Brandschutztürenmarkt
Der Brandschutztürenmarkt in Westeuropa. Grafik: Interconnection
15.08.2017 Türen/Tore

Gute Zeiten für Brandschutztüren

Starke Zuwachsraten hat der Markt für Brandschutztüren im letzten Jahr in Westeuropa (Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Italien, Schweiz, Österreich, Benelux) verzeichnet. 2016 betrug der Absatzanstieg 3,1 Prozent. Die Umsatzsteigerung fiel mit 4,6 Prozent sogar noch stärker aus. Trotz weiterhin guter Zukunftsperspektiven hat die Implementierung standardisierter Mindestanforderungen innerhalb der EU viele Probleme verursacht, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Interconnection Consulting, Wien/Österreich, zeigt. 

Die Branche konnte demnach in allen untersuchten Ländern zum Teil hohe Steigerungsraten erzielen. In Österreich fiel das Wachstum besonders üppig aus. Die Alpenrepublik verzeichnete im letzten Jahr ein Absatzplus von 7,5 Prozent. Ähnlich stark legte der spanische Markt zu, der nach Jahren starker Rückgänge im letzten Jahr erstmals wieder zulegen konnte (+6,6 Prozent).

Die Wachstumsraten sollen bis zum Jahr 2018 sogar auf zweistellige Prozentsätze anschwellen. Auch Italien (+2,2 Prozent), Frankreich (+1,9 Prozent) und die BeNeLux-Länder (+1,7 Prozent) konnten erstmals nach Jahren der Entbehrung wieder aufatmen und sollten auch mittelfristig dem Wachstumspfad treu bleiben. Das gilt auch für die Schweiz (+2,5 Prozent) und Großbritannien (+3,6 Prozent). Und auch Deutschland, der größte Teilmarkt Europas mit 850.400 verkauften Brandschutztüren im letzten Jahr, konnte sein Verkaufsvolumen leicht ausbauen (+2,5 Prozent).

Brandschutztüren aus Holz stellen in den westeuropäischen Ländern mit einem Anteil von 47 Prozent die stärkste Produktgruppe. Jedoch lag der Anteil von Holz schon einmal höher. Schuld daran sei der Trend zu Aluminiumtüren, die ihren Marktanteil in den letzten Jahren kontinuierlich steigern konnten und derzeit einen Marktanteil von 11,4 Prozent aufweisen. Bis 2019 wird sich der Anteil laut Interconnection auf 12,1 Prozent erhöhen. Die Stahltüren, die zum Beispiel in den osteuropäischen Ländern mit rund zwei Drittel Marktanteil klare Nummer Eins sind, liegen in Westeuropa mit 36,5 Prozent abgeschlagen an zweiter Stelle. Vor allem in Deutschland erfreuen sich Stahltüren mit einem Marktanteil von knapp über 50 Prozent großer Beliebtheit.

Die Aussichten für die Branche seien weiterhin hervorragend, so die Marktforscher. Jedoch behinderten unterschiedliche Mindeststandards in den einzelnen Ländern den freien Warenverkehr auf dem Binnenmarkt. So würden etwa spanische Brandschutztüren nicht den Anforderungen des deutschen Marktes genügen und umgekehrt deutsche Türen zu teuer für den spanischen Markt sein. Aufgrund dieser Asymmetrie wird der Wettbewerb unter den Ländern stark beeinträchtigt. Mit Hilfe der CE-Kennzeichnung will die EU die Konformität bei der Einhaltung grundlegender Produktanforderungen nach EU-Richtlinien gewährleisten. Jedoch ist die Implementierung der CE-Kennzeichnung bei Brandschutztüren ohne den gewünschten Erfolg geblieben. Denn die Implementierung der CE-Kennzeichnung erfolgt in den jeweiligen Ländern zu unterschiedlichen Standards. Ein weiterer Grund, der zur Skepsis unter den Produzenten führt: Die CE-Qualitätskontrolle sei derzeit so teuer, dass die logische Konsequenz der Implementierung eine Ausdünnung des Wettbewerbs darstellen würde und sich nur noch fünf bis zehn europäische Player den Gesamtmarkt aufteilen würden, erklärt Sasa Spiridonov, Autor der Studie.

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