Schlüsselbund
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09.08.2018 Fachhandel

Verbraucherzentrale sieht bundesweites Problem mit betrügerischen Schlüsseldiensten

Nachdem das Landgericht Kleve zwei Betreiber einer Schlüsseldienstfirma wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt hat, hat sich die Verbraucherzentrale besorgt geäußert: Der Prozess zeige ein bundesweites Problem.
Hintergrund: Verbraucher, die einen vermeintlich ortsansässigen Schlüsseldienst rufen, geraten häufig an unseriöse, bundesweit agierende Unternehmen. Die Monteure vor Ort nötigen laut Verbraucherzentrale die Betroffenen nicht selten, 1000 Euro für eine Türöffnung zu bezahlen, die bei seriösen Unternehmen je nach Tageszeit und Wochentag etwa 70 bis 120 Euro gekostet hätte. In ihrer Not bezahlen die meisten Verbraucher, so die Verbraucherschützer. Sie erhalten Rechnungen mit gefälschten Arbeitsleistungen oder Adressen und hätten so später kaum noch Möglichkeiten, sich rechtlich zu wehren.

Vor dem Landgericht Kleve seien nun zwei Angeklagte verurteilt worden, die ein kriminelles System aufgezogen und über zehn Jahre in rund 700.000 Fällen Notdienste in ganz Deutschland vermittelt haben, heißt es in einer aktuellen Meldung der Verbraucherzentrale. Sie hätten Hilfesuchende mit Online-Anzeigen geködert und trotz Telefonnummern mit örtlichen Vorwahlen auf ihre Zentrale in Geldern weitergeleitet. Von dort aus wiederum vermittelten sie Handwerker, die oft überzogene Rechnungen geschrieben oder die Türen der Kunden sogar absichtlich beschädigt haben. Das Landgericht habe die beiden unter anderem wegen Betrugs und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Der in Kleve verhandelte Fall steht aber, so die Verbraucherzentrale, nur exemplarisch für ein bundesweites Problem. Die Verbraucherschützer hoffen, dass das Urteil den Auftakt zu weiteren, bestenfalls bundesweiten Ermittlungen gegen die weitverzweigten Netzwerke unseriöser Monteure markiert.

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