Bauelemente 2018-11-09T09:01:19Z Türdrücker aus Büffelhorn

Dabei vergisst man leicht, dass Kunststoffe recht junge Werkstoffe sind. Während man in der Welt der Beschläge bereits seit Jahrtausenden Materialien wie Bronze verwendete, hielt der Kunststoff erst in den 1930er-Jahren mit den ersten Beschlägen aus Bakelit Einzug. In den 1960er-Jahren wurden die ersten Beschläge aus Polyamid angeboten, und in den 1990ern erlebten Kunststofftürdrücker einen regelrechten Boom.
Dabei wurden organische Werkstoffe verdrängt, die zuvor lange Verwendung gefunden hatten. So war zum Beispiel Bein – Schweine- oder Rinderknochen – in vielen Bereichen ein wichtiges Material gewesen. Als besonders edel galten Beschläge, wie diese Art-Déco-Türdrücker aus den 1920er-Jahren, die aus Horn gefertigt wurden.
Kuhhörner bestehen nur außen aus einer dünnen Schicht Horn, sodass man diese nicht verwenden konnte, sondern auf die Hörner von Büffeln zurückgriff. Da Büffel in unseren Breiten aber nicht heimisch sind, musste das Material aus Südamerika oder Indien importiert werden. Die Tatsache, dass mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs die Handelsbeziehungen mit diesen Ländern abbrachen, leistete dem Kunststoff in der Beschlagherstellung weiteren Vorschub.
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zuletzt editiert am 24. August 2020
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