shut-down gezeigt. Nun planen aufgrund dieser Erfahrung viele Unternehmen kleinere Standorte mit weniger festen Arbeitsplätzen als bisher üblich. Über diesen und weitere Trends sowie Szenarien für die Arbeits- und Wohntrends von morgen haben der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx, der live aus seinem Future Evolution Haus in Wien zugeschaltet wurde, und eine Expertenrunde am 2. Juli beim Next Summit im Next Studio in Frankfurt am Main diskutiert. Die Runde bestand aus Dr. Jan Wurm, Director Foresight + Research + Innovation Arup, Projektentwickler und Immobilien-Spezialist Markus Rink, der Geschäftsführer der OmniCon Gesellschaft für innovatives Bauen ist, Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführerin DGNB sowie Dr. Thomas Welter in seiner Funktion als Bundesgeschäftsführer BDA. Moderiert wurde die Runde von Martin Prösler, Inhaber der gleichnamigen PR- und Kommunikationsagentur. Das Event wurde als Livestream übertragen.
Bei der Diskussion ging es vor allem darum, das komplexe Thema aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zu betrachten. Trendforscher Horx sieht Corona als eine Art „Zeitenwende“, da die Schockerfahrungen der Krise Räume für neues Denken eröffne, den Wertewandel in der Gesellschaft anstoße und zur Neubetrachtung und zum Wandel zwinge. Und das führe zu einer Beschleunigung auch in der Stadtplanung und Architektur. „Reine Büroflächen werden geringer, eine neue Büroarchitektur kommt. Arbeit wird völlig neu gesehen und erlebt – es wird keine Rückkehr in die alte Rennerei mehr geben“, meint Horx.
Wurm stellte die Wichtigkeit des Büros als Ort der Gemeinschaft und der persönlichen Interaktion heraus, sieht aber auch den in der Corona-Zeit verstärkten Trend zu mehr Homeoffice-Zeiten. Welter unterstrich die Funktion des Büros, Privat- und Berufsleben voneinander abzugrenzen. Bei der Gestaltung der Büroflächen müsse vor allem Komfort und Attraktivität im Fokus stehen – diese förderten Kreativität und Motivation. Auch für Lemaitre stellt der persönliche Dialog ein wichtiges Plus des Büros dar. Nur hier sei für viele – das zeigten ihre eigenen Homeoffice-Erfahrungen mit den Kindern während des „Lockdowns“ – konzentriertes Arbeiten möglich. Rink ergänzte: „Büros entwickeln sich immer mehr zu Bereichen mit hoher Aufenthaltsqualität. Das war aber auch schon vor Corona so und wird sich eventuell jetzt noch beschleunigen.“
Die komplette Gesprächsrunde ist auf dem Next YouTube-Kanal zu sehen: www.youtube.com/watch?v=Ejq7wf-k1oI