Der Sanierungsmarkt ist in Bewegung. Quelle: Pixabay

Bauwirtschaft

17. November 2020 | Teilen auf:

Studie sieht Anstieg in der Sanierungsaktivität

Mehr Maßnahmen und mehr Eigenleistung: Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle B+L Sanierungsstudie 2020 des Bonner Marktforschungsinstituts. So sei beispielweise die Maßnahmenhäufigkeit bei Badsanierungen um +7 Prozentpunkte im Vergleich zur Sanierungsstudie 2018 gestiegen. Auch bei der Sanierung von Dachfenstern oder dem Heizungsaustausch zeige sich ein deutlicher Anstieg.

Der Sanierungsmarkt ist den Marktforschern zufolge in Bewegung, wie sich nicht nur anhand der Maßnahmenhäufigkeit, sondern auch an den Veränderungen der Sanierer-Zielgruppen zeige. „Die Zielgruppe der Sanierer aus der Generation der Babyboomer gewinnt an Bedeutung. Wie unsere Studienergebnisse zeigen, hat sich die Altersstruktur der Sanierer komplett gewandelt. Damit gehen weitreichende Veränderungen hinsichtlich der Produktpräferenzen, der Nutzung von Beratung und der Durchführung der Maßnahmen einher“, sagt Studienautor Marcel Dresse.

In den letzten sechs Jahren ist der Anteil der Sanierer, die älter als 45 Jahre sind, laut der Studie von 39,7 Prozent im Jahr 2014 auf 60,8 Prozent im Jahr 2020 gestiegen. Während im Jahr 2014 noch die jüngere Zielgruppe der Käufer (und Sanierer) von Bestandsimmobilien die primäre Zielgruppe im Bereich der privaten Sanierungsmaßnahmen war, sind aktuell die deutlich älteren Eigenheimbesitzer die zentralen Akteure am Sanierungsmarkt. Diese sanieren in der Regel nicht im Zusammenhang mit dem Kauf einer Immobilie, sondern aufgrund von Verschleiß beziehungsweise verfolgen mit den Maßnahmen die Erhöhung des Wohnkomforts oder die Schaffung von Barrierefreiheit für den nächsten Lebensabschnitt.

Obwohl die älteren Zielgruppen tendenziell häufiger Komplettleistungen aus Beratungen, Produkten und Einbau nachfragen, zeigt sich in der aktuellen B+L Sanierungsstudie dennoch ein deutlicher Anstieg der Eigenleistung bei vielen Maßnahmen. Die Covid-19-Pandemie habe dazu geführt, dass die Eigenheimbenutzer Sanierungsmaßnahmen wieder häufiger selbst durchzuführen und auf den Einbau durch einen Profi verzichten. Die Bestandsmaßnahmen im privaten Wohnbau seien damit der Gewinner im Corona-Jahr 2020. Nach Einschätzungen der B+L wird sich dieser Trend auch im kommenden Jahr fortsetzen.